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Willkommen im „Paradies“ – Der einzigartige Landschaftsgarten im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

#Völklingen. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist das erste Industriedenkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung, das in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde.  Und es ist das einzige Eisenwerk dieser Zeit, das vollständig erhalten ist. 7.000 Meter Besucherwege führen heute zu Meilensteinen der Technikgeschichte wie den weltweit einmaligen Gebläsemaschinen und dem ebenfalls einmaligen Erzschrägaufzug. Sie führen in den Bauch der Hütte in der Möllerhalle, wo die Rohstoffe gelagert wurden und sie führen hinauf bis zur Aussichtsplattform in 45 Metern Höhe.

Ein ganz besonderer Ort im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist das „Paradies“ in der ehemaligen Kokerei. Es verbindet Industriekultur, Natur und Kunst in einzigartiger Weise.


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In der Kokerei wurde der Koks erzeugt, der für die Herstellung von Roheisen notwendig ist. Die Arbeit dort galt als eine der schwersten in der Völklinger Hütte, da die Arbeiter mit Hitze, Gasen, Qualm und Gestank zurechtkommen mussten. Unmittelbar vor dem Eingang zum „Paradies“ kann man die Industriekultur der Kokerei in Reinform besichtigen. Der Kohlenturm, in dem die Kohle aufbewahrt wurde, die Stampfmaschine und die Koksbatterien mit den Kokskammern, in die die gestampfte Kohle geschoben wurde. Ein Film zeigt den Arbeitsalltag zu Betriebszeiten. Hier sieht man, wie der brennende Koks – der auf Temperaturen von etwa 1.200 Grad Celsius erhitzt wurde – aus den Kokskammern gedrückt wird. Der Besucher, der auf den Stahlplatten der Kokerei steht, kann sich vorstellen, was es hieß, hier zu arbeiten.

Durchschreitet man die Pforte zum „Paradies“ betritt man eine andere Welt. Mehr als 20 Jahre ruhte dieses Areal zwischen Kokerei und der Saar unberührt, gleich einem irdischen Garten Eden. Paradiesisch konnten Tiere und Pflanzen sich im Schatten der Hochofengruppe entfalten. Schritt für Schritt hat die Natur sich das Gelände zurückerobert und verwandelt. Nach den Plänen der Landschaftsarchitektin Catherina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau entstand hier ein großer Landschaftsgarten, der die Symbiose von Industrie und Natur in 12 Gartenräumen inszeniert. Heute wachsen Birken zwischen den Koksbatterien und es blüht der Schmetterlingsflieder. Im ehemaligen Teerbecken haben sich Fische angesiedelt. Bänke laden zum Verweilen in der Natur ein, wo einst Hitze, Staub und Feuer regierten. Aus der ‚Hölle‘ ist das ‚Paradies‘ geworden.

Seit 2012 ist im „Paradies“ die Installation „FUTURING“ der Performance-Künstler EVA & ADELE zu sehen. Im Rahmen der „UrbanArt Biennale®“ haben zahlreiche international renommierte Urban-Art-Künstler wie Jef Aérosol, Ammar Abo Bakr oder Vhils ortsfeste Installationen geschaffen. Und auch 2017 werden sich Künstler ‚ihren‘ Ort im „Paradies“ suchen und im Dialog mit der Industriekultur und speziell für diesen Ort Urban-Art-Kunstwerke schaffen. So ist das „Paradies“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte heute zugleich ein Ort der Geschichte und ein Ort des 21. Jahrhunderts, der „Industriekultur“ neu erfindet.

Nächste öffentliche Führung zum „Paradies“:
Samstag, 1. April 2017, 11.30 Uhr
Die Führung ist im normalen Eintritt enthalten

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