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Grube Geislautern – Die Wiege des Kohlenabbaus links der Saar

1794:
Am 15. August 1794 beklagt Savoye sich über die dienstverpflichteten Bergleute: „Der Bürger Chretien meldet mir, daß es ihm nicht gelingt, sie zur Aktivität zu bringen.“
Er kommt auf dieselbe Frage am 11. Oktober 1794 zurück: „Die Ausbeutung der Grube von Geislautern ist noch nicht in der gewünschten Qualität. Der Bürger Chretien hat melden müssen, daß er nur 13 Bergleute in Arbeit hat und daß die anderen sich hartnäckig weigern, der Dienstverpflichtung zu folgen. Soweit und solange Zeit die Bergleute außerhalb der französischen Posten sind und die Commissare der ausübenden Gewalt uns nicht zu Hilfe kommen, wird es den Unsern nicht möglich sein, die für die Hochöfen notwendigen Kohlen graben zu lassen. Die Nähe der militärischen Operationen ist die Ursache des Übels.“ (SZ 1953)

1797:
Die französische Regierung, deren Truppen seit 1793 die Grafschaft Saarbrücken besetzt hielten, erklärte die Grube und die Eisenhütte Geislauten zu Staatsdomänen.

1802:
Napoleon ordnet die Errichtung einer Berg- und Hüttenschule in Geislautern an (LVIII. S.27)

1807:
Die auf Anordnung Napolenos eingerichtete Berg- und Hüttenschule Geislautern übernahm die Grube und die Hütte.
Der Bau der Schulanlage, in Geislautern später als „Schloss“ bekannt, blieb bis 1815, als die Preußen Frankreich in der Herrschaft an der Saar ablösten, unvollendet; 1945 wurde das „Schloss“ vermutlich durch Brandstiftung zerstört.(LVIII. S.88) Als Direktor der Geislauterner Berg- und Hüttenschule wurde Jean Baptist Duhamel bestellt, der bemüht war primitiven Verhältnisse in den Gruben zu verbessern.

1815:
Durch den zweiten Pariser Frieden (20.11.1815) kam unsere Heimat an Preußen. Die Gruben und mithin auch die Grube Geislautern gelangten in den Besitz des preußischen Staats

1816:
Die Grube liegt gleich neben dem Hüttenwerk, zu dem sie gehört und baut auf drei verschiedenen Flözen von 2, 3 und 5 fuß Mächtigkeit… Das Werk ist mit 39 Mann belegt, welche jährlich 2.500 Fuder Kohlen fördern.“ (SZ 1953)

1819 – 1822:
Fahrversuche mit dem sog. „Geislauterner Dampfwagen“ durch den Geislautern beinahe berühmt geworden wäre. Diese zweite deutsche Lokomotive war für den Einsatz auf dem „Friederiken-Schienenweg“ im Frommersbachtal bestimmt, der zu der Kohleverladestelle Luisenthal führte. Da der Dampfwagen aber in Berlin konstruiert und dann in Einzelteilen an die Saar verschifft wurde, konnte er in Geislautern nicht korrekt zusammengebaut werden; es fehlte an Fachleuten und der entsprechenden Technik. Leider war der Dampfwagen dadurch nicht funktionstüchtig und wurde 1835 in seine Einzelteile zerlegt, die im freien Verkauf nur die lächerliche Summe von 335 Talern einbrachten. Die ursprünglichen Kosten lagen bei 5.132 Talern! Erst 1835 wurde dann der „Adler“ in Fürth als erste Lokomotive in deutschen Landen gefeiert.

Geislauterner Dampfwagen
Geislauterner Dampfwagen