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Stichwahl in Völklingen: Wer wird neue(r) OB? – SIE entscheiden!

#Völklingen. Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet, heute entscheidet sich wer Völklingen in den kommenden Jahren regieren wird: Wird es Christiane Blatt (SPD), die in der ersten Runde überraschend starke 46% geholt hat? Oder überraschen die Völklinger mit der Wahl des parteilosen Stephan Tautz, der in der ersten Runde die entscheidenden 115 Stimmen mehr holte und Kevin Frank (CDU) damit aus dem Rennen schickte?Völklingen hat es heute in der Hand. Für die, die noch während der Wahl unschlüssig sind eine zusammen Fassung unserer Fragen an die OB-Kandidaten:

Die Stadtkassen sind leer – gibt es für Sie als Oberbürgermeister(in) Möglichkeiten dem entgegenzuwirken ohne Steuern oder andere Abgaben zu erhöhen oder wichtige Dinge einzusparen?

Stephan Tautz (parteilos):

Dass die finanzielle Lage der Kommunen landes-, bzw. bundesweit ein Problem ist, liegt meines Erachtens daran, dass Gelder in unserem Steuersystem nicht richtig verteilt sind. Dazu müssen die Kommunen in Zukunft enger zusammenstehen und zusammenarbeiten, damit der nachfolgenden Generation mehr als nur Schulden vererbt werden. Darüber hinaus muss mit dem vorhandenen Etat verantwortungsvoller gehandelt werden. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass Gelder bei uns in Völklingen falsch verwendet wurden. Städtische Ausgaben müssen überdacht werden, es muss mehr kaufmännisch bzw. unternehmerisch gedacht und gehandelt werden.


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Christiane Blatt (SPD):

Der Stadtrat hat in den vergangenen Jahren bereits viele Maßnahmen beschlossen, um die städtischen Finanzen zu stabilisieren. Ich möchte verstärkt mit anderen Kommunen zusammenarbeiten, um einige Aufgaben künftig gemeinsam zu bewältigen. Diese Synergieeffekte müssen wir nutzen. Wir müssen uns in Zukunft aber auch der Aufgabenkritik stellen und schauen, wo wir in den Aufgabenstellungen Optimierungspotenzial haben. Ziel muss es sein, die Wirtschaft anzukurbeln und zu fördern, denn mit einer gutgehenden Wirtschaft haben wir auch wieder Einnahmen in unserer Stadtkasse. Da muss eins in das andere greifen! Aber eines ist ganz wichtig: Ich möchte die Projekte und Maßnahmen der Stadt an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten. Wir müssen in Zukunft die einzelnen Maßnahmen besser managen und auch versuchen diese kostengünstiger zu ermöglichen.

Ich freue mich, dass die Bundesregierung das Thema Bildung und Kindertagesstätten in den letzten Jahren forciert hat. Leider hat sie jedoch viele Kosten bisher auf die Kommunen abgewälzt. Ein Viertel des städtischen Personals sind Erzieherinnen und Erzieher. Mit den Möglichkeiten einer Oberbürgermeisterin und meinen Kontakten in die Landes- und Bundespolitik will ich mich dafür einsetzen, dass die Unterstützung der Kommunen durch den Bund in diesem Bereich vereinfacht und verstärkt werden – nicht nur bei den Investitionen, sondern auch bei den Personalkosten. Es ist nicht sinnvoll, im Bund auf die „schwarze Null“ im Haushalt zu setzen, während die Kommunen an ihren Grenzen sind und Leistungen nicht oder nur schlecht bieten können.

Wie möchten Sie die Völklinger Wirtschaft ankurbeln?

a) Wie kann Völklingen für Industrie und Handel als Standort erhalten bleiben bzw. attraktiver werden?
b) Und wie möchten Sie als Oberbürgermeister(in) der Stadt Völklingen die Innenstadt für Besucherinnen und Besucher, Kundinnen und Kunden wieder attraktiv machen?

Christiane Blatt (SPD):

