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Kolumne: Völklinger Ordnungsamt kein Fan von Sauberkeit?

von Andreas Hell

#Völklingen. Was eine saubere Stadt ist, das habe ich in meinem gerade vergangenen Urlaub in Thüringen und Sachsen wieder einmal gesehen: Man sieht kaum einen Schnipsel auf den Wegen, Zigarettenreste sind eher die Ausnahme und Hundehaufen sah ich in fünf Tagen vielleicht vier. In unseren Breiten undenkbar!


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Doch warum gibt es innerhalb der Bundesrepublik solch große Unterschiede? Warum ist es in Völklingen so schmutzig? Man macht sich Gedanken, wenn man so etwas wahrnimmt und gleichzeitig bei den Kollegen liest, dass Anträge die die Sauberkeit der Stadt Völklingen verbessern sollen laut Rathaus keine Relevanz haben!

Warum ist es so schmutzig?

Zunächst zum „Warum?“: Wie so vieles ist auch das Thema Schmutz in Völklingen eng mit der Geschichte des heutigen Weltkulturerbes verbunden. Unsere Stadt ist eine ehemalige Industriestadt. Im vergangenen Jahrhundert war in Völklingen noch nicht einmal an eine bunt gestrichene Fassade zu denken, Neubauten waren schon grau, bevor der letzte Ziegel auf dem Dach verlegt worden war. Durch diese Belastung von Sinterstaub und anderen Abgasen war es einfach notwendig täglich vor der eigenen Haustüre zu kehren, wollte man nicht im Schmutz untergehen. Papierschnipsel und Kippen hatten deswegen einfach keine Chance und auf den Schoßhund den man heute hält kam man erst in den letzten Jahrzehnten – und wer doch schon einen hatte, der ging mit ihm in den Wald – Häufchen auf städtischen Gehwegen waren deswegen auch eher eine Seltenheit.

Heute ist alles anders: Der emissionsreiche Teil der Hütte hat seit 1986 seine Produktion eingestellt – Sinterstaub gibt es also keinen mehr. Trotz einer städtischen Satzung, die dies eigentlich vorschreibt, kehren nur noch die wenigsten vor ihrer Haustüre, der fallengelassene Müll bleibt liegen und wo Schmutz ist kommt bekanntlich immer mehr dazu. Völklingen geriet in einen Teufelskreis, aus dem die Stadt sich nur noch mit der Brechstange befreien kann.

Sünder müssen bestraft werden, nur wie?

Wie kann man Schmutzsündern das Handwerk legen? Mit dem Thema hat sich die CDU in den vergangenen Wochen auf Grund zahlreicher Bürgerbeschwerden in Sachen Müll, Schmutz und Ratten nun endlich intensiver befasst und hat festgestellt, dass es in unsem Ortsrecht zwar einige Ausführungen gibt was die Bürgerinnen und Bürger zu beachten haben, doch Strafen, die festlegen was passiert wenn man sich nicht daran hält? Darüber gibt es in unserem Ortsrecht keine genaueren Angaben. Promt stellte die CDU einen Antrag, um das Regelwerk entsprechend zu ergänzen – so zusagen eine „Preisliste für Vergehen“ muss in den Augen der Fraktion her. Das Ziel ist den Ordnungsbeamten der Stadt Völklingen damit eine für jeden offensichtliche und offizielle Regelung an die Hand zu geben, welche Strafe für welches Vergehen fällig ist.

Sauberkeit ist offensichtlich kein Schwerpunkt Thema des Ordnungsamtes

Neben diesem Antrag der CDU, der vom Pressesprecher der Stadt gegenüber den SZ-Kollegen kurz zusammengefasst als unnötig bezeichnet wird…. Zitat aus der Saarbrücker Zeitung:

>Sie (*gemeint ist die Ortspolizeibehörde, Anm.) brauche keine weiteren Vorgaben und verwende „ihre wertvolle Zeit auch nicht auf das Ausarbeiten von Bußgeldkatalogen ohne rechtliche und praktische Relevanz“, so Grieger.<

… hat die CDU auch einen Rundgang zu Problemstellen veranstaltet. Der Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) beauftragte hier seinen obersten Ordnungsbeamten am Rundgang teilzunehmen, anwesend war er jedoch nicht um sich die Bürgerklagen, die auch ihn persönlich trafen(!), anzuhören und dazu Stellung zu beziehen. Dieses Verhalten ist bezeichnend!

Überfordert? Oder einfach nur keine Lust?

