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Wehrden – Das Fischerdorf an der Saar

1913:
Die Röchling’schen Eisenwerke Völklingen bauten in Wehrden ein Kraftwerk zur Eigenversorgung. Es war zunächst mit 6 Dampfkesseln ausgestattet, in den Jahren 1916 bis 1919 kamen 8 weitere hinzu.

1914:
Der erste Weltkrieg begann. Er beendete die schnelle Aufwärtsentwicklung Wehrdens vorerst. Die Wehrdener Schulchronik berichtet:
„Aus allen Häusern ertönen vaterländische Gesänge. Auch die eingezogenen Wehrdener ziehen, die Wacht am Rhein singend, durch die Straßen. Helle Zuversicht strahlt aus ihren Augen.“ Die Wirklichkeit sah jedoch anders aus. Bereits nach den ersten ernsthaften Gefechten kamen ganze Schiffsladungen mit verwundeten Franzosen aber auch Deutschen an der Wehrdener Schleuse an. Dort versorgte man sie zunächst notdürftig in Zelten. Danach wurden sie mit Kutschen und Autos ins Völklinger Bergmannslazarett gebracht.

1915:
Viele Soldatenfrauen stellten Unterstützungsanträge; es musste ein Heldenfriedhof für die ersten gefallenen Wehrdener Soldaten angelegt werden. Je länger der Krieg dauerte desto größer wurde die Not.
Das Brot wurde rationiert, Mehl durch Kartoffelzusatz gestreckt. Eine schlechte Kartoffelernte brachte 1916/17 den sog. „Kohlrübenwinter“.

1917:
Im April mußte die Brotration auf 170 Gramm je Kopf und Tag, die Kartoffelzuteilung auf 5 Pfund je Kopf und Woche herabgesetzt werden. Die Versorgung an Nahrungsmitteln war katastrophal.
3 Glocken müssen abgeliefert werden.

1914-1918:
Die Waldsiedlung entstand. Ein Projekt der Baugenossenschaft 04

Blick auf Wehrden 1920
Blick auf Wehrden 1920

1922:
In Wehrden lebten 6.049 Menschen.
Drei neue Glocken werden geweihnt.

1926:
6.418 Einwohner.

1933:
Die Autobuslinie Völklingen-Wehrden-Schaffhausen-Wadgassen-Differten ging in betrieb.

1935:
Wehrden zählte 6.283 Einwohner.

1936-38:
Die sog. Vogelsiedlung wurde oberhalb des Friedhofes gebaut.

1937:
Am 1. April wurden der Amtsbürgermeisterei Völklingen die Stadtrechte verliehen. Die bis dahin selbständige Gemeinde Wehrden verlor ihre Eigenständigkeit und wurde der neuen Stadt als Stadtteil eingegliedert.

1939:
Erste Evakuierung im 2. Weltkrieg.

1941:
Die ev. Gemeinde erwirbt einen stillgelegten Zechensaal am Saarstollen als Betsaal.

1942:
Nach dem ersten Bombenangriff auf das Saarland im Juli 1942 wurden überall die Flakstellungen besetzt, so auch auf dem Wehrdener Berg (Hoheberg). Die Tagesstrecken der ehemaligen Grube Geislautern wurden von der Bevölkerung als Luftschutzräume benutzt.
Es müssen erneut, dieses mal zwei, Glocken abgeliefert werden.

1944:
Am 11. Mai erfolgte ein direkter Bombenangriff auf Wehrden:
Besonders betroffen davon waren der Haller und der Bereich des Brückenkopfes. 16 Häuser wurden total zerstört und 55 Häuser schwer beschädigt. 24 Tote gab es zu beklagen. Auch der Betsaal der ev. Gemeinde wird zerstört.
Die Wehrdener Brücke wird aus strategischen Gründen gesprengt.

Blick von Völklingen nach Wehrden.
Blick von Völklingen nach Wehrden.

Der 2. Angriff war am 5. Oktober:
Es wurden gezählt: 9 Brandbomben und 2 Bombeneinschläge an der Bahnböschung. Die Dächer in Bruchwiesen-, Lorenz-, Graben-, Saar-, Schul- und Hostenbacher Straße waren alle beschädigt. Im ganzen Stadtteil waren eine große Anzahl Scheiben an Geschäften und Privathäusern zertrümmert.

Quelle: http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_luftangriffe.html
Quelle: http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_luftangriffe.html

1947:
Wehrden zählte 5.512 Einwohner.
Am 28./29. Dezember wurde mit 9,12 m (normal: 2,12m) der höchste Pegelstand der Saar bei Hochwasser gemessen. Der „Brückenkopf“, der Marktplatz und die Saarstraße waren überflutet.

1948/49:
Neubau der zerstörten Saarbrücke. Man errichtete eine Blechträgerbrücke mit aufbetonierter Fahrbahndecke. Ihre Gesamtspannweite beträgt 85,70m bei einer Breite von 11,60 m.

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