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Es war einmal ein Völklinger Kaufhaus – Teil 7 : Als Kind war der Kaufhof riesig!

#Völklingen. Anlässlich des lang ersehnten Abrisses des Völklinger Kaufhof-Gebäudes und seiner Umgebung haben wir eine Reihe gestartet. Begleitet (unter Anderem) durch Fotos von Dieter Schumann, der Ende 2016 noch einmal in die Ruine schauen durfte, lassen wir Zeitzeugen ihre Kaufhof-Geschichte(n) erzählen. Heute Armin, der den Kaufhof nur noch als Kind erlebt hatte.


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Armin: Als Kind war der Völklinger Kaufhof riesig!

Ich bin 1986 in Püttlingen geboren, entsprechend kann ich mich an den Kaufhof nur noch aus der Kindheit und meiner frühen Jugend erinnern. Ich weiß noch, wie groß nicht nur der Kaufhof war – auch das (oder heißt es der?) Völklinger Woolworth war vor der Unternehmenskrise noch ein richtiges Kaufhaus: Völklingen ging es noch ganz gut – obwohl mein Vater kurz vor meiner Geburt am Völklinger Hochofen seinen Job verloren hatte!
Er war es auch, der mich dank seines neuen Jobs im Bergbau regelmäßig mit in die Stadt nahm – es war etwas besonderes für mich mit Papa „in die Stadt“ zu fahren – damals meinte man damit tatsächlich die Völklinger Innenstadt! Wegen seiner Schichten hatte Papa oft einfach keine Zeit für mich, umso schöner war es wenn er sie sich für mich nahm.
So ging es des Öfteren auch mit dem Auto in die Stadt. Geparkt wurde im Kaufhofparkaus, wo für mich bereits die gläserne Brücke in das Kaufhaus eines der Highlights schlechthin darstellte – immer musste ich zuerst rausschauen. Leider weiß ich gar nicht mehr in welcher Abteilung man dann raus kam, jedenfalls war für ein Kind die Spielwarenabteilung natürlich das einzig spannende. Riesig kam mir das Kaufhaus immer vor, zumal es ja mit dem Abbruch des Querriegels bekanntlich bereits einiges an Fläche verloren hatte und man die Größe dieses Hauses einfach schon vergessen hat.
Gut erinnern kann ich mich auch noch an die Schmuckabteilung: Alles funkelte und glitzerte! Ich fühle mich immer daran erinnert, wenn ich heute mit meinen Kindern durch die Saarbrücker Filiale gehe: Ich bin stets traurig, dass der Markt in Völklingen nicht mehr da ist.

Wenn wir den Kaufhof durch die inzwischen von Veranstaltungsplakaten versiegelte Haupteingangstür für „in die Stadt“ verließen, ging es weiter über ein paar kleine Geschäfte wie „Foto Auer“ in den eben besagten Woolworth (oder doch „die“ Woolworth?), um dann bei im Deichmann nach Schuhen zu schauen und an schließend im Globus schnell noch die restlichen Einkäufe zu erledigen. Auf dem Rückweg, der meist noch den Rest des City-Dreiecks mit einschloss, ging es durch die faszinierende Drehtür, wiederum durch eine Schuhabteilung und den Kaufhof zurück zum Auto. Ich erinnere mich lebhaft wie mein Vater sich darüber ärgerte, für einen Schuh „in der Stadt“ 10 Mark mehr bezahlt zu haben als er im Kaufhof kostete.

Es waren schöne Zeiten in Völklingen. Damals ging es der Stadt wirklich noch gut. Als mein Vater dann auch im Bergbau seinen Job verloren hatte, ging es auch mit Völklingen merklich den Bach runter. Das unvermeidliche Schicksal einer Stadt, die von Industrie und Bergbau geprägt ist.

  • Erinnerung: Armin
  • Der Fotograf: Hell

(die Reihe wird fortgesetzt)


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Schreiben Sie uns: news@vk-im-wandel.de unter dem Stichwort „Es war einmal ein Völklinger Kaufhaus“.

Weitere Teile der Reihe

2 Gedanken zu „Es war einmal ein Völklinger Kaufhaus – Teil 7 : Als Kind war der Kaufhof riesig!

  • 9. Februar 2017 um 23:02
    Permalink

    Wird es auch Bilder von Innen geben oder wie es damals, als es noch geöffnet war, (im Betrieb) ausgesehen hat?

    Antwort
    • 14. Februar 2017 um 18:23
      Permalink

      Leider nur, wenn wir welche bekommen :/

      Antwort

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