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Vorgestellt: Wie sich Planer das neue Kirchenumfeld vorstellen

#Völklingen. Mit #Abrissarbeiten ist es rund um die evangelische #Versöhnungskirche nicht getan, das Gelände soll ein neues Gesicht erhalten. Bereits vergangenen Mittwoch haben die Planer einem Stadtratsausschuss bei einer öffentlichen Sitzung ihre Ideen und Entwürfe vorgestellt, gestern konnten die Anwohner erfahren was geplant wurde.

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3D Entwurf für die Neugestaltung rund um die Versöhnungskirche
3D Entwurf für die Neugestaltung rund um die Versöhnungskirche

Mit einem Neubau und etwas Asphalt über die Abrissflächen des Hauses in der Moltkestraße und im Bereich des Martin-Luther-Hauses würde man der stattlichen Versöhnungskirche städtebaulich nicht gerecht. Deswegen arbeiten seit ca. einem halben Jahr Planer an Entwürfen, die eine gänzliche Neugestaltung rund um die evangelische Versöhnungskirche vorsehen.

Luca Kist, Landschaftsplaner, erläuterte die Entwürfe, welche unter Anderem einen Architekturplatz vor der Kirche, einen interkulturellen Garten, einen neuen und größeren Spielplatz und eine Skulpturengalerie am Aufgang von der Moltkestaße vorsehen.

„Wir wollen das ganze Areal aus dem Dornröschenschlaf erwecken“ (Luca Kist)

Diese Ideen wurden vergangene Woche bereits vom zuständigen Ausschuss des Stadtrates mit interesse verfolgt.
Um Raum für den Architekturplatz „Martin-Luther-Platz“ zu schaffen, soll zunächst der Spielplatz von der Südwest-Seite der Kirche in den Norden verlegt werden. Auf der neuen Fläche im ehemaligen Pfarrgarten soll eine ganze Spiellandschaft entstehen. Um das Gelände besser erreichen zu können, soll dann der Weg über eine neue Rampe von der Moltkestraße an eben diesen Spielplatz führen. Diese Idee kam gut an, da für Mütter mit Kinderwagen, aber auch für Rollstuhlfahrer, die bisherige Treppenanlage ein fast unüberwindbares Hindernis ist. Ob die Steigung der Rampe für Rollstuhlfahrer alleine zu schaffen ist, das muss sich zeigen: Durch den engen zur Verfügung stehenden Raum muss die Rampe recht steil gestaltet werden.

Gegenüberliegend möchte man einen „interkulturellen Garten“ entstehen lassen, auch als „Mitmachgarten“ oder (englisch) „Urban Garden“ bezeichnet. Dieser Garten würde einen richtigen Nutzgarten mitten in der Stadt darstellen, zu dessen Bewirtschaftung sich verschiedene Menschen und Gruppen zusammenfinden könnten. Kist verwies hier auf ein gelungenes Beispiel im Echelmeyerpark in der Landeshauptstadt, den „Verein Essbares Saarbrücken“. Die Stadt habe hier Wasser und Strom gelegt und die Aktivisten mit den nötigen Geräten zum Start ausgestattet so berichtet er weiter. Auch in Völklingen hätte es bereits Interessenten gegeben.

3D-Animation "Martin-Luther-Platz"
3D-Animation „Martin-Luther-Platz“ (Handyfoto)

Vor der Kirche – in Richtung Poststraße – soll der Martin-Luther-Platz entstehen. Er soll autofrei bleiben, mit Sitzbänken und Schatten spendenden Bäumen zum Verweilen einladen.
An die Stelle des ehemaligen Martin-Luther-Hauses soll ein Neubau treten. Bis sich für diesen ein Investor findet, möchte man den Bauplatz mit Bäumen und einer Baumschule füllen. Letztere könnte sogar etwas Geld in die Stadtkasse bringen: Größere Bäume sind mehr Wert als kleinere Setzlinge.
Gegenüberliegend, dort wo man heute einen Spielplatz findet, soll es einen weiteren Neubau geben. Auch dieser soll erst verwirklicht werden, wenn es einen Investor dafür gäbe. Den Raum zwischen den beiden möglichen Gebäuden soll sich ein schmalerer Vorplatz füllen, auf dem etwa 12 Parkplätze entstehen sollen – dies entspricht in etwa dem aktuellen Bestand an öffentlichen Parkplätzen. Hinzu kommen soll ein Parkplatz neben dem Pfarrhaus, für den die Garagen neben Pfarrhaus weichen sollen.