Diese beiden offensichtlichen Verweigerungen sich auch nur mit dem Thema Sauberkeit auseinanderzusetzen macht eigentlich nur diese Folgerungen möglich: Entweder werden die Beamten dem verbreiteten Klischee gerecht und es ist für sie einfach nur gemütlicher Parksündern Protokolle an den Scheibenwischer zu klemmen und Blitzer-Fotos auszuwerten als sich direkt mit Menschen auseinanderzusetzen die sich nicht korrekt verhalten. Oder aber das Amt ist einfach absolut unterbesetzt und folglich mit der Aufgabenvielfalt überfordert!
Beantworten möchte ich an dieser Stelle diese Frage nicht, das wäre unfair, den Mitarbeitern der Ortspolizeibehörde pauschal Unwillen zu unterstellen, dazu fehlt mir der Einblick in die Strukturen und Arbeitsweisen der Behörde. Doch fest steht: Wenn zu wenig Personal da ist, dann muss schnellstmöglich welches her! Dem stünden auch die Fraktionsmitglieder der SPD nicht unbedingt im Wege, wenn man ihre Aussagen zu unserer Wochenfrage zum Thema Sauberkeit glauben schenkt.

Probleme der Stadt an der Wurzel packen!

Würde unsere Stadt ein gepflegtes Äußeres tragen, so wäre sie einen großen Teil ihrer Probleme los. Dennoch macht es keinen Sinn einfach nur einen Sauberkeitstrupp, bewaffnet mit Besen, Mülleimer und Co los zu schicken, der die Stadt von vorn bis hinten täglich säubert und damit den „Dreckspatzen“ hinterher räumt, denn das Sauberkeitsproblem hat eine stark verzweigte Wurzel die man anpacken muss! Zum einen wären da die jenigen, die einfach alles fallenlassen, andere Städte machen es vor: Kippe wegwerfen? 50,- Euro! Hundehaufen? Mindestens 45,- Euro! Auf dem Spielplatz kostet das gleiche Häufchen 200,- Euro! Kaugummi? 40,- Euro! (….)
Zum Anderen gehören auch die Hausbesitzer dazu: Also in der Poststraße kehren definitiv nicht alle Regelmäßig, obwohl jeder dazu verpflichtet wäre dies zu tun (siehe „Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze in der Mittelstadt Völklingen vom 12.12.2013)! Auch ist nicht wirklich sichergestellt, dass jedes Haus über genügend Müllgefäße verfügt, so ein Ergebnis des Sauberkeitsrundgangs.
Klar müssen die Sünder erst einmal ertappt und Missstände aufgedeckt werden, doch wie will man in Völklingen Sünder ertappen, wenn man es erst gar nicht versucht? Oder hat Sie, liebe Leserinnen und Leser, Hand aufs Herz, ein Ordnungsbeamter der Stadt einmal darauf hingewiesen, dass Sie etwas fallen gelassen haben und den Quittungsblock gezückt? Also mir ist kein solcher Fall bekannt… wobei mir in der Regel in unserer Stadt alle 50 Meter jemand auffällt den man zumindest ermahnen könnte, nur Falschparkern wird – so ein Kommentar bei Facebook – „praktisch im Gebüsch schon aufgelauert“.

Eigentlich sind es Selbstverständlichkeiten

Eigentlich ist es doch Selbstverständlich, dass man seinen Müll nicht auf die Straße wirft. Eigentlich weiß jeder, dass es angebracht ist regelmäßig vor seiner eigenen Türe zu kehren. Und auch alle anderen Selbstverständlichkeiten sind eigentlich jedem von uns bewusst, doch wenn sich eine Vielzahl daran nicht zu halten weiß, dann muss man leider nachhelfen! Ich bin kein Befürworter von übermäßigen Kontrollen, jeder sollte eigentlich wissen was sich gehört und was nicht, doch in Völklingen ist es ausgeufert!
Mein Appell: Das Ordnungsamt muss zumindest temporär verstärkt werden und diese Problematik anpacken, nur so kann das Problem mit samt der Wurzel angepackt werden. Doch bleiben wir realistisch: Gänzlich ziehen wird man die Wurzel dennoch nie – doch alleine das Verbesserungspotenzial macht die Verstärkung notwendig!

2 Gedanken zu „Kolumne: Völklinger Ordnungsamt kein Fan von Sauberkeit?

  • 29. August 2016 um 9:18
    Permalink

    Lustig… das Bild war vor unserem Ladengeschäft mit unserer Pappe… Diese Situation entstand auch nur, weil der Entsorgungsdienst, die Tonnen nicht abgefahren hat, weil in den Tonnen der Mietpartei über unserem Geschäft nicht geleert wurden.
    Grund war, das Lebensmittel in den Tonnen entsorgt wurden.

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