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Gillo fordert mehr Sprachkurse für arbeitsuchende Flüchtlinge: Teilweise monatelange Wartezeiten auf berufsbezogene Deutschförderung

#Regionalverband_Saarbrücken. „Es wird immer schwieriger, die große Nachfrage nach Sprachkursen für Einwanderer in angemessener Zeit zu bedienen. Während es bei den klassischen Integrationskursen derzeit schon Wartezeiten von einigen Wochen gibt, müssen wir diejenigen, die berufsbezogene Sprachkurse machen möchten, monatelang vertrösten“, stellt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo fest. Grund sei, dass die finanziellen Mittel für die aus dem Europäischen Sozialfonds der EU finanzierten Sprachkurse „Deutsch für den Beruf“ erheblich zurückgefahren wurden.


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Diese Sprachkurse werden von der Diakonie, den Volkshochschulen des Regionalverbandes und der Stadt Völklingen sowie dem bfw – Unternehmen für Bildung Saarbrücken durchgeführt. Im vergangenen Jahr haben rund 250 Menschen einen solchen Kurs besucht, rund drei Viertel von ihnen bezogen Hartz IV-Leistungen. Nach Angaben des Diakonischen Werks konnten 40 Prozent der Teilnehmer ein Studium und weitere 33 Prozent eine berufliche Ausbildung in ihrem Heimatland vorweisen. Für 2015 stehen bereits jetzt 150 Anmeldungen auf der Warteliste. Aufgrund der gekürzten Finanzmittel können in diesem Jahr insgesamt aber nur vier Kurse mit zusammen 80 Plätzen angeboten werden.

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Peter Gillo: „Die Flüchtlinge sind in der Regel hoch motiviert und wollen gerne bei uns arbeiten. Viele sind zudem auch noch gut ausgebildet. Allein die deutsche Sprache ist noch ein Hemmnis bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Wir können nicht gleichzeitig einen Fachkräftemangel beklagen, von Willkommenskultur reden, und dann die Sprachförderung dieser Menschen auf die lange Bank schieben.“

Auch bei den sogenannten Integrationskursen zeichnen sich Engpässe ab, allerdings aus anderen Gründen: Aufgrund der hohen Nachfrage haben Diakonie und vhs derzeit Probleme, überhaupt genügend Dozentinnen und Dozenten zu finden, die über die entsprechende Zulassung verfügen. Allein die Diakonie hat aktuell 23 Integrationskurse gleichzeitig laufen. Im vergangenen Jahr haben 840 Einwanderer die Integrationskurse der Diakonie und der Volkshochschule des Regionalverbandes besucht. Über 80 Prozent von ihnen waren im Hartz IV-Bezug, jeder Vierte Teilnehmer kam aus Syrien. Lediglich 8 Prozent hatten keinen Schulabschluss.

Peter Gillo abschließend: „Die deutsche Sprache ist der wichtigste Schlüssel für die Neuankömmlinge, um in unserer Gesellschaft weiter zu kommen. Jede Woche, die ein bei uns Schutz suchender Mensch auf einen Sprachkurs warten muss, ist eine verlorene Woche – für ihn und für unsere Gesellschaft. Dass uns in dieser Situation die Finanzierung deutlich gekürzt wird, kann ich nicht verstehen.“

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