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Überraschung bei der Bürgermeisterwahl: Christof Sellen wird Bürgermeister der Mittelstadt Völklingen

#Völklingen. Es ist eine Überraschung: Wieder hat sich ein Kandidat der CDU trotz einer Minderheit im Stadtrat gegen den SPD-Kandidaten durchgesetzt: Christof Sellen wird Nachfolger von Amtsinhaber Wolfgang Bintz (CDU).

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Überraschung nach der Stichwahl

Als die Stimmen ausgezählt waren staunten die Anwesenden nicht schlecht: Wieder konnte sich ein Kandidat der CDU gegen einen der SPD durchsetzen! Die CDU stellt im Stadtrat der Mittelstadt Völklingen 16 Ratsmitglieder, eines weniger als die SPD.
Sellen benötigte zur Wahl mindestens 23 der 45 Stimmen des Völklinger Rates. Geht man davon aus, dass Sellen auf die 16 Stimmen der CDU zählen konnte, musste er auf weitere 7 Stimmen aus den anderen Fraktionen hoffen – eine keineswegs unberechtigte Hoffnung: Neben den 17-Stimmen der SPD und 16 der CDU stellen die Linken fünf, die Grünen und die AfD jeweils zwei, sowie FDP, Freie Wähler und ein parteiloses Ratsmitglied jeweils eine Stimme.

Christof Sellen wird neuer Bürgermeister der Stadt Völklingen (Foto: Privat)
Christof Sellen wird neuer Bürgermeister der Stadt Völklingen (Foto: Privat)

Da die Wahl des Bürgermeisters geheim stattfinden muss, kann nicht sicher geklärt werden woher die nötigen Stimmen für Sellen kamen. Anders als bei der Bürgermeisterwahl 2008, bei der Jochen Dahm(†) durch den Zweifraktionen-Stadtrat trotz Stimmenminderheit seiner Partei zum Bürgermeister gewählt wurde, könnte Sellen die Stimmen anderer Fraktionen und Einzelmitglieder des Stadtrates für sich gewonnen haben und sich so gegen eine Knappe rot-rote Minderheit aus zusammen 22 Ratsmitgliedern durchgesetzt haben.

Sellen gewinnt schon den ersten Wahlgang

Es standen sechs Bewerber zur Wahl. Die Stadträte votierten beim ersten Wahlgang bereits mit 19 Stimmen, also dreien mehr als die eigene CDU-Fraktion hat, für Sellen. Roskothen kommt auf 17 Stimmen, exakt jene der SPD-Fraktion. Stephan Tautz kann drei Ratsmitglieder für sich gewinnen, da er als einzigster Kandidat ohne Unterstützung einer Partei überhaupt Stimmen bekam ist ein Achtungserfolg. Sechs Stimmen hingegen bekam Stefan Wagner, zwar auch parteilos wird er von den Linken unterstützt. Bärbel Reez und Stefan Peter gingen als weitere parteilose Kandidaten leer aus.
Da niemand die notwendige, absolute Mehrheit von 23 Stimmen erreichte, ging es in die Stichwahl zwischen Sellen und Roskothen.

Christof Sellen überzeugte wohl die kleineren Fraktionen

Beim zweiten Wahlgang fiel die Entscheidung: 25 Stadtverordnete votierten für Sellen, der somit die Stichwahl gegen Erik Roskothen (20 Stimmen) überraschend deutlich gewinnen konnte. Interessant wird die nähere Betrachtung. Da das Votum in einer geheimen Wahl stattfinden muss, ist dies nur eine redaktionelle Einschätzung:

Neben den 17 Stimmen der SPD konnte Roskothen nur noch drei weitere Stimmen für sich gewinnen. Darunter bleiben also maximal drei Stimmen der Linken-Fraktion (5 Stimmen) oder aber beide Stimmen der Grünen und nur eine der Linken. Eines steht fest: Rot-Rot-Grün war sich bei dieser Wahl nicht einig. Alle anderen Stadträte haben wohl im zweiten Wahlgang für Sellen gestimmt. Ein interessantes Detail ist übrigens auch, dass der Parteiwechsel von Sandra Bollinger-Drudi auf das Ergebnis keine nachhaltige Auswirkung hatte: Christof Sellen wäre der Wahlsieg durch diese eine Stimme nicht zu nehmen gewesen.

Red.

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