Druckerei AnzeigeDruckerei von der EltzPlatzhalterKiosk AnzeigeKioskBlind

Die Geschichte der Stadt Völklingen

1851:
Jakob Kühlwein wurde Bürgermeister.

Kühlwein Jakob
Kühlwein Jakob

Der kath. Gottesdienst in Völklingen ruht. Die kath. Völklinger müssen nach Großrosseln zur Kirche. – Der Simultanstreit um die neue Kirche wird beendet durch die Fertigstellung der alten Kirche durch die Protestanten am 14. Sept. (XLII. S. 168)

1852:
Völklingen hat 1.467 Einwohner. -Auf Grube Gerhard wird der Josephaschacht abgeteuft. (Saarkalender 1923, S.143)

1853:
St. Eligius wird am 9. Okt. eingeweiht durch den Trierer Bischof Dr. Wilhelm Arnoldi und 12 Geistliche (XLII. S. 168)

1858:
Am 16. Dez. wird die Bahnstrecke Saarbrücken-Merzig eingleisig eröffnet. – Völklingen hat 1.630 Einwohner.

1860:
Völklingen wurde Bahnstation an der Strecke Saarbrücken – Merzig – und nun auch bis Trier. Der erste Völklinger Bahnhof wurde gebaut, erwies sich aber bald als zu klein.

Bild des 1. Völklinger Bahnhofs aus dem Jahre 1860 (Rückansicht)
Bild des 1. Völklinger Bahnhofs aus dem Jahre 1860 (Rückansicht)

1862:
Die erste Apotheke in Völklingen wurde eröffnet.

Völklingens erste Apotheke.
Völklingens erste Apotheke.

Dies war nur auf besonderes Betreiben des Bürgermeisters Kühlwein möglich. Bis dahin gab es nur in St. Johann und in Saarlouis Apotheken. Das erste Gesuch des Bürgermeisters auf Eröffnung einer Apotheke wurde seitens der Oberpräsidenten von Koblenz 1861 abgelehnt. Kühlwein ließ sich aber nicht beirren und reichte ein zweites Gesuch ein, indem er zahlreiche gewichtige Argumente anführen mußte.
Schließlich hatten Kühlweins Bemühungen den gewünschten Erfolg und Apotheker Wilhelm Naunheim eröffnete die erste Apotheke in Völklingen gegenüber dem heutigen Amtsgericht.
Auf dem Schienenweg Grube Bauernwald zur Saar fahren erste Dampflokomotiven. – Der Alberta-Schacht wird abgeteuft.

Sie wurde später in die Nähe des Alten Rathauses verlegt. Es handelte sich um die bis ins Jahr 2002 existierende Berg- und Hüttenapotheke.

1867:
Auf Kosten der Gemeinden Völklingen, Wehrden, Geislautern und Ludweiler sowie der Dillinger Hütte wurde mit dem Bau einer festen Brücke nach Wehrden begonnen. Sie bestand aus steinernen Pfeilern und einem Oberbau aus Stahl. Breite: 8,05m, Breite der Fahrbahn 5,6 m, Länge 95,9m. Die Staatsregierung hatte zu den Baukosten einen Zuschuss von 6500 Talern bewilligt.

1868:
Völklingen selbst hatte zu dieser Zeit 2598 Einwohner.
Eine Gendarmeriestation wurde eröffnet.
Am 2. Juli wurde Völklingen Amtsgerichtssitz. Das Amtsgericht wurde im Haus des ehemaligen Bürgermeisters Carl Kunkel (Kunkelshof) eröffnet. (LXIII. S.7)

Das Knappschaftslazarett wurde in Betrieb genommen.

Knappschaftskrankenhaus
Knappschaftskrankenhaus

Es war für die Aufnahme von 60 Personen gedacht, konnte im Bedarfsfall aber seine Aufnahmekapazität auf 90 Betten steigern. Das gesamte Gebäude war unterkellert und besaß einen eigenen Abwasserkanal. Im Keller befanden sich Waschküche, Kohlenlager, Speise- und Vorratskammer, ein Zimmer für die Magd des Arztes, Vorratsräume der Ökonomie, die Mangelstube, sowie die Heiz- und Ventilationsanlage. Zum Komfort dieses modernen Krankenhauses gehörte eine Zentralheizung. Im Erdgeschoss lagen Küche, die Wohnungen des Arztes und des Ökonomen, das Ordinationszimmer des Arztes und das Wartezimmer für die Patienten. Die Arztwohnung umfasste 6 Zimmer, ein Klosett und einige Kellerräume. Sie hatte einen besonderen Eingang mit Veranda am westlichen Giebel. In der Küche gab es einen großen Bratkochherd, drei Dampfkochkessel und einen Spülstein mit fließend warmem und kaltem Wasser. Auf jedem Stockwerk gab es 2 Toiletten und Pissoirs mit Wasserspülung und rechts je ein Badezimmer mit 2 Wannen. Toiletten und Badezimmer waren sogar beheizt und hatten fließends kaltes und warmes Wasser! Jedes Stockwerk hatte 9 Kranken- und zwei Funktionszimmer die zum Beispiel als OP’s genutzt wurden. Die Krankenzimmer waren mit 2 bis 3 Betten belegt. (Eiserne Bettgestelle). Zu jedem Bett gehörten ein Kopf und Keilkissen, ein festes Leintuch und 2 braune Wolldecken. Neben jedem Bett stand ein hölzerner Nachttisch. Jedem Pationten wurden ein Spucknapf aus Ton, ein Nachtgeschirr ein Wasserglas ein Handtuch und ein Stuhl zur Verfügung gestellt. Jedes Krankenzimmer hatte außerdem einen Waschtisch mit Wasserflasche, emailliertem Waschbecken und Seifenschüsselchen, ein Spiegel und ein Kleiderhaken. Im dritten Stockwerk konnte notfalls ein in der Mitte gelegener Saal viele Betten aufnehmen.

Das Lazarett stand unter der Leitung eines Chefarztes, dem ein zweiter Arzt aussließlich für die Station der Augenkrankheiten koordiniert ist. Ersterer wohnte im Lazarett, während der andere gleichzeitig Revierarzt für die Grube Gerhard-Prinz-Wilhelm ist und in Luisenthal seinen Wohnsitz hat (10 Min. Bahnfahrt). Zur Krankenpflege waren 3 Wärter und 2 Wärterinnen (Nonnen der „Barmherzigen Schwestern“) zuständig. Zum Personal gehörten außerdem 2 Maschinenwärter und 1 Ökonom (Hauswirtschafter).

Diesen Beitrag teilen