a) Den Wirtschaftsstand zu stärken ist eine der zentralen Aufgaben.
Wir müssen aufhören darüber zu klagen, wie schlecht unsere geografische Lage zwischen der Landeshauptstadt und Saarlouis ist, die können wir nicht ändern. Wir müssen diese Lage zu unserem Vorteil machen! Wir können Unternehmen und Betrieben Grundstücke und Immobilien zu günstigen Preisen in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt anbieten. Deshalb müssen wir die Infrastruktur verbessern! Ich möchte zügig den Gewerbepark Völklingen-Ost weiter ausbauen, um Betrieben Expansionsmöglichkeiten zu geben und für die Neuansiedlung von Unternehmen zu werben.
Insbesondere müssen wir mit den großen Betrieben verstärkt zusammenarbeiten. Saarstahl ist für mich – trotz der momentanen Probleme – ein Betrieb mit zukunftsweisender Technologie.
Auch das Gesundheitswesen ist ein Potenzial für Völklingen, was wir mehr nutzen müssen. Hierfür haben wir mit der SHG-Klinik und dem Herzzentrum Saar, die besten Voraussetzungen. Wir müssen als Stadtverwaltung im Dialog mit Gesundheitsdienstleistern eine Informationsplattform für unsere Bürgerinnen und Bürger aber auch für die Patienten der SHG-Klinik, die teilweise aus ganz Deutschland kommen, schaffen, damit die betroffenen Menschen die Angebote im Gesundheitsbereich in Völklingen nutzen.
Um den Handel in der Stadt, insbesondere der Innenstadt als Zentrum müssen wir uns verstärkt kümmern, denn hier sind die Herausforderung deutlich und auch von außen sichtbar.
Kümmern ist hier das richtige Stichwort. Gemeinsam mit dem Handel und dem Wirtschaftskreis will ich ein City-Management initiieren, das sich verstärkt um die Belange der Innenstadt kümmert. Die Ansiedlung des Modepark Röther kann nur der Anfang sein. Wir müssen daran arbeiten, dass diese Leitinvestition weitere Einzelhandelsunternehmer anzieht.

b) Ein grünes und freundliches Erscheinungsbild muss für Völklingen selbstverständlich sein. Hierzu gehört ein sauberes und sicheres Erscheinungsbild. Wir müssen jedem klarmachen, dass wir unsere Innenstadt wie unser „Wohnzimmer“ behandeln müssen, in dem wir uns wohlfühlen wollen. Zu diesem Selbstverständnis müssen wir hin, hierfür für möchte ich ein Bewusstsein vor Ort schaffen. Hier habe ich einige Ansätze und Ideen (Sauberkeits-Kampagne, Einsatz von „Mülldetektiven“, u.a.), wie wir die Völklingerinnen und Völklinger für dieses Thema sensibilisieren können. Denn wir wollen es auch schaffen, dass Touristen den Weg in die Innenstadt finden. Hier möchte ich gemeinsam mit dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte Angebote schaffen, die die Besucher des Hüttenareals auch anschließend in die Stadt locken – sei es beim Einkaufen oder in die Gastronomie. Das muss unser Ziel sein. Ich will es schaffen, dass Völklingen sein Erscheinungsbild von der „dreckigen Hüttenstadt“ zur sauberen, umweltfreundlichen Stadt, auch nach außen hin, wandelt.

Stephan Tautz (parteilos):

Leerstände in der Innenstadt müssen reduziert werden. Dazu muss mit den Eigentümern der Verkaufsflächen ein neues Mietkonzept ausgearbeitet werden, sodass der Standort attraktiv für neue Geschäfte wird. Der Stadtkern muss besser strukturiert werden. Mobilfunk und Internet müssen aufgewertet werden um Völklingen auf die digitale Zukunft vorzubereiten.

Seit Jahrhunderten ist Völklingen Standort der Montanindustrie. Dementsprechend stark ist deshalb dieser Wirtschaftsbereich in unserer Stadt. Damit dies in Zukunft so bleibt, möchte ich mit diesen Unternehmen in Zukunft eng zusammenarbeiten. Neuen Unternehmen soll unter die Arme gegriffen werden. Deshalb möchte ich diesen einen Anlaufpunkt im Rathaus ermöglichen

Innenstadtproblem:

Die erste Hürde für den potentiellen Kunden, ist die aktuelle Parksituation. Hier muss ein neues Konzept ausgearbeitet werden, dass den schnell wachsenden Individualverkehr berücksichtigt.

Wie möchten Sie das Sauberkeitsproblem, das die Völklinger Bürgerinnen und Bürger immer wieder feststellen, angehen?

Stephan Tautz (parteilos):

Sauberkeit ist überwiegend ein Problem der Innenstadt. Hier muss die Stadt vorbildlich handeln. Grünflächen und städtische Gebäude müssen ein ordentliches Bild abgeben. Dazu muss Besitzern von leerstehenden Immobilien aufgezeigt werden, dass Sie immer noch für die Sauberkeit an und um ihren Grundbesitz verantwortlich sind. In anderen Stadtteilen funktioniert das auch.

Christiane Blatt (SPD):

Das Thema Sauberkeit ist ein wesentlicher Bestandteil einer attraktiven Stadt. Hierzu bin ich bereits in der vorangegangenen Frage eingegangenen.

Wie sieht der öffentliche Nahverkehr in und um Völklingen in 2025 aus?

