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DELF PRIM: Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt Frühfranzösisch im Saarland

#Saarland. Der Bericht „DELF PRIM im Saarland. Ein Gesamtbild zu DELF PRIM an saarländischen Grundschulen“ bestätigt in weiten Zügen die saarländische Entscheidung für das frühe Französischlernen und die Kompetenzorientierung, enthält aber auch Problemhinweise und Anregungen.

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Im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages übergab heute Frau Prof. Claudia Polzin-Haumann vom Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft  (Schwerpunkt Sprachlehrforschung Französisch) Bildungsminister Ulrich Commerçon den Bericht zu einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung zum Frühfranzösischunterricht und dem Einsatz des französischen Sprachzertifikats DELF PRIM.

DELF PRIM A1.1 ist ein Sprachzertifikat des französischen Staates, das speziell für Schülerinnen und Schüler im Primarbereich entwickelt wurde. Die entsprechenden Prüfungen werden im Saarland seit 2010 als Lernstandserhebung in den 4. Klassen an allen Grundschulen mit Französisch ab Klassenstufe 1 durchgeführt, in den Grundschulen mit bilingualem Zug in der Klassenstufe 3. Im Schuljahr 2013/2014 haben 1.690 Schülerinnen und Schüler die Zertifikatsprüfung durchlaufen. Über 92 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben die Prüfung bestanden und erhielten im Anschluss kostenlos ein DELF Prim A1.1-Zertifikat des französischen Staates. Die Kosten trägt das saarländische Bildungsministerium.

Bildungsminister Ulrich Commerçon sieht in dem Bericht eine gute Grundlage für die weitere Ausgestaltung des frühen Französischunterrichts: „Die Studie ist eine Bestätigung unserer Arbeit und eine sehr gute Grundlage für die Weiterarbeit im Zuge der Frankreichstrategie.“  Im Hinblick auf die Frankreichstrategie und die Bemühungen des Bildungsministeriums im Sinne einer leistungsfähigen Mehrsprachigkeit der saarländischen Schülerinnen und Schüler stellte Minister Commerçon die wissenschaftliche Begleitung weiterer Innovationen im Sprachenlernen in Aussicht: „Gegenwärtig prüfen wir, ob wir die flächendeckenden Sprachkompetenztests Englisch und Französisch in der Klassenstufe 6 der Gemeinschaftsschule und die Erprobung landeszentraler Sprechprüfungen in der gymnasialen Oberstufe, ebenfalls in Englisch und Französisch, im Sinne einer Qualitätssteigerung wissenschaftlich begleiten lassen können. Die Untersuchung zu DELF PRIM und zum Frühfranzösisch von Frau Prof. Polzin-Haumann hat uns hier Mut gemacht“, so Commerçon

Wissenschaftliche Begleituntersuchung

Im Zuge der Frankreichstrategie war es für das Bildungsministerium von besonderem Interesse, das DELF PRIM-Sprachzertifikat im Hinblick auf seine Wirksamkeit wissenschaftlich untersuchen zu lassen. In der wissenschaftlichen Begleituntersuchung wurden daher im Auftrag des Ministeriums Praktiken, Einstellungen und Anschauungen zu DELF PRIM und zum frühen Französischunterricht an den saarländischen Grundschulen untersucht. Die Erhebungen erfolgten mittels Fragebögen und leitfadengestützten Interviews. Einbezogen Akteure waren aus allen an DELF PRIM beteiligten Gruppen (Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Institut d´Etudes Françaises), um ein möglichst differenziertes Gesamtbild zu entwickeln. Die Untersuchung ist eine exemplarische Momentaufnahme ohne Anspruch auf Repräsentativität, dennoch bietet sie Anhaltspunkte für eine Gesamteinschätzung hinsichtlich der Akzeptanz und Effizienz von DELF PRIM und zeigt Verbesserungspotentiale für die Fortentwicklung des Französischunterrichts an den saarländischen Grundschulen auf.

