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Weitere Stolpersteine verlegt

#Völklingen. Am vergangenen Dienstag wurden in Völklinger Gehsteigen durch den Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig weitere Stolpersteine eingelassen. Die durch das Völklinger Aktionsbündnis “Stolpersteine Völklingen” veranlasste Aktion erinnert an Einzelschicksale von Opfern des Nationalsozialismuses.

Die Stolperschwelle vorm Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Foto: Patric Bies)
Die Stolperschwelle vorm Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Foto: Patric Bies)

Zusätzliche Aufmerksamkeit erlangte die Verlegung der Stolpersteine durch einen kritischen, offenen Brief von Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbe Völklinger Hütte, an das Aktionsbündnis, der sich am Ort der Verlegung, sowie der inzwischen ausgefühten Inschrift störte (wir berichteten).


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Begonnen hat die Aktion auf dem Heidstock mit der Verlegung eines Stolpersteins für den jüdischen Studenten Benjamin Wang, der im Alter von 27 Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Hier hatte sich ein junger Heidstocker auf Facebook vorangekündigt: Er wollte durch „da hin legen“ die Verlegung des Stolpersteines verhindern. Es blieb bei einer Diskussion, die laut Berichten von Anwesenden durch die Polizei beendet wurde. Im weiteren Verlauf der Verlegungen kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen mehr.

In Fürstenhausen, Saarbrücker Str. 19, wurden anschließend zwei Gedenksteine für das Ehepaar Abraham und Minna Kaiser verlegt. Abraham Kaiser betrieb hier bis 1938 ein Wäschegeschäft und eine Schneiderei. Beide wurden ins KZ Riga-Jungfernhof deportiert. In Geislautern, Warndtstr. 87, wird mit der Verlegung eines Stolpersteins Albert Grimm gedacht, der seinen Einsatz für verfolgte Juden mit dem Leben bezahlte.

Anschließend erfolgte die Verlegung von drei Gedenksteinen für Angehörige der bekannten Kaufmannsfamilie Ostrolenk. Der taubstumme Felix wurde in Buchenwald, seine Mutter Gitta in Auschwitz ermordet. Rosa Ostrolenk überlebte in Paris. Zum Gedenken an Jutta Speicher, einer jungen Antifaschistin, die in Ravensbrück ermordet wurde, erinnert ein Stolperstein an ihrem letzten Wohnsitz in der Beethovenstraße 21.

Die Aktion endete gegen 17.00 Uhr vor dem Weltkulturerbe. Hier wurde eine Stolperschwelle in den Bürgersteig eingelassen. Sie soll an die über 200 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen erinnern, die während ihres Arbeitseinsatzes bei den ehemaligen Röchlingschen Eisen- und Stahlwerken durch Unterernährung, Misshandlungen, Krankheiten oder Arbeitsunfälle zu Tode kamen.

Um das Vorhaben weiter finanzieren zu können benötigt das Aktionsbündnis die Spendenbereitschaft von Einzelpersonen, Gruppen, Vereinen oder Institutionen, die Patenschaft für einen Stein zu übernehmen und ihn zu finanzieren. Ein Stein kostet 120 Euro. Ein entsprechendes Spendenkonto bei der Stadtsparkasse ist eingerichtet und kann unter unten genannter Adresse oder Telefonnummer erfragt werden.

Wer weitere Information zu Opfern des Hitlerfaschismus in Völklingen hat, kann sich gerne an folgende Kontaktadresse wenden.

Aktionsbündnis Stolpersteine
c/o Caroline Conrad
Kreuzbergstraße 7
66333 Völklingen

Tel.: (0 68 98) 29 64 33.

Weitere Informationen unter:

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