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Nied- und Bisttalbahn könnten Europa zusammenwachsen lassen!

#Saarland. Das Saarland liegt im Herzen Europas und stellt somit auch einen Verkehrsknotenpunkt dar. Über den ÖPNV wurde zuletzt auch im Landtag viel gesprochen, Feststellung einer Umfrage: Die Saarländer sind ÖPNV-Muffel. Stillgelegte Bahntrassen könnten dabei ein wichtiger Baustein sein.Bei der Erhebung ist deutlich geworden, dass jeder Zweite den ÖPNV nie nutze: Ein  hoher Wert im Vergleich zu anderen Bundesländern! „Jetzt haben wir eine gute Grundlage dafür, bei der Verbesserung des ÖPNV im Saarland die nächsten Schritte zu gehen. Das Potenzial für deutlich höhere Fahrgastzahlen ist jedenfalls da, wir werden es auch nutzen“, sagte Ministerin Anke Rehlinger in einer Pressemitteilung, nette Worte – doch nur Taten können die Situation verbessern!

Bahnhof Hostenbach 1992 © Jörg Klawitter
Ein Passagierzug im Bahnhof Hostenbach 1992 © Jörg Klawitter

Wir brauchen aber nicht nur ein Europa der Worte

„Wir liegen hier im Herzen von Europa, wir brauchen aber nicht nur ein Europa der Worte, sondern auch ein Europa der Taten.“, forderte bereits zuvor Erhard Pitzius von der Plattform Mobilität SaarLorLux. Ein nun in Frankreich angestrebter Ausbau der Strecke Luxembourg – Bettembourg – Thionville bringe auch Vorteile für die Regionen, Saarbrücken, Völklingen, Forbach und Saarlouis – Dillingen weiß Pitzius zu berichten, er sagt: „Die Idee eines Regionalexpresszuges Saarbrücken – Luxemburg und eines Quatrocity Ringzuges Saarbrücken – Metz – Luxemburg – Trier – Saarbrücken kann weiter Gestalt annehmen, wenn die Kapazität zwischen Thionville und Luxembourg erhöht wird.“

„Über die Forbacher Bahn, die Bahnstrecke Béning – Bouzoville – Thonville und über die Bisttal- und Niedtalbahn lassen sich gute Verbindungen in Richtung Luxemburg realisieren. Außerdem ist die Strecke Trier – Thionville für die neue Interregförderperiode ab 2020 vorgesehen, mit Druck aus Rheinland-Pfalz und neuerdings mit Unterstützung von Grand Est. Das Saarland und Grand Est müssen nun an die restlichen Verbindungen südlich und östlich von Thionville anknüpfen, damit auch was Großes in der Großregion entstehen kann. Dazu muss aber auch der Wille der saarländischen Landesregierung vorhanden sein, den grenzüberschreitenden Bahnverkehr (und ÖPNV) neu zu denken, sich aber auch die Arbeit machen zu wollen Fördertöpfe anzuzapfen und Fördermittel zu beantragen.“ fordert der Sprecher der Plattform Mobilität SaarLorLux energisch.

Eine Regionalexpress Verbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg kann über die Bisttalbahn abgewickelt werden.

In Blickweite zum Weltkulturerbe holt sich die Natur wertvolle Infrastrucktur zurück (Foto: Hell)
Die Bisttalbahn und ihre Gleisanschlüsse (links nach Völklingen) wird von der Natur nach und nach zurück gewonnen. (Foto: Hell)

30.000 LKW-Fahrten könnten pro Jahr eingespart werden!

Neben dem Schienenpersonennahverkehr könne auch der Güterverkehr wieder mehr auf die Schiene verlagert werden. „Europorte, Bahnlog und auch die CFL möchten gerne Güterverkehr über die Niedtalbahn (über Thionville – Bouzonville) zur Dillinger Hütte abwickeln. An der Bisttalbahn in Überherrn sollte ein KV Terminal entstehen mit Anbindung ins deutsche und französiche Schienennetz.“, so Pitzius, weiter: „Mit einem KV Terminal in Überherrn könnten über 30.000 LKW Fahrten im Jahr eingespart werden, auch ein erheblicher Umweltfaktor!“

Bei Wadgassen kreut die Bisttalbahn die A620 (Foto: Hell/Archiv)
Bei Wadgassen kreut die Bisttalbahn die A620 (Foto: Hell/Archiv)

Mit der Aufwertung der Niedtalbahn und der Reaktivierung der Bisttalbahn, in Verbindung mit weiteren vorhandenen Bahnstrecken, kann in der Region Saarbrücken – Metz – Luxemburg – Trier ein umweltfreundliches Verkehrsnetz entstehen, das Europa und deren Menschen verbindet. „Europa muss weiter zusammen wachsen, auch im ÖPNV und Schienenverkehr!“, so Erhard Pitzius.

Hintergrund:

Die Bisttalbahn war eine zweigleisige Hauptstrecke und bis in die 1980er Jahre eine der meist befahrenen Güterzugstrecken in Europa. Ein Gutachten der Firma Mosolf, Scot Rosselle und des Ministeriums für Wirtschaft belegt die besondere Bedeutung der Strecke im kombinierten Ladungsverkehr und auch im grenzüberschreitenden Personenverkehr, für den sie auch bis in die 1990er Jahre genutzt wurde. Das saarländische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr hat das Gutachten allerdings nicht umgesetzt. In Deutschland sind noch beide Gleise erhalten, müssen aber saniert werden. Auch in Frankreich liegen noch überall die beiden Gleise, einige Bahnübergänge wurden überteert und in Hargarten-Falck fehlt die Weichenverbindung zur Strecke nach Bouzonville – Thionville und in der anderen Richtung nach Creutzwald und Béning mit Anschluss an die Strecken Saarbrücken – Metz und Béning-Sarreguemines. Im Raum Völklingen könnten weitere stillgelegte (Rosseltalbahn) und eine bereits zurückgebaute Strecke (Köllertalbahn) den ÖPNV weiter stärken. Red.