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Aktionsprogramm Zuwanderung hilft Fachkräftelücke im Saarland zu schließen

#Saarland. Das Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar hat unter Leitung von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ein „Aktionsprogramm Zuwanderung“ erarbeitet. Ziel ist es, das Saarland als attraktive Zuwanderungsregion zu positionieren, ohne dabei die inländischen Potenziale zu vernachlässigen. Gleichzeitig enthält das Aktionsprogramm Lösungsansätze für die Bewältigung der aktuellen Flüchtlingssituation.

Seniorenbetreuung

Selbst wenn es gelingt, alle Möglichkeiten des saarländischen Arbeitsmarktes zu nutzen und die Erwerbsbeteiligung der Saarländerinnen und Saarländer zu erhöhen, wird der demographische Wandel eine Lücke von bis zu 50.000 Fachkräften hervorrufen. Rehlinger: „Vorrangig bleibt für uns, die Menschen, die bei uns im Saarland leben, in Arbeit zu bringen. Wir kommen aber nicht umhin, den Blick auch nach außen zu richten. Die besondere demographische Entwicklung im Saarland erzeugt einen Bedarf an Zuwanderung.“

Man müsse sowohl mit der gesteuerten als auch der ungesteuerten Zuwanderung systematisch umgehen: „Da aktuell immer mehr Menschen bei uns Zuflucht vor politischer Verfolgung suchen, wollen wir auch die Chancen nutzen, die eine frühzeitige Integration von Flüchtlingen in den saarländischen Arbeitsmarkt bietet. Wir verbessern die Aufnahmeprozesse, zum Beispiel mit Sofortmaßnahmen wie der ‚Clearingstelle Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven‘ in Lebach.“ Diese zentrale Anlaufstelle zur ersten Klärung der Vermittlungschancen von Flüchtlingen und Asylbewerbern wurde in der Landesaufnahmestelle bereits eingerichtet.

„Viele Zuwanderer bringen berufliche Kenntnisse und Erfahrungen mit. Sie sind es gewohnt, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen und wollen dies auch so schnell wie möglich wieder tun“, so Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Die Zuwanderung ist ein weiterer Meilenstein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs am saarländischen Arbeitsmarkt. Speziell für asylsuchende Menschen sind unsere Vermittlungsfachkräfte in der Landesaufnahmestelle in Lebach präsent und beraten die Menschen hier vor Ort. Es ist wichtig, früh mit den Vermittlungsaktivitäten zu beginnen. Nur so ist eine schnelle Arbeitsaufnahme sichergestellt.“

Mit dem Aktionsprogramm wird insbesondere auch ein Rahmen für die gesteuerte Zuwanderung gesetzt, um das Saarland als Zuwanderungsland positiv ins Gespräch zu bringen.

Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland, führt an: „Zuwanderung ist notwendige Wachstumsvorsorge für unser Land. Denn ohne Zuwanderung wird der Fachkräftemangel schon bald zur Wachstumsbremse werden. Unsere IHK wird sich deshalb mit viel Engagement an der Umsetzung des Aktionsprogramms Zuwanderung beteiligen – durch Kofinanzierung des neuen Welcome Center Saar etwa oder durch Ausrichtung eines Zuwanderungskongresses im September.“

Eugen Roth, stellvertretender Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, betont: „Besonders wichtig für die Gewerkschaften ist neben der Eingliederung von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt die soziale Komponente im Aktionsprogramm, um eine erfolgreiche soziale und gesellschaftliche Integration zu erreichen. Integrationsarbeit muss aber auch die aufnehmende Gesellschaft leisten. Darum bietet der DGB gemeinsam mit dem IQ Netzwerk an, KMU beim Umgang mit so genannter ‚diverser‘ Belegschaft durch Mitarbeiterschulungen zu unterstützen. In der Flüchtlingsfrage möchten wir gemeinsam das Umdenken in der Gesellschaft fördern: Flüchtlinge sind uns nicht nur menschlich willkommen, sondern helfen angesichts des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs bei der Aufrechterhaltung des Sozialstaats.“

Das Handwerk bietet interessierten Zuwanderern besonders viele Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes erläutert, dass es über 400 freie Ausbildungsplätze und vielfältige Qualifizierungsangebote gebe. „Neben der formalen Bescheinigung einer Gleichwertigkeit beraten wir zu vielen weiteren Möglichkeiten, die bis hin zur Selbstständigkeit führen können“, so Dr. Klein-Zirbes.

