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Der FCS steht Kopf – Fans verlassen das Stadion: Mit einem 0:3 gegen Walldorf endet die Serie in Völklingen

#Völklingen/#Saarbrücken. Beim 1. FC Saarbrücken ist die Luft raus: Für das Team aus der Landeshauptstadt endet mit einer deutlichen 0:3 Niederlage gegen Astoria Walldorf eine Serie ohne Niederlage in der Ausweichspielstätte Hermann-Neuberger-Stadion Völklingen. Inklusive der Auswärtspartien ist der FCS inzwischen über einen Monat oder fünf Spieltage sieglos.

Drei Mal konnte Hohs dem Ball nur hinter her schauen (Foto: Hell)
Drei Mal konnte Hohs dem Ball nur hinter her schauen (Foto: Hell)

Die Saison ist in den Köpfen gelaufen


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Für den FCS geht es sportlich nur noch um den Tabellenplatz, die Relegation ist außer Reichweite – die Abstiegszone droht auch nicht mehr. Es geht für den Club um ein bestmögliches Abschneiden in der laufenden Saison. Für die Spieler, die sich immerhin vertraglich bis mindestens 30.06. diesen Jahres verpflichtet haben, sollte dies genug Ansporn sein für die Fans dennoch alles zu geben. Auch und gerade für diese Spieler geht es um neue Verträge, egal ob beim FCS oder ob man sich für Aufgaben anderen Orts empfehlen möchte, es geht darum die Verpflichtungen und Aufgaben im Sinne des 1. FC Saarbrücken zu erfüllen.

Milan Sasic sprach kurz vor dem Abgang von Falko Götz gegenüber der Medien noch von der besten und charakterstärksten Mannschaft der Liga. Doch am gestrigen Samstag schien sich dies so nicht zu bestätigen, die Saison ist bei dem Großteil der Truppe im Kopf bereits gelaufen: Kampflos ergab sich die Elf aus dem Ludwigspark den Gästen aus Walldorf, die bereits nach sieben Minuten in Front lagen. FCS-Torwart David Hohs versuchte seine 10 Mitspieler mit „Jungs, weiter!“ zu einem Aufbäumen zu bewegen, doch das Spiel wurde nie das des 1. FC Saarbrücken. Die Gäste aus Walldorf kontrollierten das Spiel über die gesamten 90 Minuten ohne große Mühen, dies bescheinigt das selbst Spiel er die den Tag zuvor noch für die 2. Mannschaft der Gäste spielten scheinbar kaum an ihre Grenze kamen.

Protest-Aktion (Foto: Hell)
Protest-Aktion (Foto: Hell)

Fans der Ultra-Szene Protestieren

In einer offiziellen Mitteilung rief die „Virage Est“ (dt.:“Kurve Ost“), die als Ultra-Gruppierung bekannt ist, im Vorfeld des Spiels auf:

„Das kommende Heimspiel der ersten Mannschaft gegen Astoria Walldorf werden wir nutzen, um in den ersten 19:03 Minuten unseren Unmut über die aktuelle Situation lautstark kund zu tun und deutliche Forderungen an Hartmut Ostermann zu stellen. Nach dieser Protest-Phase werden wir das Stadion geschlossen verlassen, nach Quierschied fahren und dort die U19 unterstützen.“

Protest-Aktion (Foto: Hell)
Protest-Aktion (Foto: Hell)

Gesagt, getan! Nach rund 20 Minuten verließ ein nicht kleiner Teil der gerade einmal 1100 Zuschauern das Hermann-Neuberger-Stadion und „unterstützen zur gleichen Zeit eine ECHTE Blau-Schwarze Truppe“ (Fan-Kommentar bei Facebook mit Bezug auf das fast zeitgleich laufende Spiel der A-Jugend). Zuvor machen Sie ihrem Ärger gegen den Vorstand und den Geschäftsführer Sport Milan Sasic lautstark Luft.

Die Fans gehen nach 19 Minuten und 3 Sekunden. Sie unterstützen lieder die A Jugend (Foto: Hell)
Die Fans gehen nach 19 Minuten und 3 Sekunden. Sie unterstützen lieder die A Jugend (Foto: Hell)


Auf dem Spielfeld geht es derweil weiter: 10 Minuten vor der Halbzeit kamen die Gäste zum 2:0, auch dieser Treffer ist verdient und bekam höhnischen Beifall der FCS-Anhänger. Ungeschickt die Szene, die zum zweiten Tor von Walldorf führt: Hohs versuchte das Spiel mit einem Abwurf auf Filip Luksik schnell zu machen, doch Gästespieler Marcel Carl spritzte dazwischen und flankte den Ball schon fast glücklich ins lange Eck.

Die Enttäuschung der Fans ist nachvollziehbar: Man bezahlt mit 9,- Euro einen nicht unerheblichen Eintrittspreis, für Familien mit geringem Einkommen ist das viel Geld, und möchte dafür von seiner Mannschaft auch etwas geboten bekommen: Kampf – doch was die nach rund 20 Minuten übriggebliebenen Fans sahen war eine blau-schwarze Mannschaft, die zum Großteil einfach nur noch mitspielte. Herzhafter Siegeswille sieht anders aus, ein Fan schimpft von der Tribüne: „Ein Kreisligist hätte höher verloren, aber man hätte die Jungs wenigstens kämpfen sehen!“.

Unverändertes Bild nach der Halbzeit

Nach der Halbzeit geht die „Vorführung“ genau so einseitig weiter wie sie nach den ersten 45 Minuten endete: Nach 56 Minuten steht es durch einen Treffer von André Becker 0:3.

