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Entwicklung der saarländischen Wirtschaft im Jahr 2015: Ein vorläufiger Jahresrückblick

#Saarland. Die saarländische Wirtschaft präsentiert sich weiterhin in einer robusten Verfassung. Das zeigen die aktuellen Konjunkturdaten des Statistischen Amtes. Vor allem die Industrie hat wieder zu ihrer alten Stärke zurückgefunden. Neueste Konjunkturumfragen lassen eine weitere Erholung erwarten.

Grafik: Ministerium
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Konjunktur weiterhin im Aufschwung
Die Auswirkungen der Eurokrise sowie des Nachfragerückgangs und des Preisverfalls auf den internationalen Stahlmärkten hatten in den Jahren 2012 und 2013 deutliche Bremsspuren hinterlassen. Infolge der hohen Exportabhängigkeit des Saarlandes fielen die Rückschläge hierzulande erheblich stärker aus als im Bundesdurchschnitt. Doch bereits im vergangenen Jahr fand die Saarwirtschaft auf einen stabilen Wachstumspfad zurück, der auch den diesjährigen Konjunkturverlauf entscheidend prägt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab der gesamtwirtschaftlichen Leistung stieg im ersten Halbjahr 2015 nominal um 4,8 Prozent an (neuere BIP-Ergebnisse liegen zurzeit noch nicht vor). Preisbereinigt bedeutet das ein reales Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent. Damit verlief die Konjunktur im Saarland sowohl nominal als auch real deutlich besser als in fast allen anderen Bundesländern. Für Deutschland insgesamt wurde die Wirtschaftsentwicklung des ersten Halbjahres nominal auf plus 3,5 Prozent beziffert, real auf plus 1,4 Prozent.

Saarindustrie als Stützpfeiler
Wachstumsmotor ist in diesem Jahr wiederum die heimische Industrie: In der Automobilbranche („Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“) stiegen die Auftragseingänge von Januar bis September 2015 zwar nur um 3,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis an, die Produktion wurde jedoch um 11,2 Prozent ausgeweitet und der Umsatz lag um 7,8 Prozent über den vergleichbaren Erlösen des Vorjahres. Der saarländische Maschinenbau meldete eine starke Auftragsverbesserung um 19,2 Prozent und einen Produktionsanstieg um 4,0 Prozent, wodurch der Umsatz um 34,8 Prozent gesteigert wurde.

Die dritte große Stütze der Saarwirtschaft, die Stahlindustrie („Metallerzeugung und -bearbeitung“), leidet jedoch weiterhin unter der krisenhaften Entwicklung an den internationalen Stahlmärkten. Die Auftragseingänge fielen um 15,3 Prozent niedriger aus, wobei die Nachfrage aus dem Ausland um 22,6 Prozent einbrach. Die Produktion wurde lediglich noch um 0,7 Prozent gesteigert; wegen des Preisverfalls im Stahlsegment ging der Umsatz aber um 4,5 Prozent zurück.

Diese drei großen Industriezweige erbringen im Saarland fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe, der sich in den ersten neun Monaten 2015 auf knapp 20,5 Mrd. Euro belief. Das waren 8,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Exporte mit plus 12,7 Prozent deutlich besser liefen als das Inlandsgeschäft (+ 3,6 %). Das Verarbeitende Gewerbe seinerseits hat im Saarland, gemessen an der Bruttowertschöpfung, wegen seiner traditionell hohen Industriedichte einen größeren Anteil an der Gesamtwirtschaft, als dies bundesweit der Fall ist. Daraus erklärt sich bei günstiger Industriekonjunktur dann auch ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum im Saarland.

Bauwirtschaft rückläufig
Für das saarländische Baugewerbe verlief das bisherige Wirtschaftsjahr eher unbefriedigend. Trotz zunehmender Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe blieben die Umsätze sowohl im Hoch- und im Tiefbau als auch im Ausbaugewerbe unter den Erwartungen. Die rückläufige Entwicklung der Baugenehmigungen im Wohnungsbau macht ebenfalls wenig Hoffnung auf eine Verbesserung in diesem Jahr.

Unbeständiger Energiesektor
Der Energiesektor nimmt innerhalb der Saarwirtschaft eine Sonderstellung ein. Nicht nur von konjunkturellen, sondern auch von energietechnischen und politischen Einflüssen bestimmt, unterliegt die Stromproduktion unregelmäßigen Schwankungen. Dies gilt insbesondere in Zeiten revisionsbedingter Abschaltungen von Kraftwerken bzw. bei ihrer erneuten Inbetriebnahme. So erhöhte sich die Bruttostromerzeugung in den ersten drei Quartalen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 6,2 Mio. Megawattstunden (MWh).

Obwohl der saarländische Kohlenbergbau seit Jahresmitte 2012 endgültig eingestellt ist, trägt die Steinkohle nach wie vor in erheblichem Umfang zur Stromerzeugung bei. Ihr Anteil lag mit 5,5 Mio. MWh bei über 88 Prozent. Die restlichen Energieträger sind vor allem Gase, Klärschlamm und Abfälle. Die Stromproduktion aus Wind- und Fotovoltaikanlagen wird seit dem Jahr 2011 nicht mehr monatlich, sondern nur noch jährlich erfasst. Im vorigen Jahr (2014) betrug die Elektrizitätserzeugung aus Windkraft 367 Tsd. MWh, aus Fotovoltaikanlagen 331 Tsd. MWh. Das bedeutet eine Steigerung um 30 Prozent bzw. 18 Prozent gegenüber dem Jahr 2013.

