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Fürstenhausen – ein gräfisches Jagdrevier

Historisches Luftbild von Fürstenhausen (Quelle Stadtarchiv)
Historisches Luftbild von Fürstenhausen (Quelle Stadtarchiv)

Der heutige Stadtteil Völklingens verdankt seine Entstehung in erster Linie den natürlichen Gegebenheiten seiner Umgebung. Die Altauen der Saar boten den Menschen Weide- und Ackerland. Die Schuttablagerungen des Köllerbachs in die Saar bildet eine Furt, die schon in römischer Zeit als Übergang von Völklingen Richtung Forbach genutzt wurde. In späterer Zeit verkehrte hier die Fähre zwischen Völklingen und Fürstenhausen. Die Nähe des Warndts veranlasste die Grafen von Saarbrücken, im bereich des späteren Ortes ein Jagd- und Forsthaus zu erbauen und die waldreichen Gebiete links der Saar zur Jagd und Forstwirtschaft zu nutzen. Daher ist der Name Förstenhausen oder Forstenhausen wahrscheinlich von herrschaftlichen Förstern des sog. Schiffsitterswaldes abzuleiten. Durch Lautwandel entstand später Fürstenhausen.
Bezüglich der Ersterwähnung geht die untergegangene Siedlung Hermannshausen am Hallerkopf den Namen Fürstenhausen und Fenne voraus.

1296:
werden Einkünfte aus Hermannshusen erwähnt (L. 773)

1332:
1332 wird erwähnt das Dorf Heirmannshusen mit der Fischerei auf der Rossel (L. 1215)

1333:
Ersterwähnung von Fürstenhausen: Sibila, Witwe des Folman Folicho, Petrus, Eberwin, des Johannes Bruder, Hanrich und seine Frau Katharine von Hermannshusen, Simon, der Schäfer, seine Frau Elisabeth, Godelo und seine Frau Agne! aus Fürstenhausen verkaufen mit Zustimmung aller Erben dem Stift st. Arnual Güter im Banne des Dorfes Rochelinga (L. 1242)

1422:
Das Jahrgeding des Völklinger Hofes, zu dessen Amtsbereich Fürstenhausen gehörte, erwähnt einen Förster und die Fähre zwischen Völklingen und Fürstenhausen. Die Bewohner des Dorfes mußten diese Fähre unterhalten und durften mit Erlaubnis des Saarbrücker Grafen zum Bau des Schiffes einen Baum aus dem Schiffsitterswald fällen. Dafür fielen die Einkünfte aus dem Fährenbetrieb an die gräfliche Kasse. Die Fähre fuhr zwischen den beiden Orten bis zum Bau der ersten Brücke aus Eisenbeton im Jahre 1913.

1552/56:
Erw. Forstenhusen (LXIV S.46)

1524:
Das Jahrgeding des Völklinger Hofes zählt 8 bewohnte und 3 leerstehende Häuser in Fürstenhausen. Insgesamt lebten also 8 Familien in dem Ort.

1542:
Die Türkenschatzung, d.h. eine Steuerveranlagung zur Abwehr der Türkengefahr sagt dass in Fürstenhausen 8 Familien und 5 Gesinde lebten.

1557:
Beim Jahrgeding des Völklinger Hofes in Saarbrücken ist Fürstenhausen vertreten durch „Hennc hen von Fürstenhausen“ als Schöffen. Er ist schon bei der Türkenschatzung erwähnt als bester Steuerzahler (Hennegin)

1572:
Unter den Bauern des Völklinger Hofes, die sich weigern Fronfuhren zum Bau des Homburger Schlosses zu leisten, sind auch Bauern aus Fürstenhausen. Bei der Aussöhnung mit dem Saarbrücker Grafen auf dessen Schloß sind dabei:
„Fußhans mit Senen (Söhnen), Häns von Fölkelingen, Nickel, Thrinen, Mathis, Mathißen Nickel, Peter Hafner, Khunen Hans, Johann und Hans Daumer, alle von Fürstenhausen.“

1575:
Die Grafschaft Saarbrücken und damit alle Fürstenhausener wurden protestantisch.