Christiane Blatt (SPD):

Der ÖPNV wird im Jahr 2025 eine wichtige Rolle in der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger spielen – nicht nur in Völklingen. Die Völklinger Verkehrsbetriebe sind gut aufgestellt und fit für die Zukunft. Als verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion arbeite ich intensiv daran mit, dass der ÖPNV landesweit neu konzipiert wird. Das Wabensystem ist deshalb auf dem Prüfstand, die Strecken und die Tarifstruktur müssen auch über die Landkreise und die Außengrenzen des Saarlandes hinaus für den Kunden attraktiver gestaltet werden. Dies gilt auch für die Antriebstechnik. Die Völklinger Verkehrsbetriebe können mit einer „grünen Buslinie“ hier eine Vorreiterrolle für andere Kommunen im Bereich Elektroantrieb übernehmen und ein umweltfreundliches und zukunftsweisendes Konzept umsetzen.

Stephan Tautz (parteilos):

Der ÖPNV muss sich dem Wandel der Mobilitätsansprüche stellen. Erstrebenswert wäre eine Saarbahnanbindung, zumal diese bereits auch andere umliegenden Kommunen der Landeshauptstadt anfährt. Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs dürfte bis 2025 angelaufen sein, die Entwicklung dürfen wir nicht verpassen.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Oberbürgermeister(in) der Mittelstadt Völklingen?

Stephan Tautz (parteilos):

Als erstes würde ich mir alle Informationen beschaffen, durch die ich mir einen genauen Überblick über die Finanzlage der Stadt machen kann. Diese werde ich bewerten und dementsprechend Entscheidungen treffen. Dann werde ich mich um die Ansehnlichkeit der Innenstadt kümmern, die meines Erachtens eine Prämisse für den darauffolgenden erfolgreichen Wandel sein wird.

Christiane Blatt (SPD):

Als Oberbürgermeisterin gilt es zunächst, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung näher kennen zu lernen. Obwohl ich mit vielen bereits seit Jahren Kontakt habe, ist es wichtig – und dies wird auch von einer Verwaltungschefin mit Recht erwartet – dass ich mich mit allen Abteilungen zusammensetze und feststelle, wo Verbesserungen notwendig sind und wo es Synergien geben könnte. Nur mit einer gut laufenden und motivierten Verwaltung werden die kommenden Aufgaben zu bewältigen sein. Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dies können, das weiß ich – man lässt sie nur im Augenblick nicht! Eine Oberbürgermeisterin kann nur so gut sein, wie das Team, mit dem sie arbeitet.

Warum sind Sie der/die Richtige für Völklingen? Was unterscheidet Sie von den anderen Bewerbern?

Christiane Blatt (SPD):

Ich bin mit Herz bei der Sache. Ich bin in Völklingen aufgewachsen und kenne meine Heimatstadt wie meine Westentasche. Ich weiß, wo der Schuh drückt. Ich bin in die Politik gegangen, um gemeinsam etwas bewegen zu können. Seit vielen Jahren arbeite ich bereits engagiert als Ortsvorsteherin für Ludweiler und möchte dies als Oberbürgermeisterin auch für ganz Völklingen tun. Wer mich kennt, weiß, dass ich unermüdlich am Ball bleibe. Dass ich bereit bin, mein Landtagsmandat für das wichtigste Amt der Stadt aufzugeben, zeigt, dass ich an Völklingen glaube und mich für unsere Stadt voll und ganz einzubringen will. Als Landtagsabgeordnete konnte ich ein Netzwerk mit Kontakten ins gesamte Land und die Landesregierung aufbauen, die mir bei der Arbeit als Oberbürgermeisterin hilfreich sind. Ich bin mir sicher, dass meine langjährige kommunalpolitische Erfahrung sowie meine kaufmännische Ausbildung und die Tätigkeit in der Assistenz der Geschäftsführung eines internationalen Energiekonzerns von Vorteil sind. Ich tausche mich heute schon intensiv mit vielen Vertretern von Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen aber auch Betrieben, Händlern und anderer Interessengemeinschaften aus. Das will ich als Oberbürgermeisterin verstärken. Niemand darf sich in Völklingen vernachlässigt fühlen.

Stephan Tautz (parteilos):

Ich bin Völklinger mit Leib und Seele, ich kenne die Bedürfnisse der Völklinger. Des Weiteren kann ich als neutraler Oberbürgermeister mit allen Parteien unbeeinflusst zusammenarbeiten. Ein Oberbürgermeister ist in erster Hinsicht das Oberhaupt der Verwaltung, jedoch ist die zweite Silbe dieser Amtsbezeichnung dem Bürger gewidmet. Das möchte ich klar hervorbringen.

Meine Meinungsbildung basiert auf der Wahrnehmung meiner Umwelt, nicht auf Parteibüchern. Durch meine kaufmännische Tätigkeit, sowie meine Affinität an der Gesellschaft aktiv durch stetige Kommunikation teilzunehmen, werde ich mein Amt sehr nah am Bürger ausüben.

Red.

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