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Meeresfisch von der Saar

#Völklingen/#Fürstenhausen. Seit gestern sind sie erhältlich, Dorade und Wolfsbarsche aus der Völklinger Meeresfischzucht. Der Verkauf sollte erst um zehn Uhr beginnen, die ersten Fischesser griffen allerdings schon um 9:25 zu und gingen zufrieden mit vollgepackten Taschen vom Hof des Fischzuchtgeländes.

Frischen Fisch gibt es in Völklingen ab Werk
Frischen Fisch gibt es in Völklingen nun ab Werk

Offiziell geht es um zehn Uhr los: Die erste Generation Völklinger Meeresfisch geht in den Verkauf, Wolfsbarsch und Dorade aus Völklinger Aquakultur. Um 9.25 Uhr griff als erster Kunde der Fürstenhausener Rentner Georg Zobel zu, der ehemalige Kfz-Mechaniker verfolgte die Entwicklung wenige Meter außerhalb seines Heimatortes von Beginn an mit großem Interesse. Er wünscht den Betreibern viel Erfolg und stellte fest, dass der Völklinger Fisch zwar etwas teurer sei, aber frischer wohl nicht sein kann.


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Unter den ersten Kunden ist auch Meinrad Maria Grewenig
Unter den ersten Kunden ist auch Meinrad Maria Grewenig (hinten rechts im Bild)

Heike Reichert, in Fürstenhausen aus der Bäckerei Hawner bekannt, und ihre Kollegen hatten viel zu tun. Der bereits ausgenommene, aber ansonsten unbearbeitete Fisch ging gut über die Theke. Stadtwerke- und Fischzucht-Chef Jochen Dahm war sichtlich zufrieden: „Um zehn Uhr sollte es losgehen!“, antwortete er sichtlich zufrieden um 9:45 auf die Frage ob er mit der Kundenzahl zufrieden sei. Auch der als Berater engagierte Völklinger Kaufmann Hans Agostini zeigte sich zufrieden.

Und die Kunden? Die kommen nach und nach, keine Massen auf einmal – aber dennoch ist immer eine Warteschlange vor dem Verkaufswagen zu verzeichnen. Darunter der als Feinschmecker bekannte Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte und der ehemalige saarländische SPD-Politiker Friedel Läpple. Zwei Kundengruppen konnte man ausmachen: Die, die sowieso gerne Fisch essen und kaufen. Die andere wollte den Völklinger Betrieb testen und dadurch vielleicht auf den Geschmack kommen.

Unter den Kunden waren, neben zahlreichen Befürwortern, auch Kritiker. Der Geschäftsführer der Firma Agintec, einem Homburger Wettbewerber der Völklinger Meeresfischzucht, Heribert Reinhardt warf den Völklingern vor, die noch vor wenigen Wochen zum Deutschen Innovationspreis nominierte Technik der Firma Neomar GmbH sei entgegen der Behauptung nichts Besonderes und auch nicht dazu geeignet die Investitionen wieder einzunehmen. Damit stößt er ins selbe Horn wie vor wenigen Tagen der Steuerzahlerbund, der die Meeresfischzucht als Negativ-Beispiel verschleuderter kommunaler Gelder nennt.

Geschäftsführer Jochen Dahm bezeichnet den „bisschen später als gedacht“ gestarteten Verkauf des Völklinger Fischs nicht als Genugtuung, es sei ein „ganz normaler Ablauf“, dass man nun soweit ist Fisch zu verkaufen. Bald soll auch der Verkauf an die Edeka-Gruppe los gehen. Als ein Kunde Dahm darauf anspricht, er sei gespannt wie der Fisch schmecken werde und mit einem saarländischem „wehe wenn nit!“ drohte, entgegnete Dahm lässig: „Wenn Sie ihn gut zubereiten, dann schmeckt er auch!“, worauf hin beide lachten.

Am heutigen Donnerstag kann man zwischen 10 und 17 Uhr frischen, saarländischen Meeresfisch an der Zuchtanlage in Fürstenhausen erstehen, am Ostersamstag ist der Verkauf von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Der Kilopreis beträgt bei den Doraden 18,50 Euro, und bei den Wolfsbarschen 19,50 Euro.
Für Ihr Navigationsgerät: Die Fischzuchtanlage liegt an der Landstraße 163 Richtung Velsen, Adresse: Völklingen, August-Clüsserath-Weg 2

Rückblick:

  • 2009: Spatenstich mit der Ankündigung 2011 an den Markt zu gehen – die Beteiligung der Völklinger Stadtwerke beträgt 90%, der Rest der IFFT aus Bergisch-Gladbach.
  • 2010: Baustopp wegen einer Finanzierungslücke, die Verträge zwischen Stadtwerke und IFFT werden von beiden Seiten gekündigt: Die IFFT geht in Insolvenz
  • 2011: Die Stadtwerke ist nun Generalunternehmer, private Investoren werden gesucht
  • 2012: Fertigstellung der Halle
  • 2013: Erster Besatz – Kosten: 21 Millionen (+8 Millionen gegen Plan)
  • 2014: Drei Jahre nach dem geplanten Start wird der erste Fisch verkauft. Eine Schlachthalle fehlt noch, aktuell wird in einer Containerlösung geschlachtet.

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