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Umweltministerium erläutert Trinkwassersituation im Warndt

#Völklingen. Das Ministerium für Umwelt hat sich aufgrund einer Anfrage aus dem Rat der Stadt Völklingen zur derzeitigen Trinkwasserrsituation im Warndt geäußert. Dabei hat das Ministerium mitgeteilt, dass das Ministerium neben dem derzeitigen Controlling eine Erweiterung des Grundwasserrmessnetzes um ein Teilmessnetz plant. Vor dem Hintergrund einer möglichen  Grubenwasserproblematik heißt es in der Stellungnahme an den Völklinger Oberbürgermeister: „An drei verschiedenen Standorten, an denen potentiell als erstes mit einem möglichen Übertritt von Grubenwasser in den Grundwasserleiter zu rechnen wäre, ist die Niederbringung von insgesamt 5 Messstellen beabsichtigt. Die Erstellung dieser Messstellen ist für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant.“

Zum Wiederanstieg des Grubenwassers äußert sich das Ministerium ausführlich, indem es darauf hinweist, dass dieser seit dem Jahr 2009 durch Abpumpen auf der französischen Seite verlangsamt wird. Weiter heißt es in dem Schreiben:  „Dadurch soll ein kontinuierlicher Druckunterschied zwischen dem Wasserstand im Karbon und dem Grundwasser im darüberliegenden Grundwasserleiter aufrecht gehalten werden. Dieser Druckgradient bewirkt, dass sowohl auf deutscher als auch französischer Seite Grundwasser, dem Druckgefälle folgend, nur aus dem Grundwasserleiter in das darunterliegende Grubengebäude fließen kann. Eine Strömung in umgekehrter Richtung, die negative Auswirkungen auf die Grundwasserqualität in dem für die Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserleiter hätte, findet somit nicht statt. Zudem soll das Einströmen von sauberem Grundwasser langfristig zur Ausbildung einer stabilen Dichteschichtung im Grubengebäude führen, durch die die salzigen Grubenwässer in den tieferen Bereichen des untertägigen Grubengebäudes zurückgehalten werden. Beide Effekte sind gewünscht und sollen langfristig einen Übertritt von hochsalinaren Wässern aus dem Karbon in den Hauptgrundwasserleiter verhindern.“


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Auf die Frage, ob durch den Pumpvorgang Oberflächenwasser/Trinkwasser aus dem Saarland nach Frankreich abfließt, wird in der Antwort ausführlich eingegangen. Hintergrund dieser Frage ist die Sorge um eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit unbelastetem Trinkwasser – insbesondere unter dem Aspekt, dass abfließendes Oberflächenwasser/Trinkwasser Raum für nachsteigendes Grubenwasser öffnen könnte. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme des Ministeriums: „Gegenüber der Zeit, in der die Wasserhaltung der Gruben noch mit voller Leistung betrieben wurde, ist die aktuelle Pumpleistung, mit der das Wasser aus den Schächten gefördert wird, erheblich reduziert. Daher findet derzeit im Vergleich zu damals ein deutlich geringerer Abfluss aus dem Grundwasserleiter in das Grubengebäude statt und der Grundwasserspiegel im Grundwasserleiter wird weiterhin wieder ansteigen allerdings langsamer als zu der Zeit, in der die Pumpen abgeschaltet waren. Durch den Anstieg des Grundwassers erhöht sich die im Grundwasserleiter gespeicherte Wassermenge. Daher hat dieser Vorgang mengenmäßig keine negativen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung. Der Druckunterschied, der derzeit durch das Pumpen zwischen Grubengebäude und Grundwasserleiter aufrechterhalten wird, und der damit verbundene Grundwasserabfluss aus dem Grundwasserleiter in das Karbon sind gewünscht und wirken einem möglichen Übertritt von hochsalinaren Karbonwässern in den zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasserleiter entgegen und ist daher zu deren Schutz derzeit sogar erforderlich.“

Und weiter heißt es: „Die Pumpen in den Schächten auf französischer Seite fördern ausschließlich Wasser aus dem Grubengebäude, also Grundwasser. Oberflächenwasser ist von den Pumpmaßnahmen nicht betroffen. Durch die erhebliche und weiträumige Absenkung des Grundwasserspiegels während der Zeit des Bergbaus sind damals jedoch auch relevante Mengen an Wasser aus den Oberflächengewässern in den Untergrund und damit in den zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasserleiter versickert. Dieser Wasserverlust hat damals natürlich auch auf der saarländischen Seite stattgefunden, wird sich jedoch im Zuge des weiteren Grundwasseranstiegs, wenn die Gewässer zunehmend wieder Anschluss an das Grundwasser finden und ihre natürliche Vorflutfunktion wieder übernehmen, reduzieren. Generell wirkt sich der gegenwärtige Pumpvorgang also auch nicht negativ auf das Oberflächenwasser aus. Grundsätzlich entwässern alle Oberflächengewässer im Warndt dem allgemeinen Geländegefälle folgend direkt oder indirekt Richtung Saar und bis auf kleinere Nebengewässer liegen alle Quellen in Frankreich. Die natürlicherweise vorgegebene Entwässerungsrichtung von Frankreich ins Saarland kann durch das Abpumpen von Grundwasser im Untergrund nicht verändert werden und somit besteht auch kein Grund zur Besorgnis, dass Oberflächenwasser nach Frankreich abfließen könnte.“ PM Stadt

 

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