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Nepper, Schlepper und Bauernfänger: Polizei warnt vor Betrugsmaschen

#Völklingen/#Saarland. Mal ist es der in Armut geratene, angeblich unbekannte Enkel. Andere „Enkel“ hatten angeblich einen Unfall und lägen im Krankenhaus. Oder es ist kein Benzin mehr im Tank, doch der zufällig mitgeführte Goldschmuck ist ja so wertvoll. Manchmal steht aber auch ein vermeintlicher Polizist vor Ihnen, der garkeiner ist! Oder die Markenhandtasche aus dem Internet für nur 25 Euro, die nie ankommt oder sich als billigste Fälschung entpuppt. All das Verursachen Nepper, Schlepper und Bauernfänger, vor deren Maschen die Polizei immer wieder warnt.

Gefühle werden gerne missbraucht

Betrugsfälle können auch über Monate hinweg nicht auffallen, gerade dann wenn dem Opfer die Liebe vorgegaukelt wird: Der neue Partner gerät plötzlich in Geldnot oder lässt sich einfach so aushalten, lässt sich alles finanzieren. Oder aber der Urlaubsflirt gerät zum finanziellen Alptraum – alles Spielchen, die eigentlich keinem neu sein sollten. Fest steht: Gaunern können aus einem großen Repertoir bekannter Maschen wählen, doch auch für neue Maschen geht ihnen selten die Fantasie aus.

Anzahl der Betrugsfälle steigt – auch im im Raum Völklingen

Das Internet bietet einen ganz neuen Raum für neue Betrugsmaschen, gerade hier steigt die Zahl der Betrügereien enorm. Aber auch der altbekannte „Enkeltrick“ sei laut einem Bericht der Saarbrücker Zeitung nach wie vor eine beliebter werdende Masche. „Der Straftatbestand Betrug ist stetig am Steigen“, berichtet der Leiter der Polizei Völklingen, Michael Zapp, der „SZ“.

2016: 600 Strafanzeigen nur in Völklingen!

Nur in der Polizeiinspektion Völklingen seien 2016 etwa 600 Strafanzeigen in Sachen Betrug gestellt worden. Dabei sei die Aufklärungsquote sehr gering, berichtete Rüdiger Dilschneider in der Tageszeitung und setzt auf Vorbeugung: Ein gesundes Misstrauen schade also nie! Um Vorzubeugen setzt die Polizei dabei immer wieder auf Warnungen, taucht eine Masche in der Umgebung auf wird beispielsweise schnell eine Warnung an die Medien abgesetzt. So beispielsweise im Juli vergangenen Jahres, als die Polizei 15 Betrugsversuche, davon einen erfolgreichen im Raum Saarbrücken/Neunkirchen erfasste.

Gauner setzen sogar Callcenter ein

Gerade der Enkeltrick sei beliebt, waren es 2016 im Land 300 Fälle, rechnet man mit stark steigenden Zahlen für 2017 – von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Die Masche sei zwar bekannt, doch immer wieder lassen sich gerade ältere Menschen von den Betrügern bequatschen. Ziel ist es irgendwie an das Bargeld der Menschen zu kommen, die systematisch aus dem Telefonbuch ausgewählt und angerufen werden. Nicht selten, so berichten es die Polizisten, kämen dabei die Anrufe sogar aus Callcentern aus dem Ausland. Erkenne der angerufene die Stimme am Telefon nicht, so sei der anrufende „Enkel“ nur erkältet, in anderen Fällen würde im Auftrag des Verwandten angerufen.

Betrüger am Telefon! (Symbolfoto: Hell)
Betrüger am Telefon! (Symbolfoto: Hell)

Das richtige Verhalten bei verdächtigen Anrufen

Doch was soll man tun, wenn man meint gerade von einem solchen Betrüger angerufen zu werden? Seien sie gegenüber Anrufern, die sich ohne Namensnennung als Verwandtschaft oder auch gute Bekannte ausgeben, eine Notlage schildern und um finanzielle Unterstützung bitten, immer misstrauisch. Legen Sie den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. Vergewissern Sie sich immer, ob der Anrufer auch tatsächlich Ihr Verwandter ist – was kann ein Fremder sicher nicht beantworten? Stellen Sie solche Fragen – oder besser: Sagen Sie, sie rufen gleich zurück – nicht auf einer Nummer die Sie sich geben kassen, sondern einer Ihnen bereits bekannten Nummer – so können Sie sich bei Ihrem echten Enkel rückversichern. Geben Sie dabei keine Details zu Ihren familiären Verhältnissen preis! Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt, notieren Sie wenn möglich immer die Nummer des Anrufers!

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Manche Betrüger nutzten hier die Masche, nur kleine Beträge abzubuchen, da dies nicht so auffällt! Quelle: www.polizei-beratung.de
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Manche Betrüger nutzten hier die Masche, nur kleine Beträge abzubuchen, da dies nicht so auffällt! Quelle: www.polizei-beratung.de

Vorsicht ist auch im Internet geboten

Auch im Internet sind die Maschen vielseitig, gerade hier gibt es immer wieder neue! Die Polizei weiß von vielen kreativen Betrugsmaschen zu berichten, Susanne Hell berichtet in der „SZ“: „Eine Frau hatte übers Netz einen Nebenjob gesucht, sollte ein Paket für jemanden annehmen.“ – Das Paket kam, der Auftraggeber kam es abholen – es folgte allerdings auch die Rechnung.
Auch Schnäppchenjägern werden einige Fallen gestellt, Schnäppchen wie die teure Markenhandtasche für einen Bruchteil des Normalpreises? – Wer da keinen Verdacht schöpft ist wirklich ziemlich naiv. Aber auch Gewinnspiele oder auch Emails von Ihrer Hausbank sind mit Vorsicht zu geniesen, mal ehrlich: Haben Sie jemans von Ihrer Bank eine finanzielle Nachforderung oder aber eine Bitte zum Datenabgleich per Email erhalten? Der Autor jedenfalls nicht.

Weitere Informationen zum Thema Betrug erhalten Sie auf den Internetseiten der Polizeilichen Kriminalitätsprävention. Hier erhalten Sie weitere Verhaltenstipps und Ratschläge wie Sie es vermeinden können Opfer von Betrügern zu werden: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

Red.