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Modepark Röther: Der Standort Völklingen ist weiterhin geplant!

#Völklingen. In Völklingen kreist die Gerüchteküche: Modepark Röther sei vom Projekt abgesprungen, Völklingen sei dem Unternehmen nun plötzlich doch zu unattraktiv geworden. Wir haben nachgefragt und festgestellt: Alles falsch! „Der Standort ist weiterhin geplant.“, so lautet die knappe, aber eindeutige Antwort von Michael Röther.

Rückblick: Langer Weg bis zum Abriss

Die Geschichte um den ehemaligen Kaufhof ist lang: Nachdem das Kaufhaus zum „Millenium“ seine Pforten schloss, hieß es lange Leerstand. Ideen wie ein Ärztezentrum oder ein Einkaufszentrum im Bestand konnten nicht umgesetzt werden, es mussten neue Lösungen her – ein Investor wurde gefunden.

Auf dem Grundstück kann mangels Baugenehmigung aktuell nicht viel passieren (Foto: Privat)
Auf dem Grundstück kann mangels Baugenehmigung aktuell nicht viel passieren (Foto: Privat)

Doch dieser Investor ging mitten während der Projektphase in die Pleite, der zweite konnte das Projekt auch nicht zu Ende führen: Der Leerstand rund um den ehemaligen Kaufhofkomplex war größer als je zuvor, was die Politik zum Handeln zwang. Erst kaufte die Stadt Völklingen auf Beschluss des Stadtrates die Immobilien zurück, dann riss sie mit Hilfe von Fördergeldern alles ab, was für einen Neuanfang im Wege stand. Das Ergebnis sehen wir heute: Eine Fläche von rund 13.500 m² wurde frei – Platz für einen Neuanfang.

Kaufvertrag im September 2017 unterschrieben

Kurz nach dem Beginn der Abrissarbeiten konnte ein neuer Unternehmer gefunden werden, der am Standort einen Neuanfang wagen wollte: Das Familienunternehmen „Modepark Röther“. Vorausgegangen war die Grundsatzentscheidung des Stadtrates vom 15.11.2015, der sich nach der Vorstellung von drei Folgeprojekten für das gescheiterte City-Center für Modepark Röther als neuen Partner für Völklingen entschieden hat.

Oberbürgermeister Klaus Lorig und Michael Röther unterschreiben den Kaufvertrag (Foto: Stadt VKL)
Der ehemalige völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig und Michael Röther unterschrieben im November 2017 den Kaufvertrag (Foto: Stadt VKL)

Nachdem im Vergangenen Jahr die Bagger ihren Dienst verrichteten, konnten Verwaltung und Bauherr bereits in die Planungsphase schreiten – der Kauf wurde im September 2017 mit den Unterschriften des ehemaligen Oberbürgermeister Lorig und Michael Röther besiegelt werden. Ex-Oberbürgermeister Klaus Lorig wies damals bei der Vertragsunterzeichnung darauf hin, „dass der jetzt vorliegende Kaufvertrag das Ergebnis vieler Abstimmungsgespräche am Unternehmenssitz von Modepark Röther in Michelfeld bei Schwäbisch Hall und in Völklingen ist“.

Die Gerüchteküche brodelt

Noch mit den letzten Abrissarbeiten machte sich in Völklingen ein neues Gerücht breit, im Tenor hieß es Röther habe sich vom Projekt zurück gezogen, habe „die Reissleine“ gezogen. Was breits kurz nach seinem Amtsantritt von Neu-Bürgermeister Christof Sellen verneint wurde, Anfang Juni sagte er bei einem Rundgang durch die Stadt: „Röther ist nach wie vor unser Partner. Das Gelände wurde durch das Unternehmen erworben, doch aktuell stecken die Bau-Pläne in einer Überarbeitung und müssen deswegen neu genehmigt werden.“ Das Unternehmen bestätigt auf unsere Anfrage:

„Die Baugenehmigung kann noch nicht erteilt werden, da die Lage des Kanals in der Planung falsch berücksichtigt wurde und somit die Fundamentplanung neu erstellt werden musste. Im Zuge dessen und weiterer schwieriger Gründungsprobleme, konnte der Prüfstatiker das geplante System noch nicht freigegeben.“

Der Entwurf des Parkhauses wurde überarbeitet – vor allem aber auch unter der Berücksichtigung der speziellen, nur im Saarland geltenden technischen Vorgaben, was den Brand- und Schallschutz betrifft. Erschwerend hinzu kommt jedoch auch der komplexe Anschluss an die Bundestraße B51.
Herr Michale Röther weiter: „Der Standort ist weiterhin geplant!“. Aufgrund der oben genannten Änderungen muss die Planung und die anschließenden Ausschreibungen überarbeitet und neu ausgerollt werden. Dadurch ist derzeit also noch kein Termin für den ersten Spatenanstich festzulegen.

Bauzeichnung des Modeparks "Fassade Rathausstraße"(Grafik: Modepark Röther)
Bauzeichnung des Modeparks „Fassade Rathausstraße“(Grafik: Modepark Röther)

Die Lage in Völklingen ist „interessant“!

„Doch warum will Röther ausgerechnet nach Völklingen?“, fragte Thilo Schmidt unsere Redaktion via Facebook, diese Frage haben wir an Herrn Röther weitergegeben: „Das Einzugsgebiet von Völklingen ist interessant. Die Lage direkt an der Bundesstraße ist hilfreich.“, antwortete Michael Röther, Chef der Modemarktkette. Eine Erhebung der IHK zeigt es: Völklingen verfügt durch Fachgeschäfte, -märkte und Vollsortimenter bereits jetzt über ein breiteres Angebot als kleinere Zentren in der Umgebung: Das bringt Umsatz in die Kommune! Doch eines beachtet die Studie nicht: Die Kennziffern beziehen sich auf die gesamte Gemeinde, nicht nur auf deren Citylagen! Und genau da liegt Völklingens Problem und zugleich auch Völklingens Chance  die Völklingen zusammen mit dem Modepark Röther nutzen muss.

Bürgermeister Sellen: „Ich freue mich auf die Ansiedlung von Modepark Röther. Sie wird viel Chancen für Völklingen mitsichbringen sowohl im kaufmännischen Bereich als auch im Hinblick auf die Stadt Entwicklung.“

Versinnbildlicht: Im Windschatten des Modeparks, der ohne Zweifel neue Kundschaft anlocken wird, kann die Innenstadt gerade auf der Achse Rathausstraße mit dem Globus SB-Warenhaus profitieren.

Bauzeichnung des Modeparks "Fassade Rathausstraße"(Grafik: Modepark Röther)
Bauzeichnung des Modeparks „Fassade zur B51″(Grafik: Modepark Röther)

Was verzögert nun die Bauarbeiten?

Michael Röther fasst sich kurz: „Die noch nicht erteilte Baugenehmigung.“ Die überarbeitete Planung muss von Grund auf neu geprüft werden, das beansprucht bei einem Projekt dieser Größenordnung mehr Zeit, da es hier neben der reinen Statik und Ästhetik auch um das Thema Sicherheit geht, so zum Beispiel um das Thema Brandschutz. Red.

Der Modepark in einer 3D-Grafik, gesehen von der Rathausstraße (Grafik: Röther)
Der Modepark in einer 3D-Grafik, gesehen von der Rathausstraße (Grafik: Röther)