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Nach 18 Jahren: Lidl-Pläne sorgen wieder für kritische Stimmen

#Völklingen. Es ist nun gut 18 Jahre her, als Lidl im Alten Brühl eine Filiale errichten wollte und mit diesen Plänen am Protest Völklinger Bürger scheiterte. Nun treffen neue Pläne des Discounters auf Kritik.

Vor rund 18 Jahren begann der Discounter im Alten Brühl zu bauen, bis die Baggerschaufel plötzlich Mauerreste und Knochen freilegte: Die über 70 Jahre vergessene Martinskirche wurde den Völklingern schlagartig in Erinnerung gerufen: Schnell gründete sich eine Bürgerinitiative, die für gehörigen Gegenwind sorgte.
Damals zeigte sich das Unternehmen gesprächsbereit: Der Discounter bot außerhalb der ansonsten von Standardbauten geprägten Unternehmens-Architektur eine Sonderlösung an, zeichnete Pläne um – gar ein Glasboden wurde vorgeschlagen, um den Kunden den Blick auf die Vöklinger Geschichte zu ermöglichen. Letztendlich gab Lidl den geplanten Standort doch auf und veräußerte das Grundstück zurück an die Stadt Völklingen, die allerdings auch die bisher entstandenen Kosten tragen musste: 2500 Unterschriften von potenziellen Kunden aus der Sicht des Disconuters und potenzieller Wähler aus Politiker-Sicht waren zu viel um das Vorhaben fort zu setzen.


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Aktuelle Umzugspläne stoßen auf Gegenwind

Fast zwei Jahrzehnte später schlagen neue Pläne an anderer Stelle erneut Wellen, hier geht es zwar nicht um die Geschichte unserer Stadt, dafür um eine von einem gemeinnützigen Verein genutzte Grünfläche: Lidl möchte am Sonnenhügel auf ein anderes Grundstück umziehen und neu bauen – fast genau auf die gegenüberliegende Straßenseite. Doch hier liegt eine große Grünfläche, genutzt durch den Völklinger Reit- und Fahrverein. Und was passiert mit dem entstehenden Leerstand in der alten Filiale? Fragen die sich der Völklinger Ortsrat stellte.
Planung des Unternehmens: Auf Grund eines überarbeiteten Sortiment und des entstehenden Platzbedarfs muss die Lidl-Filiale wachsen. Doch dies sei bei der aktuellen Immobilie nicht möglich, so Projektmanager Rainer Koppers, der beim Ortsrat die Planung vorstellte. Für einen Neubau hat sich das Unternehmen eine Verkaufsfläche von 1450 Quadratmeten vorgenommen, verwirklichen will man dies auf dem Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite: Der aktuelle Standort laufe gut, so der Koppers, doch die Einschränkungen machen eben einen Neubau nötig. Für einen Neubau wiederum ist eine Änderung des Völklinger Bebauungsplans nötig.

Ortsrat einstimmig: „So schonmal nicht!“

Der Völklinger Ortsrat ist sich einig: „So schonmal nicht!“. Einstimmig wurde der Antrag der für Lidl tätigen Gesellschaft „HDZ“ zurückgewiesen. Neben einer fehlenden Einigung mit dem Reitverein, der viele Kinder und Jugendliche betreut und auf den Anlagen 25 Pferde halte, sieht der Rat den entstehenden Leerstand als kritisch. Man habe zwar mit einem Pflegeunternehmen eine potenzielle Nachnutzung, versuchte Koppers zu beruighen, auch den Reitverein wolle man nicht beschneiden, doch das reicht dem Ortsrat nicht.
Doch der Ortsrat hat nicht das letzte Wort, der Stadtrat bestimmt über den Bebauungsplan.

Abteilung Landesplanung im Innenministerium lehnte Planung (bisher) auch ab

Ludwin Scherer, als Vertreter der Stadtplanung im Rathaus, erinnerte daran, dass die Abteilung Landesplanung im Innenministerium bereits Nein zu dem Vorhaben gesagt habe. Doch Koppers zeigte sich zuversichtlich diese Haltung noch umstimmen zu können: „Man muss halt kämpfen.“

Drohung oder Ansage?

Koppers warnt vor einem „Nein“:„Wenn in den nächsten fünf, sechs Jahren Lidl alle Filialen umgestellt haben, dann machen die am Sonnenhügel zu, und die Leute müssen nach Püttlingen fahren.“ Dort will sich aktuell Aldi am Ortsrand Richtung Völklingen ansiedeln. Nun liegt es am Stadtrat zu erkennen ob diese Worte als Drohung, oder klare Ansage zu verstehen sind: Am Donnerstag, 26. Januar, setzt dieser sich mit dem Thema auseinander. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Großen Saal des Neuen Rathauses.

3 Gedanken zu „Nach 18 Jahren: Lidl-Pläne sorgen wieder für kritische Stimmen

  • 20. Januar 2017 um 10:06
    Permalink

    Meine persönliche Meinung:
    Lidl wird einen Standort, mit dem man zufrieden ist (so ja Koppers), nicht freiwillig verlassen und einem Wettbewerber kampflos überlassen. Das widerspricht jedem Unternehmerischendenkansatz.
    Völklingens Volksvertreter sollen sich durch diese Drohgebärden nicht einschüchtern lassen, sondern konzequent bleiben. Politische überlegungen wie „mit welcher Entscheidung finde ich bei der nächsten Wahl mehr Stimmen?“ sollte dem „Denken an das Ganze“ weichen. Auch wenn es eine Randlage betrifft: Völklingen kommt nur auf die Beine, wenn die Weichen langfristig gestellt werden. Das „Fähnchen im Wind“ ist langfristig ein Schuss in den eigenen Fuß.
    Andreas Hell

    Antwort
  • 20. Januar 2017 um 10:10
    Permalink

    ich will nur kurz darauf hinweisen,dass es sich bei den angegebenen 1450qm nicht um die Grundstuecksgroesse,sondern um die Verkaufsflaeche handelt.

    Antwort
    • 20. Januar 2017 um 10:20
      Permalink

      Das ist korrekt und wurde entsprechend korrigiert! – Danke!

      Antwort

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