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Das Hermann-Neuberger-Stadion: Ein Stadion mit Tradition

#Völklingen. Zum Jahreswechsel war das Hermann-Neuberger-Stadion, Heimspielstätte des SV Röchling Völklingen, plötzlich in aller Munde als der 1. FC Saarbrücken noch immer keine Ausweichspielstätte vorweisen konnte und plötzlich zur Alternative wurde. Doch nicht nur der traditionsreiche 1. FCS bringt Tradition nach Völklingen, auch der SVR selbst brachte Tradition in das Stadion.


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Es war bis vor wenigen Jahren eines der größten Stadien im Saarland, nach dem Ludwigspark (35.300) in Saarbrücken, dem Neunkircher Ellenfeld (23.400) und dem Waldstadion (21.300) in Homburg war das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen mit einer Kapazität für 16.300 Menschen die Nummer vier im Land.

Seine Geschichte geht zurück auf einen 1912 eingeweihten Rasen-Sportplatz des damaligen Knabengymnasiums, dem heutigen Albert-Einstein-Gymnasium, auf dem sich sich der sechs Jahre zuvor gegründete SV Völklingen beim Fußball mit seinen Gegnern anfangs duellierte.
Noch im selben Jahr wird ein weiterer Platz angelegt, der „Kaiser Wilhelm Sport- und Spielplatz“, später „Friedrich-Ebert-Sport und Spielplatz“, war bis 1930 Heimat des Völklinger Fußballs und wurde durch den Völklinger Volksmund nach dem Kieg rasch in „Schwarzer Platz“ umbenannt. So bezeichnet wurde er bis in die 1990er Jahre als Trainingsgelände genutzt, musste dann aber Parkplätzen für das gerade sanierte Völklinger Freibad weichen.

1929/30 beginnt mit dem Bau der Sportanlagen rechts des Köllerbachs die Geschichte des heutigen Stadions. Bereits 1950 verfügt die Anlage über eine Holztribüne, die 1955 durch die heute noch bestehende Haupttribüne ersetzt wird. Diese verfügt über Kabinen für die Mannschaften, Schiedsrichter und Abstellraum für verschiedenste Sportgeräte.

Das Hermann-Neuberger-Stadion 1960 (Stadtarchiv)
Das Hermann-Neuberger-Stadion 1960 (Stadtarchiv)

Mit dem sportlichen Erfolg des inzwischen als SV Röchling Völklingen bekannten Fußballvereins, welcher 1974 sogar ein Gründungsmitglied der 2. Fußball-Bundesliga war, wuchsen auch die Anforderungen an das Stadion. Es folgte 1974 der Ausbau zum 16.300 Besucher fassenden Stadion.

Das Hermann-Neuberger-Stadion während eines Heimspiels (Foto: Stadt VKL)
Das Hermann-Neuberger-Stadion während eines Heimspiels (Foto: Stadt VKL)

Aus dem gleichen Jahr stammt der bis heute geltende Zuschauerrekord: Am 26. Oktober spielte der SV Röchling Völklingen gegen den 1. FC Saarbrücken vor 16.380 Zuschauern. Das Lokalderby der beiden Clubs endete torlos.

Bis 1994 zeigt sich die Anlage weitestgehend unverändert, der beheimatete Verein stieg bereits in den 1980er Jahren in die Amateurklassen ab, aus denen Tiefen er sich erst im neuen Jahrtausend befreien konnte. Doch auch 1994 änderte sich nur der Name: Die Stadion-Anlage wird nach Hermann Neuberger (1919-1992), geboren in Völklingen-Fenne, den langjährigen Präsidenten des Saarländischen Fußballbundes und späteren DFB-Präsidenten benannt.

Wieder herrscht baulich Stillstand in der Arena, erst 2007 investiert die Mittelstadt Völklingen wieder in ihr Stadion: Es wird eine kleine Flutlichantale installiert, einige Stehränge mit Erde abgedeckt: Die Kapazität verringert sich so auf knapp 10.000 Besucher. 2008 folgt der Bau des neuen Clubheims des SV Röchling Völklingen, dessen Balkon zur Loge wird.

2014 muss erneut investiert werden, nun will es das Gesetz: Die Stadt Völklingen steckt über 130.000 Euro in die Modernisierung der Anlage. So erhält das Stadion neue Wellenbrecher und Sitzschalen in den Vereinsfarben des SV Röchling Völklingen. Nach dieser Modernisierung verfügt die Anlage über 608 Sitzplätze und 8.036 Stehrangplätze, was einen maximalen Besuch von 8644 Zuschauern entspricht. Auch in die weitere Sicherheitsausstattung musste investiert werden, so erhielt das Stadion eine neue Sprecherkabine und neue, besser ausgeleuchtete Fluchtwege werden geschaffen.

2015 wird es für den 1. FC Saarbrücken ernst: Das Ludwigspark-Stadion soll schon seit vielen Jahren zum reinen Fußballstadion umgebaut werden, für 2016 wird der Baubeginn angekündigt. Der Verein, zu dieser Spielzeit wie auch aktuell in der viertklassigen Regionalliga beheimatet, sucht eine Ausweichspielstätte. Nachdem es in Elversberg aus bis heute nicht offiziell genannten Gründen, nicht mit der Einmietung in die Spielstätte des Ligakonkurrenten klappte musste der Verein eine Alternative suchen: Der SV Röchling Völklingen wurde gemeinsam mit dem Oberbürgermeister aktiv und umworb den 1. FC Saarbrücken erfolgreich.

Schnell wurde das Hermann-Neuberger-Stadion für die Regionalliga fit gemacht (Foto: Hell)
Schnell wurde das Hermann-Neuberger-Stadion für die Regionalliga fit gemacht (Foto: Hell)

Um den Anforderungen der Regionalliga gerecht zu werden mussten allerdings wieder einige Arbeiten in der Völklinger Arena geleistet werden. So wurden in die Zäune Notausgänge integriert, sowie die Stehränge durch Trennzäune in Blöcke aufgeteilt. Außerdem wird die bereits 2015 angekündigte Beleuchtungsanlage, sowie Beschallungsanlage errichtet. Durch die errichtung der Trennzäune und rotmakierten Gehbereichen auf den Stehrängen verringerte sich die Kapazität erneut auf nun 7.600 Steh- und weiterhin 550 Sitzplätzen.

Neben dem SV Röchling Völklingen, der aktuell in der Fußball-Oberliga aktiv ist, spielt also auch der 1. FC Saarbrücken im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Wie lange das Gastspiel des Bundesliga-Gründungsmitglieds noch andauern wird bleibt abhängig von der Bauzeit im Ludwigspark und dem sportlichen Erfolg des 1. FCS, denn für die dritte Liga fehlt es an Sitzplätzen und vielem anderen.

Das Hermann-Neuberger-Stadion zur Sommerpause 2016 (Foto: Hell
Das Hermann-Neuberger-Stadion zur Sommerpause 2016 (Foto: Hell)

Aktuelle Fakten:

Adresse
Stadionstraße
66333 Völklingen

Baujahr: 1930 (letzte Sanierung 2007)
Fassungsvermögen: ca. 9.000
Sitzplätze: 550
Stehplätze: 7 600

Mehr finden Sie unter https://www.voelklingen-im-wandel.de/sehenswertes/sportanlagen/hermann-neuberger-stadion/

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