Litzenburger AnzeigeLitzenburger MalerbetriebPlatzhalterGlobus AnzeigeGlobus SB-Warenhaus VölklingenGlobus

„Klasse statt Masse“: Saarland geht in der Tourismuspolitik neue Wege

#Saarland. Das Saarland ändert seine Strategie für die Weiterentwicklung des regionalen Tourismus. Am Dienstag, 10. November, hat sich der Ministerrat mit dem Thema befasst. Vor der Landespressekonferenz schilderte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger den roten Faden für die Tourismuspolitik und -förderung bis zum Jahr 2025. Dafür liegen detaillierte Gutachterempfehlungen vor. Welche Auswirkungen sie auf Teilbereiche und die Touristikunternehmen hat, wird am 16. November Gegenstand des Saarländischen Tourismustags in Landsweiler-Reden sein.

Seniorenbetreuung
Mehr Saarland auf einem Foto geht fast garnicht - wer verpackt es in einen Film? (Foto: Winfried Hoffmann)
Mehr Saarland auf einem Foto geht (fast) nicht! (Foto: Winfried Hoffmann)

Als neue Leitidee stellte die Ministerin heraus, dass nicht mehr reine Wachstumszahlen der Maßstab sein sollten: „Wir wollen Klasse statt Masse, setzen verstärkt auf Qualität und Nachhaltigkeit. Segmente, in denen die Wertschöpfung hoch ist, werden bevorzugt. Wenn es uns gelingt, in den wichtigen Bereichen die Saison zu verlängern und so die Umsatzchancen zu erhöhen, ist ein wichtiger Schritt schon getan.“ Der Tourismus werde auch als Arbeitgeber und als Faktor der saarländischen Wirtschaftskraft dringend gebraucht.

Die Zahl der als umweltfreundlich zertifizierten Tourismusbetriebe soll deutlich steigen. Auf der Grundlage von Marktforschungsergebnissen werde gemeinsam mit den Partnern in Kreisen und Kommunen ein ganzheitlicher Ansatz umgesetzt, der ökonomische, ökologische und soziale Aspekte einbeziehe, so die Ministerin. Dabei sei es wichtig, „bei der weiteren Entwicklung in jeder Phase die einheimische Bevölkerung mitzunehmen“. Auch deren Lebensqualität sei ein Maßstab, genau so wie die Attraktivität des Saarlandes als Ort des Arbeitens und Lebens.

Die Tourismuskonzeption „Wir schaffen Werte mit Qualität und Wachstum“ kann nach Einschätzung der Ministerin „von einer soliden Basis starten“: Das Ziel der bisherigen Tourismusstrategie, die Zahl der Übernachtungen deutlich zu steigern, wurde dank gezielter öffentlicher Förderung sogar übertroffen: 2,2 Mio. waren es 2009, etwa 2,75 Mio. sollten es 2015 werden, im vergangenen Jahr wurden aber bereits 2,9 Mio. erreicht.

 

Auch wenn kein Tourismuswachstum „um jeden Preis“ angestrebt wird, werden für die kommenden zehn Jahre einige quantitative Marketingziele definiert – auch, um Fortschritte und Problemfelder ausmachen zu können. Zu diesen Zielen gehört es, mit begrenzten Mitteln das Nachfragevolumen langsam, aber kontinuierlich auf 3,3 Mio. Übernachtungen zu steigern. Zugleich sollen die Einkommen aus dem Tourismus von 627 auf 700 Mio. Euro gehoben werden. Im Jahr 2020 wird eine Zwischenbilanz gezogen.

An der Erarbeitung der neuen Konzeption waren viele Praktiker mit den unterschiedlichsten Perspektiven beteiligt: Touristikverbände und -einrichtungen, Hotel- und Gastgewerbe, IHK Saarland, Städte- und Gemeindetag, die Landeshauptstadt sowie der Landkreistag kamen in Expertengesprächen und bei Workshops zu Wort. Der Prozess wurde koordiniert von Wirtschaftsministerium und der Tourismus-Zentrale, das Fachinstitut dwif-Consulting (Berlin) sorgte für die wissenschaftliche Begleitung.

Bei der Umsetzung des Leitkonzepts, die mit dem Saarländischen Tourismustag 2015 beginnt, gibt es eine klare Arbeitsteilung: Das Ministerium übernimmt die Steuerung des Gesamtprozesses, die Tourismus-Zentrale kümmert sich um das Zusammenwirken der einzelnen regionalen Partner. Auch die IHK Saarland, die Strukturholding Saar sowie der Städte- und Gemeindetag übernehmen verantwortlich Aufgaben bei der Bearbeitung der Handlungsschwerpunkte.

Handlungsschwerpunkte

  • Weitere Stärkung des Tourismusbewusstseins in der saarländischen Bevölkerung
  • Bildung eines KMU-Netzwerks für die Tourismuswirtschaft
  • Gezieltes Ansiedlungsmanagement mit Blick auf größere Tourismusprojekte.
  • Aufwertung der Ortskerne und Innenstädte.
  • Markenbildung und einheitliche Kommunikationsstrategie für das Reiseland Saarland.

Leitkonzept zeigt die großen Linien

Die Tourismuskonzeption 2025 ist keine Projektliste, deren Positionen Schritt für Schritt abgehakt werden sollen. „Wir wollten ein Rahmenkonzept, das die großen Linien deutlich zeigt, aber trotzdem auf allen Gebieten den Spielraum lässt für die Kreativität der Touristiker“, so Ministerin Rehlinger. Der Tourismus sei wie kaum ein anderes Geschäftsfeld „in ständiger Bewegung“, weil Trends und Kundenansprüche immer im Wandel seien. Daraus entstehe Innovationsdruck, auch was die Gestaltung von Angeboten angehe. Der zunehmenden Erlebnisorientierung der Kunden müsse gerecht werden, wer Gäste gewinnen und halten wolle. Im Übrigen müssten auch die kleineren Tourismusbetriebe die digitalen Möglichkeiten wie Online-Werbung und –Reservierung offensiver in ihre Marketingstrategien einbauen.

Im Aktivtourismus wird neben dem Wandern und dem Radfahren der Naturtourismus als drittes Thema künftig eine wichtigere Rolle spielen. „Adventure/Wildnis“ soll dabei den inhaltlichen Schwerpunkt bilden. Auf diesem Gebiet gibt es nach Einschätzung der Experten in den nächsten Jahren ein erhebliches Marktpotenzial. Eine entsprechende Infrastruktur wie Trekkingwege oder Naturerlebnispfade wird vom Ministerium grundsätzlich unterstützt. Bestehende Angebote wie Esel-Trekking, Floßtouren, Schäfertrail oder Pilzwanderungen sollen weiterentwickelt und ergänzt werden.

Beim Kulturtourismus, dem ebenfalls gute Marktchancen attestiert werden, geht es unter anderem darum, die gut entwickelte Kunst- und Kulturszene auch für Touristen besser erlebbar zu machen. Nachfrage- und Wertschöpfungspotenziale werden auch dem Geschäftstourismus zugerechnet – mit einem Schwerpunkt auf Messen, Kongresse und Tagungen. Zukunftschancen hat auch der saarländische Gesundheitstourismus mit seiner speziellen Ausrichtung auf den Medizintourismus. Dabei geht es um die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen im Saarland, wie beispielsweise beim „Netzwerk Hören“ für Cochlea-Patienten.


Quelle: Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der Landesregierung des Saarlandes oder (eines) Ihrer Ministerien.

Diesen Beitrag teilen