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Ausbau der Elektromobilität an den Ausbau der Erneuerbaren Energien anpassen! – Umweltminister der Länder unterstützen Initiative des Saarlandes

#Saarland. Mit Blick auf die laufenden Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung richten die Umweltminister der Länder einen Appell an die Koalitionäre, die Elektromobilität verantwortungsvoll, das heißt, gekoppelt an den Zuwachs der regenerativen Stromerzeugung, auszubauen. Das Saarland hat auf der Umweltministerkonferenz (UMK) in Potsdam einen entsprechenden Beschlussvorschlag erfolgreich in die Konferenz eingebracht.„Ich begrüße die zunehmende Elektrifizierung des automobilen Straßenverkehrs als wichtigen Beitrag gegen die Schadstoffbelastung der Innenstädte“, so Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer. „Der notwendige Ausbau der Elektromobilität muss jedoch mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien Schritt halten. Denn wir müssen beachten, dass der Strom, der durch E-Mobilität verbraucht wird, an anderer Stelle fehlt und zusätzlich produziert werden muss. Eine Umstellung des Autoverkehrs auf Elektroantrieb darf nicht dazu führen, dass der Anteil fossiler Energieträger an der Stromerzeugung in Deutschland und die damit verbundenen Emissionen, insbesondere an klimaschädlichem Kohlendioxid, ansteigen.“

Der zusätzliche Energiebedarf für den Ausbau der Elektromobilität dürfe auch nicht durch den Import von Atomstrom aus Nachbarländern gedeckt werden. Krämer: „Es hilft nichts, wenn wir in Deutschland ausschließlich Elektroautos fahren, unsere Nachbarn dafür aber weitere AKW bauen, um den zusätzlichen Strombedarf zu decken.“ Die UMK folgte am Freitag dieser Argumentation und fasste hierzu einen Beschluss.

Hintergrund:
Die Umweltminister der Länder stellten fest, dass  die Elektrifizierung des automobilen Straßenverkehrs mit einem Anstieg des Verbrauchs an elektrischer Energie in Deutschland verbunden sein wird.

In Deutschland sind derzeit ca. 45 Millionen PKW zugelassen. Würden davon bis 2030 rund 10 Millionen PKW sukzessive elektrifiziert, entstünde auf Verbraucherseite ein zusätzlicher elektrischer Energiebedarf von ca. 30 TWh. Dies entspricht ca. 10 % der derzeit insgesamt in Deutschland verbrauchten elektrischen Energie. Die elektrische Gesamtenergie (inkl. Export) von ca. 650 TWh wird in Deutschland nach wie vor überwiegend „emissionsbehaftet“ durch fossile Energieträger erzeugt (12,4 % Erdgas, 17,2 % Steinkohle und 23,1 % Braunkohle).

Der sukzessiv steigende Anteil der „emissionsfreien“ regenerativen Stromerzeugung beträgt derzeit ca. 30 %.  Von einem „emissionsfreien“ Elektroantrieb kann also in der Gesamtbilanz objektiv nicht gesprochen werden. Die Steigerungsrate innerhalb der letzten 10 Jahre betrug ca. 1,6 % pro Jahr. Nur wenn diese Steigerungsrate weiterhin beibehalten wird, kann eine CO2-Reduzierung durch den Elektroantrieb erreicht werden.

Das Ausmaß der dazu nötigen Anstrengungen für einen 50%-igen EE-Anteil wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass die Bundesrepublik bis zum Jahr 2022 aus der Kernenergie aussteigen will und die derzeit durch Atomkraftwerke bereitgestellte elektrische Energie von ca. 85 TWh (13,1 % der elektrischen Gesamtenergie)  ebenfalls durch Strom auf Basis von erneuerbaren Energieträgern substituiert werden soll.
Bei einem überhasteten und unkoordinierten Ausbau der Elektromobilität steht zu befürchten, dass die zur Aufladung der Batterien benötigte zusätzliche elektrische Energie mehrheitlich durch fossile Energieträger oder durch Import von Atomstrom bereitgestellt werden muss.