Hohe Zufriedenheit – aber auch Veränderungsbedarf

Im Ergebnis dokumentiert der Bericht zur wissenschaftlichen Begleitung weitgehend positive Einstellungen und Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleiterinnen und -leitern sowohl bezüglich des Französischunterrichts allgemein wie auch des Sprachkompetenztests DELF PRIM. So geben die meisten Eltern an, dass ihre Kinder sehr gern Französisch an der Grundschule lernen.

Von den Schulleiterinnen und Schulleitern werden die positiven Aspekte der Wertschätzung und Rückmeldung an die Kinder sowie die Bedeutung von DELF PRIM als lohnender Abschluss für 4 Jahre Französischunterricht herausgestellt. Das Zertifikat unterstreiche in den Augen der Kinder und auch der Eltern die „Ernsthaftigkeit“ des Französischunterrichts. Auch wird dem Zertifikat eine motivierende Wirkung zugeschrieben. Allerdings entstehe für die Schule durch die Prüfungen ein erhöhter Organisationsaufwand.

Die Lehrkräfte bewerten die Unterstützung seitens ihrer Schulen, des Ministeriums und des Institut français ganz überwiegend positiv. Rund 70% der befragten Lehrkräfte schätzen die Resonanz auf DELF PRIM bei der Schülerschaft positiv oder eher positiv ein. Sie bewerten DELF PRIM überwiegend als ein geeignetes oder eher geeignetes Evaluationsinstrument, das eine objektive Bewertung des individuellen Leistungsstandes ermögliche. Probleme bereitet jedoch vielen Lehrkräften der Aufwand im Rahmen der Prüfungen, allerdings werden Vorbereitungsaufwand und Ertrag von den Lehrkräften insgesamt doch als ausgewogen empfunden.

Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler begrüßt eine deutliche Mehrheit, dass sie Französisch lernen. Die meisten Kinder geben an, dass sie sich während der Prüfungen selbst mittel bis gut gefühlt haben. Viele Kinder, so berichten die Eltern,  hätten die Prüfung als leicht empfunden und erzählten zu Hause, dass sie Spaß gemacht habe.

Was den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben betrifft, ist die Einschätzung der Schülerinnen und Schüler differenziert. Etwa ein Drittel bezeichnet die DELF-Aufgaben als leicht, für die meisten waren sie mittelschwer, nur 7% empfinden sie als schwer. Von einer Mehrheit der Lehrkräfte werden die gestellten Aufgaben in den Bereichen Hör- und Leseverstehen sowie Sprechen überwiegend als angemessen eingeschätzt, während die Aufgaben zum Schreiben als schwer oder zu schwer eingeschätzt werden. In dieser Frage sieht Minister Commerçon Veränderungsbedarf: „Bei den Schreibaufgaben werden wir uns in guter Zusammenarbeit mit dem französischen Unterrichtsministerium um Änderungen bemühen. Damit könnte die Mündlichkeit des Kompetenztests gestärkt werden und der Test stärker an den Bedürfnissen des frühen Französischunterrichts orientiert werden.“

Im Bericht angesprochen werden auch Hinweise, dass die institutionelle Komponente des Frühfranzösischunterrichts – die Versorgung mit Lehrkräften – von den Schulleitungen zwar generell positiv bewertet wird, dass aber der frühe Französischunterricht nicht an jedem Standort optimal personalisiert ist. Auch hier sieht Minister Commerçon Optimierungspotentiale: „Unser Konzept sieht vor, dass möglichst gut ausgebildete französischsprachige bzw. zweisprachige Lehrkräfte im frühen Französischunterricht eingesetzt werden. Eine kleine Zahl solcher Lehrkräfte bekommen wir im Rahmen des Lehreraustauschs zwischen dem Saarland und dem Département Moselle, aber wir werden weiter hart daran arbeiten müssen, dass sich mehr französische Grundschullehrkräfte für den Dienst in saarländischen Grundschulen bewerben und auch eingestellt werden können. Eine neue Ausschreibung wird derzeit vorbereitet.“

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