Völklingen im Wandel • Die Völklinger Geschichte • 1801 - 1870
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1804:
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Völklingen zählte 613 Einwohner.
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1805:
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Bürgermeister W. Nessler wurde ermordet.
Wenig ist über die näheren Umstände seines Todes bekannt, eine Eintragung im Sterberegister der evangelischen Kirchengemeinde gibt eine bescheidene Auskunft, wonach er an den Folgen einer ihm am 24. Februar 1805 in den Unterleib geschossenen Kugel starb. Weiter ist vermerkt, daß er am 26. begraben wurde und 49 Jahre alt war. Nach einer alten Überlieferung fand er den Tod durch die Kugel eines Zigeuners. Seine Nachfolger waren Nikolaus Beilstein und Georg Kunckel. Beigesetzt wurde W. Nessler auf dem Simultanfriedhof bei der alten evangelischen Martinskirche. Bei der Einebnung des Friedhofs wurde der für damalige Verhältnisse prächtige Grabstein zum Friedhof in der Kühlweinstraße gebracht, wo er an der Westseite der Friedhofsmauer aufgestellt wurde. Der Grabstein trägt die Inschrift: " Hier ruht die sterbliche Hülle des Herrn Wilhelm Nessler, Notaire u. Maire dahier war geboren zu Lichtenau in Hessen d. 23. Mai 1755 starb durch Mördershand d. 24 Febr. 1805." (Quelle: Zeitungsartikel der SZ vom 19.10.1966)
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Hier eine Aufnahme (Andreas Hell 2001) des Grabsteins von Wilhelm Nessler,
heute zu sehen im "Bürgerpark"
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1807:
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Napoleon Bonaparte eröffnete im heutigen Stadtteil "Geislautern" die "École pratique de Mines", eine Art technische Hochschule.
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1814:
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Der "1. Pariser Frieden" (30. Mai 1814) beließ den größten und wertvollsten Teil des "Saarbrücker Landes" bei Frankreich.
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1815:
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Der "2. Pariser Frieden" (2. November 1815) trennte das Saarland restlos von Frankreich.
Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo wurde also vereinbart, dass Saarlouis und Saarbrücken der preußischen Rheinprovinz zugeteilt wurden.
Die "Bürgermeisterei Völklingen" wie sie nun im amtlichen Sprachgebrauch hieß, wurde in Teil des neu geschaffenen Landkreises Saarbrücken. Neben den Dörfern des ehemaligen Völklinger Hofes gehörten auch Püttlingen mit Altenkessel-Neudorf, Großwald und Rockershausen bis 1868 zur Bürgermeisterei Völklingen. Der amtierende Bürgermeister in dieser Zeit war Fr. Schaeffer.
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1816:
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Einwohnerzahl: 744
Johann Jakob Röchling wurde Bürgermeister.
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1817:
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Bau eines katholischen Pfarrhauses.
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1821/22:
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Bau der ersten katholischen Schule in Völklingen. 1829 wurden von einem Lehrer 225 Kinder unterrichtet, davon allein 95 aus Wehrden.
Karl Kunckel wurde Bürgermeister.
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1830:
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Ein zeitgenössischer Bericht: "Völklingen, ein Dorf an der Saar mit der Fromersbacher Mühle, einer Simultankirche, 138 Feuerstellen, 922 Einwohnern und Gipsbrüchen."
Rückschlüsse auf das Aussehen Völklingens um 1830 ermöglicht eine Anweisung des Saarbrücker Landrates Dern an den Völklinger Bürgermeister anläßlich einer zu erwartenden Durchfahrt des preußischen Prinzen Wilhelm. Da heißt es u. a.:
"Schon hierher Völklingen, von Saarbrücken aus gesehen, wo die Chaussee aufhört, kurz vor der Einfahrt ins Dorf, besonders auf dem Hügel, wo immer Löcher waren, und den Hügel herunter bis an die Stallungen des Herrn Bürgermeisters (= in der Gegend des heutigen Amtsgerichtes) soll alles so instandgesetzt werden, daß dieser üble Strich ohne alle Gefahr und Anstand passiert werden kann. Durch das Dorf Völklingen dürfen keine Wagen, Ackergeschirre, Holz oder Dung im Wege liegen; eventuelle Löcher in der Straße sollen gehörig zugemacht und alles so instandgesetzt werden, daß der Weg auch in schnellem Fahren gut passiert werden kann. Zwischen Völklingen und Wehrden soll der Weg gut hergestellt und die Abzugsgräben neben dem Weg her ausgestochen werden, damit nicht allein das Wasser Abzugsmöglichkeit hat, sondern auch die Gräben, nach der Schnur gezogen, keinen Mißstand machen."
G.Leber war Bürgermeister bis 1831
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1831:
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Neuer Bürgermeister wurde K. Schwarz
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1840:
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In Völklingen lebten 736 Protestanten und 482 Katholiken.
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1845:
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Der Bevölkerungsanstieg ließ die Simultankirche zu klein werden. 1841 zählte allein die katholische Pfarrei 2100 Seelen. Daher beschloss man den Neubau einer katholischen Pfarrkirche. Am 29 Juli erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau in der heutigen Rathausstraße.
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1947:
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Völklingen erhielt eine Postexpedition die für die Bürgermeisterein Völklingen - Püttlingen und Ludweiler zuständig war.
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1848:
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Die neue St.Eligiuskirche wurde am 25. Juni 1848 feierlich eingerichtet. Dieser erste Kirchenbau stand bis 1912,
als die heutige Eligiuskirche an derselben Stelle neu errichtet und am 6. Juli 1913 eingeweiht wurde.
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1849:
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Georg Falch wurde Bürgermeister.