Entscheidend umgestaltet werden soll der Platz zur Moltkestraße. Neben der bereits erläuterten Rampe, soll sich statt einem schnöden Parkplatz bald eine Skulpturengalerie finden. Für die Gestaltung der Skulpturen möchte man Künstler aus der Region gewinnen – eine Liste läge den Planern bereits vor. Auf die Besucher soll der neue Platz wie ein „Cour d’Honneur“ (Ehrenhof) wirken. Einen ehrenvollen Platz gibt es bereits heute: In der Niesche am Fuße des Kirchturms ist Raum für eine große Skulptur.

Stehenbleiben werden das bisherige Pfarrhaus und das Gebäude der Diakonie: Laut Kists Architekten-Partner Thomas Hepp passen die beiden Gebäude in das schon vor dem Kirchenbau geplante Raumschema, auch die an das Gelände grenzende Druckerei passt ins Bild.

Der Entwurf von oben
Der Entwurf von oben

Zum Schluss seiner Präsentation zeigte Luca Kist Ratsmitgliedern Animationen, auf denen es von Leben rund um die Kirche nur so wimmelt.

In der Anschließenden Runde konnten die Ausschussmitglieder ihre Meinung zur Neugestaltung wiedergeben:
Die größten Kritikpunkte gelten den geplanten Neubauten, sowie der geringen Anzahl von Parkplätzen. Diese Kritik wurde auch gestern, bei einer gesonderten Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger laut:
Einstimmig stellte man die Frage, wo denn bei Veranstaltungen in der Kirche die Besucher parken können? Der Weg vom Hindenburgparkplatz sei weit, auch öffentliche Verkehrsmittel sind im direkten Umfeld der Kirche rar.

Hans Obermann, ehemaliger Stadtarchivar und Sohn eines ehemaligen Pfarrers der Kirche, erinnerte gestern Abend vor etwa 25 Besuchern an die Gestaltung von einst:
Eine Rampe, gesäumt von einer Vulkansteinmauer welche zwei große Kugeln zierten. Bei der Neugestaltung erinnerte er daran, dass man auch an den Touristenverkehr denken solle – deren Busse müssen ja irgendwo abgestellt werden.

Bei Obermanns Kritik gegenüber den Neubauten stimmte auch der ehemalige Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD) ein: Man solle doch zunächst die gegenüberliegenden Leerstände sanieren und beziehen. Mit diesen Worten stimmte er da mit ein, wo man auch im Stadtratsausschuss kritisierte: In Völklingen gibt es genügend Leerstände – warum reist man Gebäude für eine Blickachse ab, an deren Stelle man dann neue Bauen möchte?

So möchten es die Ausschussmitglieder des Stadtrates nicht mehr - Dir Kirche soll auf dieser Achse zu sehen sein.
So möchten es die Ausschussmitglieder des Stadtrates nicht mehr – Die Kirche soll auf dieser Achse zu sehen sein, so lautet auch die Meinung von ex-OB Hans Netzer.

Die Planer erwiederten: Dies hinge mit den Fördermitteln zusammen, die nur fließen, wenn die Planung den Regularien der fördernden Behörden und Stiftungen entsprechen. Daher kann man auch keine weiteren Parkplätze mit einplanen, die im Ausschuss, aber auch bei den Bürgern doch eher vermisst werden.

Man verdeutlichte nochmals: Es handelt sich erst um Entwürfe, die verschiedene Ideen beinhalten aber so wohl nicht der entgültigen Gestaltung entsprechen. Auch aus diesem Grund wollte man bis gestern noch nicht über Kosten sprechen – nur soviel: Die geplante Rampe kostet etwa 250.000 Euro, die laufenden Abrissarbeiten schlagen mit 300.000 Euro zu buche.

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