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„Neues Rathaus“: Der Büroturm wird saniert – Keine Pläne für Rathausstraße

#Völklingen. Neue Chefs, neue Ansichten – so ist das auch in einer Stadtverwaltung: Die neue Völklinger Verwaltungsspitze will den Turmaufbau nun stehenlassen und sanieren, dabei schien der Abriss bereits entschlossene Sache.Der Turmaufbau sollte, so der Plan von ex-Oberbürgermeister Klaus Lorig, abgerissen werden. Die dort untergebrachten Verwaltungsmitarbeiter sollten in die damalige Neuerwerbung umziehen, in die Rathausstraße, also in die Zwillingsgebäude von ehemaligem Saarstahl-Casino und die ex-Röchling-Bank. Die Stadt hatte diese seit langen Jahren leerstehenden Immobilien im Jahr 2016 für insgesamt rund 400 000 Euro im Rahmen der Einmietung des 1. FC Saarbrücken in das Hermann-Neuberger-Stadion von FCS-Mäzen Ostermann erstehen können.

Das neuen Rathaus hat inzwischen einen frischen Anstrich erhalten (Foto: Andreas Hell)
 (Foto: Andreas Hell)

Nun hat sich das Fähnchen gedreht: Die neue Verwaltungsspitze mit Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) und Bürgermeister Christof Sellen (CDU) stoppte das „Projekt Rathausstraße“, sie wollen nun den Turm des „Neuen Rathauses“ sanieren: Etage für Etage, während des Verwaltungsbetriebs. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass eine Sanierung des Neuen Rathauses die günstigste aller Möglichkeiten wäre. Sie wird aktuell auf Kosten von 12 569 000 Euro geschätzt, ein Gutachten der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Saar hatte im September 2015 für eine Gesamtsanierung noch 23 Millionen Euro in den Raum gestellt. Da war die Erneuerung der Fassade einbegriffen, diese wäre allerdings nach jetzigem Stand noch nicht sanierungsbedürftig.

Die Zwillingsgebäude standen bis auf ein Stockwerk über viele Jahre leer, mit dem Umzug der Stadtverwaltung könnten sie eine Wiederbelebung erfahren (Foto: Andreas Hell)
Die Zwillingsgebäude standen bis auf ein Stockwerk über viele Jahre leer, mit dem Umzug der Stadtverwaltung hätten sie eine Wiederbelebung erfahren – dieser Plan ist nun vom Tisch (Archiv-Foto: Andreas Hell)

Saniert werden muss im Neuen Rathaus unter Anderem auch wegen strengeren Brandschutzbestimmungen, doch auch in der Vergangenheit machte der als „Rostiger Ritter“ in den Volksmund geratene Rathausturm das ein oder andere Problem. 1991 musste die rostig erschienene Fassade erneuert werden, daher auch der Name, ein Wasserschaden folgte vier Jahre später. 2005 war die Klimaanlage fällig und Asbest wurde zwischenzeitig auch entfernt.

Der von der neuen Rathausspitze vorgeschlagene Plan wurde bereits vom Stadtrat abgenickt, nur was passiert nun mit den Leerständen in der Rathausstraße? Diese Frage bleibt vorerst unbeantworte, fest steht aber: Mit dem wohl im Frühjahr beginnenden Bau des Modepark Röther und der damit einhergehenden Attraktivitätssteigerung könnten die beiden Leerstände ein weiteres Schlüsselgrundstück in der Innenstadt freigeben und so eine Fläche für eine weitere Neuansiedlung darstellen. Red.