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Die Geschichte der Stadt Völklingen

1557:
Das Jahrgeding der Meiereien Völklingen und St. Arnual in Saarbrücken. – Um die Mitte dieses Jahrhunderts hielten die beiden Meiereien ihr Jahrgeding gemeinsam ab, und zwar im Anschluß an den st. Arnualer Kirmesmarkt. Aus dem Jahrgeding 1557 hier einige Auszüge:
„Uff Heut Montags nach Arnualis Anno 1557 sind die Markt-Schöffen, nemlich Meyer und Gericht zu Folklingen mit Namen Nicklaus Schmidt, Hermanns Peter von Folklingen, Hennchen von Fürstenhausen, Kuns Hannes von Wehrden, Josten Adam von Malstat und Grießen Claus von Bauerbach (Burbach) als gelehnte Scheffen, Hans Durner von Wehrden und Hans Kayser von Folklingen als Fürsprecher auch Nickel der Bütel zu Folklingen, Hans Schugmacher, Mayer zu st. Arnual und Hans der Bütel daselbst, in nachgeschriebenen Punkten erfragt, verhört und Jahrgeding gehalten worden.“
Zunächst wird die Rechtmäßigkeit der Gedinge festgestellt.
Dann werden die Gemäße der Salzverkäufer geprüft, anschließend die Maße der Wirte und die Gewichte und Ellen der Krämer und Metzger. Dann ist in einem Frage- und Antwortspiel zwischen Meier und Schöffen vom Völklinger Hof die Rede:
„Frage: Wer die Brück vor dem Schloß zwischen den zweien Mauern zu machen hab ?
Antwort: Der Folklinger Hof soll es thun.
Frage: Was der Hof für Freiheit davon hab?
Antwort: Alles was die Folklinger Hof hie kaufen zu ihrem Hausbedarf, davon sind sie keinen Zoll schuldig.“
Das Saarbrücker Schloß war von einem doppelten Mauerring umgeben. Zwischen den beiden Mauern verlief ein Graben.
Die Brücke Ober diesen Graben mußte vom Völklinger Hof unterhalten werden. Dafür brauchten die Völklinger bei der „Ausfuhr“ von Hausbedarf aus der Stadt keine Steuern zu entrichten.

1560-63:
Lambert Aldringer, Pfarrer in Völklingen (XLII. S.30)

1569/72:
Bauern des Völklinger Hofes weigerten sich dem Saarbrücker Grafen Frondienste für den Bau des Homburger Schlosses zu leisten. Insgesamt 57 Bauern (27 aus Völklingen, 12 aus Wehrden, 10 aus Fürstenhausen, 6 aus Geislautern und 2 aus Knausholz – bei Schwalbach) beteiligten sich an dem Aufstand. Schließlich mussten sie aber doch am 25. Juni 1572 dem Grafen für alle Zukunft Gehorsam schwören.

1563-75:
Mathias Eichhorn von Bitburg, Pfarrer in Völklingen. Er ist der letzte kath. Pfarrer vor Einführung der Reformation. (XLII. S. 76)

1569:
Ein Visitationsprotokoll sagt: „Fulcklingen, Patronus St. Martinus, Collator Comes de Nassau, cum app(endice) Rosle confertur per dominos de Criechingen.“
Der Kirchenpatron von Völklingen ist also St. Martin, eines der ältesten Patrozinien unseres Landes aus der Zeit der Franken. Sie liegen in der Regel an alten Straßen. (X. – S. 13)
Die Pfarrei Fulklingen mit Filiale Roßle sind zu dieser Zeit ohne Pfarrer. Roßle wird von den Herren von Criechingen bedient.

1574:
Teuerung, Hunger und Seuchen in Völklingen und Umgegend. (XLII. S. 33)

1575:
Nach der Regel „cuius regio, eius religiolt, die den Herrn über die Religion seiner Untertanen bestimmen läßt, führte Graf Philipp III. die Reformation ein, so dass alle seine Untertanen automatisch protestantisch wurden. (X. – S. 22)
Lesen Sie dazu auch in der Chronologschen Geschichte der Martinskirche.

1576:
Völklingen und Schwalbach bilden eine lutherische Pfarrei.
Erster ev. Pfarrer Kaspar Steinlein (XLII. S. 46)

1580:
Nicolas Kayser von Fölklingen wird von Saarbrücken als Bürger angenommen und wird damit Freier.

1589:
Im April liegt Juan de Caputsucco mit seinen Welschen, Italienern und Spaniern, Reitern und Fußvolk, zu Folklingen, Blittersdorf, Speichern (Spichern) und im Lehen (Herrschaft Forbach). (LII. S.45)

Die älteste Karte von Völklingen aus dem Jahre 1594 (Abfotografiert vom Heimatkundlichen Verein Warndt e.V.)
Die älteste Karte von Völklingen aus dem Jahre 1594 (Abfotografiert vom Heimatkundlichen Verein Warndt e.V.)

1604:
Zur Gründung einer Hugenottengemeinde in Ludweiler musste der Völklinger Hof ein Stück Land abtreten.

1618:
Ausbruch des 30jährigen Krieges. Anmerkung: Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) dezimierte sich die Bevölkerung der gesamten Saarbrücker Grafschaft um 84%.

1621:
Der erste bestallte Schulmeister wurde erwähnt, er ist evangelisch und die Schule in seiner Wohnung. (XLII. S.139)

1622:
Der Bannbäcker in Saarbrücken, Nickel von Völklingen, und eine Frau Anna verkaufen ihrem Schwager und Bruder Nickel Scheefern zu Volklingen und seiner Hausfrau Johannetta einen halben Acker Puff Rammel“. (22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege S.50 Anm.)

1624:
Für 1 Jahr ist Gebhard Dollier ev. Pfarrer in Völklingen.
Er war vorher Pfarrer in st. Johann. (XLII. S.48)
Erneut wird die Völklinger Gegend von einer Seuche heimgesucht. (XLII. S.53)

1625-32:
Philip Leonhard Koch von St. Johann, seit 1622 Präzeptor am dortigen Gymnasium, ev. Pfarrer in Völklingen (LII. S.39)
Erneut erw.: Johann Nickel aus Völklingen, Bannbäcker ln Saarbrücken. (LVII. S.77)

1626:
Im Verlauf des 30-jährigen Krieges werden Völklingen, das Köllertal und der Warndt von den Kratzischen Truppen belegt. Sie ziehen erst im folgenden Jahr wieder ab. (XLII. S.49)

1627:
Kaiserliche Truppen die „Kratzischen Regimenter“ nahmen in der Grafschaft Saarbrücken Quartier. Sie verlangten Geld, Dienstleistungen und Verpflegung. Hinzu kamen Ausschreitungen und Rachefeldzüge der Soldateska, da die Offiziere mit dem Grafen Ludwig verfeindet waren.

1628:
1 Pfarrer, 1 Schulmeister, 1 Meier, 68 Untertanen, 18 Witwen, 1 Vormundschaft und 5 Hirten.

Wegen der schlimmen Zeitläufte wird ein Buß- und Bettag angeordnet. (XLII. S.53)

1630:
Nur noch 12 Haushaltungen in Völklingen. (XLII. S.52) .

1631:
Das Jahr beginnt in Völklingen mit einer Betwoche „zur Abwendung von Hungersnot, Pestilenz und Krieg, damit wir anjetzo heimgesucht werden. (XLII. S.53)

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