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1851:
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Jakob Kühlwein wurde Bürgermeister
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1860:
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Völklingen wurde Bahnstation an der Strecke Saarbrücken - Merzig - Trier. Der erste Völklinger Bahnhof wurde gebaut, erwies sich aber bald als zu klein.
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Bild des 1. Völklinger Bahnhofs aus dem Jahre 1860
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1862:
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Die erste Apotheke in Völklingen wurde eröffnet
Dies war nur auf besonderes Betreiben des Bürgermeisters Kühlwein möglich. Bis dahin gab es nur in St. Johann und in Saarlouis Apotheken. Das erste Gesuch des Bürgermeisters auf Eröffnung
einer Apotheke wurde seitens der Oberpräsidenten von Koblenz 1861 abgelehnt. Kühlwein ließ sich aber nicht beirren und reichte ein zweites Gesuch ein, indem er zahlreiche gewichtige Argumente anführen mußte.
Schließlich hatten Kühlweins Bemühungen den gewünschten Erfolg und Apotheker Wilhelm Naunheim eröffnete die erste Apotheke in Völklingen gegenüber dem heutigen Amtsgericht.
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Sie wurde
später in die Nähe des Alten Rathauses verlegt. Es handelte sich um die bis ins Jahr 2002 existierende Berg- und Hüttenapotheke.
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1867:
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Auf Kosten der Gemeinden Völklingen, Wehrden, Geislautern und Ludweiler sowie der Dillinger Hütte wurde mit dem Bau einer festen Brücke nach Wehrden begonnen. Sie bestand aus steinernen Pfeilern und einem Oberbau aus Stahl. Breite: 8,05m, Breite der Fahrbahn 5,6 m, Länge 95,9m. Die Staatsregierung hatte zu den Baukosten einen Zuschuss von 6500 Talern bewilligt.
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1868:
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Völklingen selbst hatte zu dieser Zeit 2598 Einwohner.
Eine Polizeistation wurde eröffnet.
Am 2. Juli wurde Völklingen Amtsgerichtssitz. Das Amtsgericht wurde im Haus des ehemaligen Bürgermeisters Carl Kunkel (Kunkelshof) eröffnet.
Das Knappschaftslazarett wurde in Betrieb genommen.

Es war für die Aufnahme von 60 Personen gedacht, konnte im Bedarfsfall
aber seine Aufnahmekapazität auf 90 Betten steigern. Das gesamte Gebäude war unterkellert und besaß einen eigenen
Abwasserkanal. Im Keller
befanden sich Waschküche, Kohlenlager, Speise- und Vorratskammer, ein Zimmer für die Magd des Arztes, Vorratsräume der
Ökonomie, die Mangelstube, sowie die Heiz- und Ventilationsanlage. Zum Komfort dieses modernen Krankenhauses gehörte eine
Zentralheizung.
Im Erdgeschoss lagen Küche, die Wohnungen des Arztes und des Ökonomen, das Ordinationszimmer des Arztes und das Wartezimmer
für die Patienten. Die Arztwohnung umfasste 6 Zimmer, ein Klosett und einige Kellerräume. Sie hatte einen besonderen Eingang
mit Veranda am westlichen Giebel. In der Küche gab es einen großen Bratkochherd, drei Dampfkochkessel und einen Spülstein
mit fließend warmem und kaltem Wasser.
Auf jedem Stockwerk gab es 2 Toiletten und Pissoirs mit Wasserspülung und rechts je ein Badezimmer mit 2 Wannen.
Toiletten und Badezimmer waren sogar beheizt und hatten fließends kaltes und warmes Wasser! Jedes Stockwerk hatte
9 Kranken- und zwei Funktionszimmer die zum Beispiel als OP's genutzt wurden. Die Krankenzimmer waren mit 2 bis 3 Betten
belegt. (Eiserne Bettgestelle). Zu jedem Bett gehörten ein Kopf und Keilkissen, ein festes Leintuch und 2 braune Wolldecken.
Neben jedem Bett stand ein hölzerner Nachttisch. Jedem Pationten wurden ein Spucknapf aus Ton, ein Nachtgeschirr ein
Wasserglas ein Handtuch und ein Stuhl zur Verfügung gestellt.
Jedes Krankenzimmer hatte außerdem einen Waschtisch mit Wasserflasche, emailliertem Waschbecken und
Seifenschüsselchen, ein Spiegel und ein Kleiderhaken. Im dritten Stockwerk konnte notfalls ein in der Mitte gelegener Saal
viele Betten aufnehmen.
Das Lazarett stand unter der Leitung eines Chefarztes, dem ein zweiter Arzt aussließlich für die Station der Augenkrankheiten koordiniert
ist. Ersterer wohnte im Lazarett, während der andere gleichzeitig Revierarzt für die Grube Gerhard-Prinz-Wilhelm ist und in Luisenthal
seinen Wohnsitz hat (10 Min. Bahnfahrt). Zur Krankenpflege waren 3 Wärter und 2 Wärterinnen (Nonnen der "Barmherzigen Schwestern") zuständig.
Zum Personal gehörten außerdem 2 Maschinenwärter und 1 Ökonom (Hauswirtschafter).
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1869:
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4. Januar: Einweihung der Saarbrücke von Völklingen nach Wehrden.
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Die Einweihung.
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1870:
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19. Juli: Frankreich erklärte Preußen den Krieg
21. Juli: Sicherung der Brücke Wehrden
23. Juli: Gefecht bei Wehrden.
27. Juli: die "Schlacht bei Geislautern"
02. August: die Franzosen beschossen mit 2 Kanonen vom Hohberg in Fürstenhausen her Völklingen.
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