Mehr möchte man als saarländische Redaktion eigentlich über das Spiel nicht schreiben: An einen Sieg war spätestens nach dem 2:0 nicht mehr zu denken, ein Aufbäumen wie gegen Trier gab es nicht. Der FCS gab sich geschlagen, bevor er das Spielfeld betrat, einen anderen Eindruck kann man auch als außenstehender nach diesem Spiel nicht mit nach Hause nehmen.


Eines der schlechtesten Spiele der Saison

„Wir haben heute eines unserer schlechtesten Spiele gemacht. Bei Laufbereitschaft und Engagement hat etwas gefehlt. Dabei hatten wir uns viel vorgenommen, wussten, dass sie eher versuchen werden, uns auszukontern. Das 1:0 war schön, das zweite Tor machen wir uns selber rein, das dritte ebenfalls. Ich bin heute sehr enttäusch über die Leistung. Das war eine verdiente Niederlage und wir können dem Gegner nur gratulieren“, so ein sichtlich enttäuschter Diane nach dem Spiel.

FCS-Trainer Taifour Diane sah unter der Woche eine gute Vorbereitung, doch das nütze nichts wenn man sich am Samstag „Abschlachten“ ließe. Ein solcher Spielverlauf wäre vorher nicht zu erahnen gewesen – na klar, sonst hätte er eine andere Elf gebracht als jene mit drei Änderungen im Vergleich zum Unentschieden in Neckarelz: Kevin Behrens durfte nach abgesessener Gelbsperre wieder ran, dazu waren André Mandt und Christian Sauter in der Startformation.

Dianes Aufgabe besteht nun darin seinen Spielern noch einmal ins Gewissen zu Reden, dem Team Selbstvertrauen zu geben und aufzuzeigen, dass man sich so auch nicht für weitere Verpflichtungen empfiehlt.

Der 1. FC Saarbrücken bleibt mit 48 Punkten auf Rang sechs, trifft am Freitag auf den nächster Gegner und damit den nächsten Charaktertest: Kaiserslautern II.


Die Sicht von außen – Worte aus der Redaktion

Für die Fans des 1. FC Saarbrücken war bereits vor der laufenden Saison sprichwörtlich in Stein gemeißelt, dass man die Relegationsplätze sicher und ohne Mühe erreicht. Im Jahr zuvor wurde man zweiter, scheiterte in letzter Sekunde im Elfmeterschießen am Relegationsgegner Würzburger Kickers. Der Verein stellt sich offen dieser Erwartung, noch beim Auftakt 2016 dachte man an die Chance auf die Relegationsplätze – immerhin gab es Überlegungen wie es in der Stadionfrage im Falle des Aufstiegs weiter geht – auch wenn diese zu diesem Zeitpunkt bereits einige Punkte entfernt lagen. Immerhin, der 1. FC Saarbrücken verfügt auf dem Papier über einen der stärksten Kader der Liga, der es allerdings in dieser Saison nie dazu gebracht hat eine richtige Einheit zu werden – das Resultat ist ein Platz unter dem Strich, über dem man nach der Saison eigentlich stehen wollte.
Die Fans waren bereits nach der Hinrunde bedient, die Unruhe um das Ausweichquartier in der Winterpause hat in dieser Situation sicherlich nicht im Sinne des Vereins verbessert.


2016 wirft Falko Götz nach einem indiskutablen Auftritt seiner Truppe in Worms (2:1 Niederlage) als Trainer das Handtuch – ob dies ganz freiwillig geschah ist bei den Fans umstritten, in der Szene gilt die Mitschuld des Sportdirektors als sicher.
Mit Taifour Diane kommt ein beim FCS bekanntes Gesicht, jedoch ohne Erfahrung als Trainer in einer solchen Spielklasse bei den Männern, eher überraschend zur Chance sich zu beweisen. Doch für ihn hat diese Chancen zwei Seiten: Führt er das Team auf die Relegationsplätze, wird er sich als Held der Fans in die FCS-Geschichtsbürcher schreiben dürfen. Doch schafft er dies nicht, so wackelt nicht nur sein Trainerposten bei den Männern, auch seinen alter Job bei den 2. Bundesliga-Frauen des FCS ist er dann wohl los. Der Auftakt gelingt mit einem Lastminute-Sieg gegen Pirmasens, nach einem Unentschieden in Spielberg gab der kämpferische 2:0 Sieg über die Spielvereinigung aus Elversberg nochmal Hoffnung. Doch seither gab es nur noch magere drei Punkte aus fünf Spielen.

Beim FCS steht zur Zeit vieles auf dem Kopf - oder muss auf den Kopf gestellt werden, anders kann man diese Art der Anbringung der Banner nicht deuten (Foto: Hell)
Beim FCS steht zur Zeit vieles auf dem Kopf – oder muss auf den Kopf gestellt werden, anders kann man diese Art der Anbringung der Banner nicht deuten (Foto: Hell)

Nun steht der FCS weit hinter dem Anspruch, den er an sich selbst stellt, wohl noch weiter hinter dem Anspruch, den seine Fans an ihn stellen. Kamen in den Ludwigspark noch regelmäßig über 3000 Zuschauer, waren es am gestrigen Samstag gerade einmal deren 1100. Ein klares Zeichen der Unzufriedenheit außerhalb des Vereins über das, was im Verein geschieht.  Auch innerhalb des Clubs werden die Mienen immer ernster: Jeder weiß, dass es so wie es bisher lief nicht weitergehen kann und die Weichen für die Spielzeit 2016/2017 besser jetzt als gleich gestellt werden müssen. Doch was Verantwortlichen machen wissen (vorerst) nur sie selbst.

Protest-Aktion (Foto: Hell)
Protest-Aktion (Foto: Hell)

Solange der 1. FC Saarbrücken als Gast im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion seine Spiele austrägt bleiben wir an diesem Thema dran.

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