Einzelhandel und Gastgewerbe weiter im Aufwind – Kfz-Handel erholt
Die privaten Haushalte zeigten sich in einer anhaltend konsumfreundlichen Stimmung. Beim Einzelhandel (ohne Kfz) sorgten sie von Januar bis September 2015 für eine Umsatzsteigerung von 1,3 Prozent. Der Handel mit Kraftfahrzeugen legte um 5,5 Prozent zu, allerdings immer noch auf niedrigem Niveau. Herausragende Geschäftsergebnisse verzeichnete weiterhin das saarländische Gastgewerbe, wo vor allem der neue Ferienpark im nördlichen Saarland dem heimischen Tourismus einen höchst willkommenen Auftrieb verschaffte.

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Expansiver Außenhandel
Die positive Wirtschaftsentwicklung prägt nun auch wieder ganz deutlich den Außenhandel. Die Exporte der Saarwirtschaft erhöhten sich in den ersten drei Quartalen um 11,4 Prozent auf 11,6 Mrd. Euro, was vor allem auf eine zunehmende Nachfrage aus den übrigen EU-Ländern (+ 15 %) zurückzuführen ist. Die Importe stiegen um 19,9 Prozent auf knapp 11,4 Mrd. Euro. Hier waren insbesondere die Einfuhren aus der Schweiz (+ 82,5 %) und Frankreich (+ 36,6 %) ausschlaggebend für das hervorragende Ergebnis. Damit ist Frankreich (nun knapp vor der Schweiz) nach wie vor wichtigster Importpartner für das Saarland, während auf der Exportseite inzwischen Großbritannien die Rolle des führenden Bestimmungslandes übernommen hat.

Die übrigen Branchen des Dienstleistungsgewerbes zeigten im bisherigen Jahresverlauf 2015 ebenfalls deutlich positive Entwicklungstendenzen. Dies gilt vor allem für den Finanzsektor und die so genannten unternehmerischen Dienstleistungen.

Beschäftigung stabil
Auf dem Arbeitsmarkt hat sich die Lage weiter entspannt. Nach vorläufigen Daten der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Saarland Ende September 2015 bei 382 800 Personen, das waren 5 700 Personen oder 1,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Hiervon entfielen 126 400 Arbeitskräfte auf die produzierenden Bereiche einschließlich der Landwirtschaft und 256 400 Beschäftigte auf den tertiären Sektor, also die Dienstleistungen im weitesten Sinne. Abgebaut wurden Personalstellen vor allem in der Stahlindustrie, im Baugewerbe und im öffentlichen Dienst.

Auf Bundesebene sieht die Arbeitsmarktentwicklung ebenfalls günstiger aus als im Vorjahr. Der vergleichbare Beschäftigtenstand war bis zum September 2015 um 687 900 Personen oder 2,2 Prozent auf 31,35 Millionen gestiegen. Davon hatten 25,5 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz in Westdeutschland. Gegenüber dem Vorjahresstand bedeutet dies ein Plus von 595 500 Stellen oder 2,4 Prozent. In Ostdeutschland erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 96 700 oder 1,7 Prozent auf 5,85 Millionen.

Geringe Arbeitslosigkeit
Die Konjunkturentwicklung hat die Arbeitslosigkeit bundesweit günstiger beeinflusst als im Saarland. Hierzulande waren Ende November dieses Jahres 35 435 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 390 Personen oder 1,1 Prozent mehr als zur gleichen Vorjahreszeit. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg von 6,8 Prozent auf 6,9 Prozent. Im Reigen der Bundesländer bedeutet dies den 8. Rang für das Saarland.

Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen binnen Jahresfrist um 83 695 auf 2,63 Millionen. Das bedeutet einen Rückgang um 3,1 Prozent. Die gesamtdeutsche Arbeitslosenquote sank auf 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 6,3 Prozent. Es besteht nach wie vor ein starkes Ost-West-Gefälle mit 8,5 Prozent in Ostdeutschland und 5,4 Prozent in Westdeutschland. Im Vorjahresvergleich ging die Arbeitslosenzahl im Osten um 5,6 Prozent und im Westen um 2,1 Prozent zurück.

45,2 Prozent der saarländischen Erwerbslosen sind Frauen, und jeder elfte Arbeitsuchende ist jünger als 25 Jahre. Von Langzeitarbeitslosigkeit sind 39,3 Prozent aller Erwerbslosen betroffen.

