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Fenne – Der kleinste Stadtteil Völklingens

1903:
Die Fenner Glashütte wurde stillgelegt.
Im gleichen Jahr übernahm die Dreibrunner Glasfabrik Hirsh und Hammel die Hütte und gründete die „Vereinigte Fenner Glashütte und Glasfabrik Dreibrunnen Hirsh und Hammel AG“. Nach der Fusion begann eine große Aufwärtssentwicklung.

1905:
Die preußische Grubenverwaltung kaufte den Fennerhof, um hier eine Grube zu errichten, was aber nicht realisiert wurde, weil sich in späteren Jahren der Kohleabbau auf das rechte Saarufer nach Luisenthal verlagerte. Zunächst sollte das Gelände des Hofes noch landwirtschaftlich genutzt werden, vor allem zum Futteranbau für die Grubenpferde. Doch im Laufe der Jahre wurde der industriellen Nutzung immer mehr Platz eingeräumt, so dass für einen auf Landwirtschaft ausgerichteten Betrieb bald kein Raum mehr war.
Mit dem Erwerb des Fennerhofes durch die Grubenverwaltung musste auch die Fenner Marmeladenfabrik, deren bekanntestes Produkt „Fenner Harz“ war, ihren bisherigen Standort auf dem Gelände des Hofes räumen. Der Leiter Thomas Adorff setzte den Betrieb in einem Gebäude in der Saarbrücker Straße fort. Später übernahmen Erich und Waldemar Kolb die Fabrik und stellten sie auf die Produktion von Süßwaren und Genußmittel aller Art um. In ihrer ersten Blüte beschäftigten die Lolly Werke Erich Kolb KG“ ca. 250 Leute und produzierte täglich rund 100 Zentner Süßwaren und Genußmittel wie die „Lolly gutzjer“, den „Ulli Pudding“ oder den „Fenner Harz“.

1907:
Einweihung der Eisenbahnstrecke Saarbrücken – Fürstenhausen – Großrosseln. Die Eisenbahnstrecke durch Fenne teilte den Ort seit dem 1. Juli in die „Straß“ und die „Hitt“ (Saarbrücker Straße und Hausenstraße mit Nebenstraßen).

Historische Ansicht des Bahnhof (Fenne-)Fürstenhausen © unbekannt
Historische Ansicht des Bahnhof (Fenne-)Fürstenhausen © unbekannt

1909:
Eine Fabrikfeuerwehr wurde durch die Glashütte gegründet.

1910:
Fenne zählte 1535 Einwohner.
Die Glashütte produzierte etwa 3.000.000 kg Hohl- und Preßglas im Jahr.

1914:
Im April wurde die erste ev. Schulklasse eingerichtet.

1918:
In einem Schuppen in der Saarbrücker Straße wurde am 27. Oktober eine kath. Notkirche eingeweiht. Sie wird zur eigenständigen Viktarie erhoben.

1922:
Neben der bestehenden Volksschule wurden zu Ostern französische Klassen eingerichtet. Sie war zuerst in der Kantine der Glashütte untergebracht, bis die neue Grubenschule im Jahr 1925 an der Ecke „Saarbrücker Straße“ und „Straße am Kraftwerk“ erbaut wurde.

1923:
Am 1. November erhob die bischöfliche Behörde Trier die Vikarie Fenne zur eigenen Pfarrei unter Pastor Alois Martin.

1926:
Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Kraftwerk Fenne in Betrieb genommen. Der Kraftwerksteil I verfügte über 8 Kessel mit je 24t/h Dampfleistung und je 4 Wanderroste. Der Betriebsdruck betrug 20 bar.

1928:
Die katholische Kirche „St. Antonius“ in der Saarbrücker Straße wurde eingeweiht. 1965 mußte sie leider dem Bau der Autobahn weichen.

Die alte Sankt Antonius-Kirche in Fenne stand an der Saarbrücker Straße (Archiv)
Die alte Sankt Antonius-Kirche in Fenne stand an der Saarbrücker Straße (Archiv)

1935:
Mit der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich wechselte die Fenner Glashütte erneut den Besitzer. Die bisherigen Inhaber mußten aus politischen Gründen – sie waren Juden – ihren Betrieb aufgeben und das Saarland verlassen. Die neugegründete Saarglas AG, deren Hauptaktionäre die Röchlingwerke waren, übernahm die Verwaltung der Hütte und verpflichtete sich mit 500 Mitarbeitern fünf Jahre lang, trotz Wirtschaftlicher Schwierigkeiten, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Man stellte weiterhin alle Wirtschaftsartikel in Preß- und Hohlglas her, vor allem Konservengläser. Trotz aller Bemühungen seitens der Röchlingwerke blieb die Fenner Hütte in den nächsten Jahren en Zuschussbetreib, kam doch der bisherige Export nach Frankreisch restlos zum Erliegen. Auch fasst alle anderen Hohlglasbetriebe im Saarland mussten ihre Hütten damals stilllegen.

Fenne 1936
Fenne 1936

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