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Fragen an den Stadtrat – Teil 9: Wohlfühlfaktoren für junge Familien

#Völklingen. Völklingen im Wandel möchte seine Leserinnen und Leser intensiver über die Arbeit des Völklinger Stadtrates informieren. Aus diesem Grund haben wir die Reihe „Fragen an den Stadtrat“ ins Leben gerufen.

Frage der Redaktion:


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Welche realistischen Maßnahmen könnten in Ihren Augen ergriffen werden, um  junge Familien das Wohlfühlen zu erleichtern? Sehen Sie Bedarf das Angebot für Kinder über das Sommerferienprogramm und das Jugendzentrum des Regionalverbandes zu erweitern?

  • Antwort der SPD-Fraktion (Erik Roskothen, Pressesprecher)
    Das Sommerferienprogramm und die JuZe sind gut genutzte Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Daneben unterstützt die SPD Vereine und Institutionen, die ganzjährig für ein gutes Freizeitprogramm sorgen. Aufgabe der Stadt ist es, für eine gute Ausstattung der KiTas und Schulen zu sorgen, für gute Busverbindungen und attraktiven Wohnraum. Dinge, der sich die SPD angenommen hat. Aber: Ein Gemeinwesen wie Völklingen ist kein Wellnesshotel. Die Stadt und die Vereine brauchen Ehrenamtliche, die sich engagieren. Dazu ermutigen wir die Menschen unserer Stadt und stehen Ihnen gerne zur Seite. Persönlicher Kontakt ist erwünscht.
  • Antwort der CDU-Fraktion (Kevin Frank, Mitglied des Stadtrates)

    Das Angebot für Kinder beschränkt sich in Völklingen nicht nur auf das Kinderferienprogramm und das Jugendzentrum.
    Zunächst gibt es außer dem JUZ in der Stadtmitte auch Jugendzentren in den Stadtteilen und viele Angebote für Kinder und Jugendliche in Vereinen und in kirchlichen Institutionen sowohl im sozialen, im sportlichen als auch im kulturellen Bereich. Des Weiteren haben alle Grundschulen eine Freiwillige Ganztagsschule, auch hier werden Familien mit ihren Kindern Angebote gemacht. Nicht vergessen sollten wir das sehr gute Netz an Kindertagesstätten in Völklingen, das sowohl vom  kommunalen als auch von freien Trägern getragen wird. In der Stadtmitte befindet sich auch das Kinderhaus mit Angeboten für Kinder und Familien, ebenso bietet der Deutsche Kinderschutzbund in seiner Geschäftsstelle in der Rathausstraße niedrigschwellige Beratung für Eltern an, außerdem für Kinder Lerngruppen, Vorlesestunden, Spieletreff und weitere Projekte an.

  • Antwort der Fraktion FDP/Freie Wähler (Denise Baldauf, stv. Fraktionsvorsitzende)
    Sie sprechen mit dieser Frage einen wichtigen Bereich der Steigerung der Attraktivität der Wohn- und Lebensqualität in unserer Stadt an. In der Ansiedlungspolitik spricht man beispielsweise von sogenannten weichen Ansiedlungsfaktoren.

    Dieser Gesichtspunkt hat für die in unserer Stadt lebenden Menschen, und damit nicht nur für junge Familien, besondere Bedeutung. Ein attraktives Freizeitangebot für junge Familien hat sicherlich auch Bedeutung für Familien, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, ihren Wohnsitz nach Völklingen zu verlegen oder sich eben für eine Nachbargemeinde zu entscheiden, weil dort beispielsweise ein aus Sicht dieser Familien freundlicheres Freizeitangebot vorgehalten wird.

    Das Freizeitangebot hat auch für ansiedlungsbereite Unternehmen beträchtlichen Einfluss. Für viele Verantwortliche in solchen Unternehmen spielt es eine große Rolle, dass für die Arbeitnehmer des Unternehmens in Völklingen nach dem ins Auge gefassten Umzug ausreichende und attraktive Freizeitmöglichkeiten bestehen.

    Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Heranwachsende im Einzelnen getroffen werden, vermögen wir nicht im Detail anzugeben. Sicherlich sind die Bereiche wie Sommerferienprogramm und die Freizeitangebote des Jugendzentrums wichtige Instrumentarien, aber sicherlich nicht ausreichend.

