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Die Geschichte der Stadt Völklingen

1503:
Völklingen und Umgebung wurden von einer Pestepidemie heimgesucht.

1506:
Johann von Nassau, Pfarrherr zu Völklingen und Domherr zu St. Arnual, verläßt Völklingen und Obernimmt die Pfarre st. Walfried im Bistum Metz. (XLII. S.43)

1506-20:
Johannes Fuchs von Malstatt verwaltet die Völklinger Pfarrei. (XLII. S.43)

1518:
Das Völklinger Hochgericht wird aufgehoben und dem Bereich des Oberamtes st. Johann unterstellt. (XLII. S.41)

1520-22:
Dietrich von Saarbrücken versieht die Völklinger Pfarrei. (XLII. S.43)

1522-30:
Jakob von Liesdorf, Pfarrer in Völklingen, verwaltet auch Lutera (Geislautern). (XLII. S.43)

1524:
Es gab 52 Häuser, von denen 14 leer standen. 29 Familien wohnten hier, von denen 17 Huber (Besitzer von Hof- oder Bauerngütern) waren. Außerdem 22 „auswärtige“ Familien.

1531:
Johann von Tillingen wird Pfarrer in Völklingen. Bestallung und Antwort (XLII. S.43)

1535:
Erwähnung: „Sar-Folcklingen“

1538:
Graf Johann Ludwig von Saarbrücken gibt seine Tochter Katharina dem Grafen Emich von Leiningen zur Frau. Um ihr die standesgemäße Aussteuer mitgeben zu kannen, nimmt er in Straßburg ein Darlehen von 2000 Gulden auf. Dazu muß er die Städte Sarbrucken und st. Johann und das Dorf Folklingen verkaufen samt „Gemeinden, Leuten, Zwingen, Bann und Gerichten, Geboten, Steuern, Gewerken, Ungelter, Zinsen, Gilten, Renten, Zallen, Gefällen, Felde, WeIde, Wasser, Wunn und Weide, Almenden, Äckern, Müllen, Gütern, Zehnten, Herrlichkeiten, Nutzen und Zubeharden, Hoch und Nider, Gesuchtes und Ungesuchtes. Setzt auch seine Leute, Mayer und Gericht zu Sarbrücken und St. Johann und in dem Dorf Sar-Folklingen zu rechten Mitschuldnern für Hauptsumme und Zinsen und Kosten mit ihren Leibern, allen ihren Gütern, allzusammt und Jeder für sich und alle ihre Nachkommen zu haften.“(!)
Bei Versäumung der Zinszahlung verspricht der Graf einen Edelknecht mit einem Reisigen-Knecht und zwei Reitpferden und noch acht Personen aus seinen Mitschuldnern nach Straßburg zu schicken, nämlich Gerichtspersonen. Die sollen dort in einer offenen Wirtsherberge Geiselschaft leisten „zu veilem Kauf und müßig sitzen, bis vorgedachter Zins bezahlt sein wird“. Den Wiederkauf behält der Graf sich vor.
(Manuskript eines unbekannten Autors)

1542:
Erhebung einer Türkenschatzung zur Bekämpfung eingefallener Türken.
1 Pfarrer, 1 Bruderschaft, 43 Familien mit 18 Gesinde.

Anmerkungen zur Türkenschatzung – von Herrn Paul Ganster
1542. Die Türken hatten Ungarn erobert. Um sie wieder zu vertreiben, sollte eiligst ein großes Heer aufgestellt werden. Der in Speyer versammelte Reichstag beschloß, eine allgemeine Kriegssteuer auszuschreiben. Sie war eine Steuerveranlagung zur Abwehr der Türkengefahr im Südosten des Reiches.
Diese Steuer mußten alle Untertanen des Reiches zahlen. Die Höhe der Abgaben richtete sich nach dem Vermögen. Sie war wie folgt gestaffelt:
Von je 100 Gulden Vermögen l/2 Gulden.
Wer unter 100 Gulden besaß, von je 20 Gulden 6 Kreutzer.
Untertanen unter 20 Gulden zahlten 4 Kreutzer. Knechte, Mägde und andere Diener mit weniger als 15 Gulden Lohn, von jedem Gulden einen Kreutzer.
Die Durchführung wurde in der Grafschaft Saarbrücken so gehandhabt. daß ein jeder den Wert seiner Behausung, der Felder, des Viehs usw., zuzüglich der Einnahmen an Zinsen, schätzte.Hiervon zog man Pension und Erbzinsen ab und setzte an Hand des Restvermögens die Steuer fest.

Geld in Nassau-Saarbrücken
1 Gulden = 15 Batzen
1 Batzen = 4 Kreutzer
ort = l/4 Gulden
Völklingen war in dieser Zeit ein reiches Dorf. – Nach Saarbrücken der reichste Ort der Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Gezahlt wurden 51 Gulden Türkensteuer.
In Völklingen lebten 43 Familien, 18 Gesinde und einen Brudermeister.
Als besonders wohlhabend für diese Zeit muss ein gewisser Nikolaus Geratwohl gelten, der 20 Gulden Reichssteuer zahlte. Sein Vermögen betrug somit ca. 4000 Gulden.Er war wohl Händler u.a. für Getreide.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel 1 fl (florin=Rheinischer Gulden) wert war, sei hier schon mal eine Zahl genannt.
Um 1500 kostete eine Kuh ca. 4 fl, ein Pferd ca. 10 fl.

Zwischen 1460 und 1550 lag dabei die mittlere Inflationsrate bei 2 Prozent. Nach dem 30-jährigen Krieg stürzt die Währung auf 1/10 ihres Werts.

Interessant in den Daten zur Türkenschatzung auch, dass der Pfarrer der zweitreichste Mann Völklingens war. Er hatte 2 Mägde und wurde mit 5 fl. taxiert Sein Vermögen betrug also 1000 fl.
Er war der am besten bezahlte Pfarrer der gesamten Grafschaft. Dazu kamen noch die Erträge aus dem “Wittum” = den ihm überlassnen Äcker und Wiesen.

Zu erwähnen auch noch Unbehennd, der 3 fl Türkensteuer zahlte.
Aufschlußreich ist gleich die älteste Erwähnung der Familie. In den Jahresrechnungen der Köllertaler Burg Bucherbach aus dem Jahr 1511 – 12 findet sich die Notiz: “vnbehennd vorstockvisch vnd platißen Ins huß 7 schilling 4 Pfennig”
Die nächste Erwähnung im Völklinger Jahrding von 1524 führt noch weiter: “da meynen die Vnbehenden darum sy furlüt sint mit den pfert nit zu frenen darum er die verd nit genießt als geratwol thut’!

Versuchen wir zu deuten. Die Unbehend hatten offenbar zu Anfang des 16. Jahrhunderts kaum eigenen Ackerbau, sondern Fuhrbetrieb und offenbar über weite Strecken. Unter dem Planwagen der Unbehend fanden sich viele Fässer mit Salzheringen, mit Flundern (Platysen) und mit Stockfisch, sehr wahrscheinlich aber auch mit Salz.
Schon 1524 werden. (Beiträge zur Namens- und Familiengeschichte von Völklingen von Karl Rug, Pfarrer i. R.; SFK Band I, Heft12, 1971, Seite 269 ff.)

Unbehend und Getathwohl sind die einzigen Freien, die zu dieser Zeit in Völklingen leben. Die übrige Bevölkerung besteht zu dieser Zeit aus Leibeigenen.

Der erwähnt “Bernschneider” (Beerschneider) war übrigens der Schweinekastrierer des Orts.

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