Verbraucherpreise fast auf Vorjahresniveau
Die Verbraucherpreise sind im Saarland im dritten Jahr in Folge nur geringfügig angestiegen. Im Durchschnitt der Monate Januar bis November 2015 lag der saarländische Verbraucherpreisindex auf Basis 2010 = 100 bei einem Wert von 106,7. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich das Preisniveau um lediglich 0,1 Prozent erhöht. Im Jahr 2014 hatte die entsprechende Veränderungsrate bei 1,0 Prozent gelegen, 2013 waren es 1,2 Prozent und 2012 noch 2,2 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung in den einzelnen Hauptgruppen des Warenkorbes, so zeigen nur zwei Bereiche Anstiegsraten von mehr als zwei Prozent. Neben der Hauptgruppe „Alkoholische Getränke, Tabakwaren“ mit einem Plus von 2,6 Prozent weist der Bildungsbereich einen Anstieg des Preisniveaus um 2,7 Prozent aus. Während im erstgenannten Fall die Tabakwaren (+ 4,1 %) für den Anstieg verantwortlich waren, sind im zweiten Fall vor allem die Preisanpassungen für Kindergärten und Kindertagesstätten zu nennen.

Ebenfalls überdurchschnittlich stiegen die Preise für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (+ 1,9 %). Teurer wurden vor allem Speisen und Getränke in Restaurants, Cafés u. Ä. (+ 2,1 %). Im Bereich „Gesundheitspflege“ mit einem durchschnittlichen Preisanstieg um 1,4 Prozent sind die pharmazeutischen Erzeugnisse deutlich teurer geworden (+ 3,6 %).

Wie bereits im Vorjahr war die Gesamtentwicklung sehr stark durch den Rückgang der Erdölpreise begünstigt. Bildet man die Preisänderung ohne direkte Berücksichtigung von Heizöl und Kraftstoffen ab, errechnet sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 0,8 Prozent. Die Preise für Haushaltsenergie lagen im Durchschnitt um 5,6 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2014. Der größte Preisvorteil wurde beim Heizöl nach einem Rückgang um 22,8 Prozent gemessen. Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme wurden im Schnitt um 5,3 Prozent günstiger. Für feste Brennstoffe zahlten die saarländischen Privatkunden 3,6 Prozent und für Gas 3,2 Prozent weniger als 2014. Die Strompreise blieben hingegen auf dem Vorjahresniveau.

An den Tankstellen konnten sich die Autofahrer über günstige Spritpreise freuen. Diesel kostet im laufenden Jahr durchschnittlich 12,8 Prozent und Superbenzin 8,7 Prozent weniger als im letzten Jahr.

Unter Berücksichtigung der anderen Kostenfaktoren für die Fahrzeughaltung lässt sich ein Kraftfahrerpreisindex berechnen, der gegenüber dem Vorjahr einen Preisrückgang um 2,7 Prozent anzeigt.

Im Bereich „Nachrichtenübermittlung“ folgten die Preise auch 2015 ihrem langjährig rückläufigen Trend (- 1,2 %). Allerdings standen hier sinkenden Preisen für Geräte (- 6,4 %) und Dienstleistungen (- 1,2 %) der Telekommunikation steigende Preise für Post- und Kurierdienstleistungen (+ 2,1 %) gegenüber.

Mehr Betriebsgründungen, weniger Betriebsstilllegungen
Die Entwicklung der Gewerbeanzeigen gibt Auskunft darüber, wie sich auf den einzelnen Märkten der Strukturwandel vollzieht. Von Januar bis September 2015 verzeichneten die saarländischen Städte und Gemeinden 5 362 Anmeldungen von neuen Geschäftstätigkeiten. Darunter waren 1 047 Betriebsgründungen. Auf der anderen Seite gab es 4 996 Abmeldungen, wobei in 891 Fällen eine vollständige Betriebsaufgabe vorlag. Damit hat sich die Zahl der Betriebsgründungen im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent erhöht, die der Betriebsstilllegungen um 4,6 Prozent verringert. Die meisten An- und Abmeldungen vollzogen sich in den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungen.

Unternehmensinsolvenzen weiter rückläufig
Der im Saarland seit 2012 zu beobachtende Rückgang der Unternehmensinsolvenzen hat weiter angehalten. Nach den Meldungen des zuständigen Amtsgerichtes wurden bis Ende September dieses Jahres 236 gewerbliche Insolvenzen beantragt, das sind neun Verfahren bzw. 3,7 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2014. Mit Ausnahme des Gastgewerbes und der Bauwirtschaft – aktuell der Wirtschaftszweig mit den meisten (47) Insolvenzen – profitierten alle Branchen von dieser Entwicklung.

Bevölkerungsrückgang abgeschwächt
Auch im Jahr 2015 wurde das gesamtwirtschaftliche Geschehen von einer zunächst rückläufigen Bevölkerungsentwicklung begleitet. Von Jahresanfang bis Ende April ging die Einwohnerzahl des Saarlandes um rund 400 auf 988 604 Personen zurück. Bei anhaltendem Geburtendefizit bleibt der Wanderungssaldo allerdings deutlich positiv. Angesichts der hohen Zuwanderungen von Flüchtlingen und Asylsuchenden ist im weiteren Jahresverlauf erstmals seit längerer Zeit wieder ein Bevölkerungsanstieg zu erwarten.


Quelle: Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der Landesregierung des Saarlandes oder (eines) Ihrer Ministerien.

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