    Zunächst müssen die Kinder und ihre Familien nicht nur gut eingerichtete Kitas und Kindergärten mit ausreichendem und vor allem motiviertem Personal vorfinden. Diese Einrichtungen müssen auch in ausreichender Zahl vorhanden sein, sodass Familien beispielsweise ihre Kinder nicht in andere Stadtteile bringen müssen. Diese Einrichtungen müssen von den Öffnungszeiten so gestaltet sein, dass es dem geänderten Erwerbsverhalten der Eltern gerecht wird, sprich, die Öffnungszeiten müssen sich nach den typischen Arbeitszeiten der in der Regel berufstätigen Eltern richten. Kitas sollten daher bereits morgens ab 7:00 Uhr geöffnet sein und abends nicht vor 18:00 Uhr schließen. Ebenso sollten sich die Schließungszeiten während der Ferienzeiten nicht an den Schulferien orientieren, da viele Eltern maximal drei bis vier Wochen Urlaub in ihrem Betrieb am Stück nehmen können.

    Spielplätze müssen den Kindern entsprechend ihrer Altersentwicklung spannende Spielgeräte und Abenteuereinrichtungen anbieten. Natürlich müssen Spielplätze und vergleichbare Angebote den Kindern und Jugendlichen ausreichenden Platz zum Austoben bieten. Dazu gehören beispielsweise Bolzplätze in ausreichender Zahl, unseres Erachtens mindestens einer je Stadtteil.

    Natürlich sind wir uns bewusst, dass die vorstehend skizzierten Maßnahmen gewaltige Kosten verursachen. Die Ausgaben dürfen wir nicht scheuen. Es handelt sich hierbei nicht um bloßen Konsum, sondern um Ausgaben für sinnvolle Zukunftsinvestitionen. Je wohler sich junge Familien in unserer Stadt fühlen, je beruhigter die Eltern ihre Kinder während der beruflich bedingten Abwesenheit in Kitas wissen, umso besser ist es um die Attraktivität unserer Stadt für die hier lebenden Menschen, aber auch für neu Hinzukommende bestellt!

    Wir halten es allemal für besser und zukunftsorientiert, Geld für die oben beschriebenen Aufgaben auszugeben, als es in Projekte der “Großmannssucht“, wie beispielsweise der millionenteuren Meeresfischzuchtanlage, ein teures Parkhotel in städtischer Hand oder in einen außerhalb der Stadt liegenden Veranstaltungsort „Simschel“ zu stecken. Für diese nutzlosen Projekte hat unsere Stadt in den vergangenen Jahren zig Millionen Euro ausgegeben. Was ist davon übrig geblieben? Was haben die Menschen in Völklingen davon? Nichts bzw. noch schlimmer, die Menschen in unserer Stadt müssen die beträchtlichen Schulden, die durch diese Geldverschleuderung entstanden sind, mit ihren ständig steigenden Steuern und Gebühren zurückzahlen. Unsere Stadt verliert auch dadurch leider erheblich an Anziehungskraft und Attraktivität gerade für junge Familien. Auf ihrem Rücken wird eine gescheiterte Stadtpolitik einer großen Koalition von SPD und CDU ausgetragen, aus unserer Sicht ein untragbarer Zustand.

    Zukünftige Ausgaben müssen gezielt in dem oben beschrieben Umfang für die Steigerung der Attraktivität des Lebensumfelds, insbesondere jüngerer Familien, eigesetzt werden!

Die Fraktionen von „Die Linke“, „B.90 die Grünen“ und der AfD reagierten nicht auf unsere Anfrage.


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Über die Reihe „Fragen an den Stadtrat“

Völklingen im Wandel möchte seine Leserinnen und Leser genauer über die Arbeit der Fraktionen im Völklinger Stadtrat informieren und hat dafür die Reihe „Fragen an den Stadtrat“ ins Leben gerufen. Ziel der Reihe ist es, den Bürgerinnen und Bürgern ein besseres Bild über die politische Arbeit der Stadtrats-Fraktionen zu bieten in dem wir aktuelle Fragen an die Fraktionen stellen, die möglichst auch aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger kommt. Alle Fragen gehen den Fraktionen aus Wettbewerbsgründen zeitgleich zu und werden (mit der Ausnahme von heute) per „Copy & Paste“, also unverfälscht, hier eingefügt. Teile der Reihe werden in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht. Völklingen im Wandel bleibt bei dieser Reihe ausdrücklich parteineutral.

Völklingen im Wandel dankt den kooperierenden Fraktionen und deren ehrenamtlichen Mitgliedern für ihre Zusammenarbeit.

Vorherige Fragen (Auszug):

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