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Wehrden – Das Fischerdorf an der Saar

1267:
Auch in einer neuerlichen Bestätigung der vorstehenden Schenkung heißt es: » … usque ad bona beat i Stephani prope villam, que dicitur Werde». (L. 486)

1305:
Erwähnung: Hennekin von Werde (L. 854)

1313:
Ersterwähnung der Wehrdener Fähre. Sie bestand aus einer Ponte und einem Nachen, die Einkünfte gingen an den Grafen von Saarbrücken. Der Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen in Wehrden sowie die Tatsache, dass die gesamte Saar ohne Brücke war – die erste Saarbrücke wurde 1594 in Saarbrücken gebaut -, verliehen dieser Fähre ihre überaus große Bedeutung. Die Anlegestelle befand sich zwischen der Rosselmündung und dem ehemaligen Anwesen Trockle in der Saarstraße, auf das die Hostenbacher Straße stößt, die damalige Hauptstraße von Wehrden.

1329:
Martin von Werde unter den Zeugen einer Schlichtungsurkunde zwischen Leuten aus Badenbach und dem Kloster Wadgassen um drei Waldstücke auf Lisdorfer Bann. (L. 1187)

1346:
»Konrad von Rymelfangen (Rammelfangen) , Edelknecht, verkauft an Johann den Schultheißen von Saarbrücken und dessen Hausfrau seine Halbe, Gülten und Zinsen zu Wehrden und in dem Habe zu Folcklingen um 8 Pfund Tornes». (LII. S.14)

1354:
Eine Geleitstraße kommt von Wadgassen und führt über Hastenbach – Wehrden (Fähre) – Völklingen – nach Saarbrücken. (Siehe Völklingen 1354)

1362:
Werden wiederum die Erträge des Schiffes zu Werden erwähnt. (L. 1678)

1381:
Herr Bertrand von Hunborc (Homburg) im Besitz der Fischerei von Werde. (L. 1921)

1422:
Ein Weistum von Wadgassen beschäftigt sich mit dem Fährschiff zu Wehrden (Übertragung ins Neuhochdeutsche):
»Wenn ferner zu Werden an der Überfahrt ein Schiff gebraucht wird und gebaut werden soll, so soll der Werkmann meines Herrn (d.Sbr.Grafen) den Wadtgasser Werkmann mitnehmen und in den Spurk gehn (Wald b.Wadgassen), dort einen guten Baum suchen zu einem Schiffsmast und ihn niederwerfen. Bricht der Baum beim Fallen, oder wird er sonstwie nicht gut, so sollen sie einen andern hauen, und das so lange, biß sie einen guten Mast haben. Wenn der Mast gemacht wird, soll mein Herr ihn von Wadgassen an die Stelle bringen lassen, an der das Schiff gebaut wird. Bringt er ihn ganz hin, ist es gut. Wird er aber zerbrochen, so ist der Abt schuldig, auf seine Kosten einen anderen Mast zu schicken.
Wenn das Schiff gebaut ist, soll der Abt von Wadgassen seinen Schmied hinschicken und das Schiff an den vier Ecken beschlagen lassen. Ist es wohl beschlagen, dann mögen sie das Eisen von den Ecken des alten Schiffes abbrechen. Das alte Schiff gehört der Gemeinde. So soll der Abt das Schiff beschlagen halten.
Sollte das Fährschiff einmal abtreiben, so sollen die Fährleute ihre Werdener Nachbarn mitnehmen und dem Schiff nachlaufen. Mein Herr soll sie dann in seinem Kloster beköstigen und jedem zwei Mutschen Brot in den Schoß legen.
Benötigt man Seile, das Schiff wieder flußaufwärts zu fahren, so soll mein Herr von Wadgassen seine Seile dazu leihen. Hat er keine Seile, so soll er die Glockenseile nehmen und die dazu herleihen und die Glocken auf dem Turm läuten, bis die Seile wiederkommen.
Ferner schuldet der Abt dem Fährmann zu Werden zu st. Martins-Nacht einen Sester Wein, einen Sester Brot, zwei Paar Schuhe, ein Paar Handschuhe und einen Preßkäse. Dafür ist die Fähre verpflichtet, einen Wagen Oberzusetzen, der Wein’zum Konvent bringt. Kann der Wagen nicht genug Wein zum Konvent bringen und kommt deshalb der Spittelwagen (Wagen des Wadgasser Spitals), Wein zum Konvent zu bringen, so soll man den auch Obersetzen. Kommt der Wagen von Wadgassen herauf, so schuldet er jedem der beiden Fährleute zwei Mutschen.“ 1 Sester Wein = 15 Liter, 1 Sester Brot = Brot aus 15 Litern Getreide. Ein Mutsch scheint eine Art Weck zu sein. An anderer Stelle wird gesagt, daß ein Laib Brot etwa einem Doppelmutsch gleich geachtet werde. (W. Franz Josef Trenz, Die Prämonstratenser Abtei Wadgassen zur Zeit der französischen Herrschaft von 1766 bis zur Auflösung 1792. Averbode 1961 S. 63) Den Namen Mutzenbecker gibt es an der Saar noch heute.

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