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Wehrden – Das Fischerdorf an der Saar

Wehrden 1966 (Bild: Stadt VK)
Wehrden 1966 (Bild: Stadt VK)

Der heute nach Ludweiler zweitgrößte Stadtteil Völklingens ist eine der ältesten Siedlungen unserer näheren Heimat. Diese Tatsache lässt sich auf die verkehrsgünstige Lage des Ortes zurückführen. Schon seit den ältesten Zeiten führte eine Straße aus dem Metzer Gebiet durch den Warndt in Wehrden über die Saar nach Völklingen, während eine zweite Straße von Saargemünd über Saarbrücken, Völklingen und Wehrden nach Wadgassen verlief. Die Stelle an der Saar, an der sich später der Ort Wehrden entwickeln sollte, eignete sich besonders gut zur Flußüberführung, weil hier die Rossel durch Geröllaufschüttung in der Saar eine Furt bildete.

Die Bedeutung des Namens „Wehrden“ ist umstritten. Einerseits lässt er sich erklären mit „einer am Berg gelegenen Siedlung“ (vgl. Werdenfels, Wartburg); andererseits spricht vieles für die Bedeutung „werth“ gleich „Insel“ oder „erhöhtes Land im Wasser“, denn genau das entstand ja durch die Aufschüttung der Rossel in der Saar.

Wann nun der Ort Wehrden entstanden ist, kann man heute nicht mehr genau feststellen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Schenkungsbrief des Grafen Simon 2. von Saarbrücken an die Abtei Wadgassen aus dem Jahre 1234<.

1234:
Ersterwähnung des Namens Wehrden in einer lateinischen Urkunde. Der Text lautet übersetzt:
„Im Naaen der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit. Ich, Simon, Graf von Saarbrücken, gebe allen Christgläubigen in diesem offenen Brief bekannt, daß ich zur Verbreitung der Ehre unseres Herrn Jesu Christi und zur Vermehrung der Verehrung seiner Mutter, der glorreichen Jungfrau Maria, aus freiem Entschlusse der Kirche von Wadegozingen (Wadgassen) hundert Metzer Pfund und mein Haus in der Stadt Metz, das ich mit meinem Gelde erworben habe, geschenkt habe, ebenso meinen Besitz in Willingen (Saarwellingen), mit Leuten und allem Zubehör, ebenso meinen Besitz in Listorf mit Leuten und Zubehör, ferner meinen Fischweiher im Allod der erwähnten Kirche bei dem Dorfe, das Hastenbach genannt wird, unterhalb und oberhalb gelegen an den st. Stephansgütern endend bei dem Dorfe, das Wer den genannt wird, alles dies zu ewigem rechtmäßigem Besitz.
Da aber alles Geschehen im Laufe der Zeit dem Dunkel des Vergessens anheimfällt, habe ich, damit es dieser meiner ScheDkung nicht ebenso ergehe, die vorliegende Urkunde aufsetzen lassen, die ich mit meinem Siegel versehe und bekräftigen lasse durch die Siegel meines Bruders, des Praepositus Stephan von Toul, des Waldgrafen Conrad, des Bruders Conrad, Predigers von Trier, und meiner lieben und edlen Männer Johann von Sigersberg (Siersberg), Wilhelm von JSchawenberch (Schaumberg) , Eberhard von der Leyen und des Vogtes Hugo von Hunolstein.
Gegeben im Jahr der Geburt des Herrn 1234 in Gegenwart ausgezeichneter und ehrenwerter Männer.» st. Stephan war der Schutzheilige des Bistums Metz. Stephansgüter sind also Güter im Besitz des Metzer Bistums. (Eltester-Goerz, Urkundenbuch Koblenz 1874 Nr. 517)