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Koversion der Hostenbacher Halden – Amerikanisches Unternehmen zeigt Interesse

#Völklingen. Gestern ludt die IG saarländischer Naturschutz interessierte Bürgerinnen und Bürger Völklingens zur Informationsveranstaltung „Konversion der Hostenbacher Halden“ in den Festsaal des Alten Rathauses ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Planung eine Skihalle auf einer der Halden zu errichten, welche kontroverse Diskussionen hervorrief.

Was passiert ab 2015 mit den Hostenbacher Halden?
Was passiert ab 2015 mit den Hostenbacher Halden?

Ende 2014 wird das Gelände rund um die „Hostenbacher Halden“ durch die ansässigen Unternehmen verlassen werden, dies ist für die IG saarländischer Naturschutz Grund genug, sich mit der geplanten zukünftigen Nutzung des Geländes auseinander zu setzen.


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Die einst von den Röchlingschen Eisen- und Stahlwerken angelegten Halden, die die nicht mehr gebrauchten Reststoffe aus der Stahlproduktion aufnahmen, wurden in den Jahren nach der Stilllegung der Roheisenschiene des Völklinger Hüttenwerks nach und nach von der Natur zurück erobert. Auf dem Gelände sind Wildtiere genau so zuhause wie seltene Pflanzen. Entsprechend fiel das Plädoyer der geladenen Naturschützer verschiedener Vereinigungen aus, welches durchweg auf eine Umwidung als Naturschutzgebiet abzielte.

Dem entgegnete ein Mitarbeiter des kommunalen Fachbereichs Umwelt allerdings, dass ehemaliger industrieller Abfall nur schwer umgewidmet werden könne – je nach Nutzung schließe er gar eine teure Einhausung, ähnlich dem Verwahrungsbauwerk für kontaminierte Erde auf dem ehemaligen Kokereigelände in Fürstenhausen, nicht aus.

Auch eingeladen war ein in die USA ausgewanderter Unternehmer mit saarländischen Wurzeln. Dipl.Kfm. Michael Krichel ist Geschäftsführer der FUNPark Inc., die ihren Sitz in der USA hat. Das Unternehmen betreibt unter anderem zwei Skihallen in den Vereinigten Staaten. Nun möchte das Unternehmen mit einer ersten Anlage nach Europa expandieren, dazu bilden die ehemaligen Halden zwischen Wehrden und Hostenbach eine gute Basis.
Krichel stellt in einer 20 Minütigen Präsentation das Konzept „Ski-Dome Völklingen“ vor, welches er in Völklingen zu verwirklichen plant.

„Natur und eine Skihalle müssen sich nicht gegenseitig ausschließen!“ (Dipl.Kfm. Michael Krichel)

Er selbst sei beeindruckt gewesen, als er bei einer ersten Besichtigung die rasche Entwicklung der Natur auf dem Gelände vor Augen sah. „Das letzte Mal sah ich das Gelände bewusst 1985 als ich neben meinem Studium bei der Arbed Saarstahl GmbH jobbte. Es ist beeindruckend wie schnell sich die Natur alles zurück nimmt.“, erzählt Krichel von seiner Zeit bevor er in die USA auswanderte. „Dies wollen wir nutzen, nicht zerstören!“, führt er fort.Gerade die Halde „Dorothea“ böte genau das Gefälle welches eine Skihalle benötige um eine schöne Piste zu verwirklichen: „Oben sind es etwa 25%, das ist ideal.“, so Krichel. Deshalb plant FUNPark auf dem flacheren der beiden Berge eine Skihalle mit ca. 13.000m² und einer Skipiste von rund 320 Metern. Zwei Schlepplifte, drei bis vier Laufbänder und ein Sessellift sollen stündlich ca. 5500 Personen an den Anfang der Piste befördern können. „Auch an die Anfänger haben wir natürlich gedacht, eine entsprechende Piste muss es bei einer solchen Skihalle geben.“, führt Krichel fort.
Die Halle soll durch einen großen Parkplatz am Fuße des Berges erschlossen werden, „die Autobahnanbindung ist nahezu perfekt für dieses Vorhaben“ beschreibt der Diplomkaufmann die Verkehrslage.

Die A620 bildet die nahezu perfekte Verkehrsanbindung
Die A620 bildet die nahezu perfekte Verkehrsanbindung

Die Halle soll möglichst in die Landschaft integriert werden, um so wenig wie möglich Natur zu zerstören plant man so wenig Eingriffe wie möglich vor zunehmen: Man soll um die Beeindruckende Halde Spazieren können, diese Wege sollen zugleich benötigte Rettungswege bilden.

Ein Hotel solle in einer zweiten Ausbaustufe am Fuß der Halde „Herrmann“ entstehen.

In der Anschließenden Fragerunde wurde teils heftige Kritik an dieser Planung geübt, sie sei reine Energieverschwendung. Doch auch darüber hat sich der erfolgreiche Unternehmer Gedanken gemacht: eine Solaranlage auf dem Dach, welches in Richtung Süden zeigt, sei fester Bestandteil der Planung. Optional könne man weitere Photovoltaikanlagen auf aktuell noch genutzten Flächen neben der Halde „Herrmann“ bauen.

Ist das ganze überhaupt genehmigungsfähig?

Ob eine Skihalle überhaupt genehmigungsfähig sei wollte Bernhardt Maurer aus Wehrden wissen. – Gründsätzlich sei man „auf einem guten Weg mit Land und Stadt“, entgegnete Krichel knapp. Auch die Nähe zur „Snowhall“ in Amneville wurde angesprochen: Der Betreiber der französischen Anlage soll mit seinen Zahlen alles andere als zufrieden sein, so hieß es aus dem Publikum. Dem entgegnete der Unternehmer, indem er den Zuhörern die Konzeptunterschiede vorstellt – ohne weiter ins Detail zu gehen. Eine weitere Nutzung des Geländes für verschiedene weitere Freizeitangebote komme durchaus in Frage. Abhängig ist das Konzept, laut eigenen Angaben des sich als Deutsch-Amerikaner bezeichnenden Kaufmanns, von Bodenuntersuchungen, die ein unabhängiges Institut im Januar 2015 vornehmen soll. Sollte der Abraum zu sehr kontaminiert sein, so blieben nur zwei Optionen:
Die Einhausung des Erdreichs unter eine Schutzschicht, mit der die in den letzten Jahren entstandende Fauna zumindestens im erschlossenen Bereich wieder zerstört würde, oder man überlasse das Gelände der Natur.

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