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Modemarkt: Im Saarland werden Online- und Offline-Einkauf zunehmend kombiniert

#Saarland. Mode-Einzelhändler müssen heutzutage flexibler denn je sein: Auf der einen Seite shoppen viele Kundinnen und Kunden immer häufiger online und erwarten eine riesige Produktpalette, auf der anderen Seite schätzen sie den persönlichen Kontakt, die Möglichkeiten zur Anprobe und die Beratung – so auch im Saarland. Beide Welten – online wie offline – haben also nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Ein Brancheneinblick.

Textilhandel verzeichnet weiter steigende Online-Umsätze

Der Onlinehandel in Deutschland floriert: Auch neueste Zahlen für das zweite Quartal 2017 belegen den andauernden Wachstumskurs der Branche. So konnte die Textilbranche laut fashionunited.de zwischen April und Juni 2,6 Milliarden Euro online umsetzen, was eine Steigerung um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Mit diesem moderaten Wachstum hinkt die Mode-Industrie dem gesamten Wachstum des Onlinehandels sogar noch hinterher: Insgesamt setzte der Onlinehandel im gleichen Zeitraum ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr um.


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Offlinehandel: Magnetwirkung in Städten wie Saarbrücken

Sind damit die belebten Innenstädte in unserer Region Geschichte? Mitnichten: Denn noch immer haben die Innenstädte eine ungeheure Strahlkraft auf die Kundschaft. So misst die IHK beispielsweise für Saarbrücken eine sogenannte Zentralitätskennziffer von 152. Diese abstrakte Ziffer bedeutet , dass das Oberzentrum von Saarbrücken nicht nur die Kaufkraft der ansässigen Bevölkerung bindet, sondern auch zahlreiche Kunden aus dem Umland anlockt. Auch Völklingen bindet mehr Kaufkraft an sich, als es die ansässigen Bewohner zuließen (⇒ Wir berichteten in unserem Beitrag vom 03.09.2017: Letzte Chance für Völklingens Innenstadt? Röther soll am 18. September unterschreiben!).

Verquickung von Onlinehandel und stationären Filialen nimmt zu

Das haben längst auch die meisten Onlinehändler erkannt: Sie setzen jetzt verstärkt auf eine Multi-Channel-Strategie und sind immer dort, wo auch ihre Kunden sind. Ein Beispiel aus der Modewelt: Der Anbieter Long Tall Sally ist auf Mode für große Frauen spezialisiert. Die Hosen, perfekt passend für lange Beine, gibt es nicht nur im Onlineshop, sondern auch zur kostenlosen Abholung in der Filiale. Anprobe, Beratung und emotionales Einkaufserlebnis sind noch immer die wichtigsten Gründe, warum sich Kunden für das stationäre Einkaufen entscheiden. Der Saarbrücker Schuhhändler Max Schönberg erklärt dem Deutschlandfunk: „Das Internet ist für uns ein Hilfsmittel, um die Läden voll zu machen. Weil wir es nicht schaffen, Emotionen über digitale Ströme zu verteilen. Also, wir sind darauf angewiesen, dass der Mensch wegen der Atmosphäre zu uns kommt.“ Somit scheint sich eine Symbiose von Onlineshop und stationären Niederlassungen zu ergeben.

Dem stimmt auch Martin Spann vom Institut für Electronic Commerce und Digitale Märkte an der Ludwig-Maximilians-Universität München zu: „Beim Kaufprozess nutzen Verbraucher beides – online und offline“, erläutert er dem Handelsblatt. Aus Käufersicht ist das wenig verwunderlich: Im Onlineshop werden bequem vom Sofa aus Waren und Preise recherchiert. Im Laden wird schließlich das Material verglichen, Produkte an- oder ausprobiert und fachmännischer Rat eingeholt. Für Einzelhändler bedeutet diese Verquickung zum einen eine höhere Reichweite, zum anderen wird eine Modernisierung und Flexibilisierung des Angebots notwendig. In jedem Fall dürfen wir für die Zukunft sicher noch eine deutlich stärkere Kombination aus Online- und Offlineshopping erwarten. Red.

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