Einige Elemente des Aktionsprogramms

  • Integration der Inhalte des Aktionsprogramms in ein Gesamtkonzept für eine umfassende, sozial gerechte Willkommens-, Anerkennungs- und Bleibekultur im Saarland.
  • Die ZFS-Partner werden lokale Beratungsstellen und Netzwerkpartner mit ihren interkulturellen Kompetenzen weiter fördern und stärken.
  • Die Strategie eines möglichst frühzeitigen Arbeitsmarktzugangs erhöht die Anforderungen an die Sprachförderung. Dafür muss die Rechtslage angepasst werden, und es bedarf einer deutlichen Ausweitung des Angebotes an Integrations- und Sprachkursen durch den Bund.
  • Es wird weiterhin eine angemessene Finanzausstattung von Kommunen, Arbeitsagenturen und Jobcentern hinsichtlich Sprachmittler, Personal, Fördermaßnahmen vom Bund eingefordert.
  • Unterstützung der „Clearingstelle Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven“ durch weitere Akteure, etwa SEAQ (Anerkennungsberatung) und Caritas (Sprachkurse). Die Weiterleitung der erhobenen Informationen über die Beschäftigungsfähigkeit der Zuwanderinnen und Zuwanderer an die aufnehmenden Stellen ist damit organisiert.
  • Gezielte Ansprache von kleinen und mittleren Betrieben durch DGB und IQ-Netzwerk, um Beschäftigte im interkulturellen Bereich zu sensibilisieren und weiterzubilden. Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung einer betrieblichen Diversity-Strategie für KMU.
  • Die Kammern unterstützen Unternehmen durch „Senior Expert Services“ sowie individuelle Beratung und Informationsangebote.
  • Eine Arbeitsgruppe des Zukunftsbündnisses entwickelt ein System, mit dem der tatsächliche Personalbedarf saarländischer Betriebe analysiert und die gezielte Anwerbung im Ausland gesteuert werden kann.
  • Ein saarländischer Zuwanderungskongresses ist für die 2. Septemberwoche 2015 vorgesehen.

Ein Jahr Fachkräftestrategie

Mit dem Aktionsprogramm Zuwanderung füllt das ZFS die vor einem Jahr auf den Weg gebrachte saarländische Strategie zur Fachkräftesicherung weiter mit Leben. Sukzessive werden die neun Handlungsfelder der Strategie mit neuen Programmen konkretisiert. So haben die Partner im ZFS vor einem halben Jahr das Aktionsprogramm zur Ausbildung verabschiedet. Den zweiten Schwerpunkt für 2015 bildet das Thema „Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung“. Daran arbeitet eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Wirtschaftsministeriums.

In aktualisierter Fassung liegt die ZFS-Maßnahmenliste vor. Sie ist wie die Strategie-Broschüre online verfügbar.

Kooperierende Partner in der AG Zuwanderung

Möglich wurde das Aktionsprogramm in seiner großen Breite durch die engagierte Beteiligung weiterer kooperierender Partner. Ministerin Rehlinger: „Wir erhoffen uns von dieser breiten Beteiligung vieler bedeutsamer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auch eine breite Akzeptanz der Maßnahmen und damit den Erfolg der Integration. Ich bin sicher, die Saarländerinnen und Saarländer werden sich gegenüber den Menschen, die sich bei und mit uns eine gute Zukunft erarbeiten möchten, gewohnt gastfreundlich zeigen. Mein Dank gilt neben den Mitgliedern im Zukunftsbündnis den kooperierenden Partnern für ihr großes Engagement.“

Die kooperierenden Partner der AG Zuwanderung sind:

Agentur für Arbeit Saarland; Aktion Arbeit im Bistum Trier; Alevitische Gemeinde Saarland und Umgebung; Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; DITIB Landesverband Saarland e.V.; Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes; IQ-Landesnetzwerk Saarland; Jobcenter; Landkreistag Saarland; Landesverwaltungsamt; LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar; Micado Migration; Ministerium für Inneres und Sport; Saarländischer Städte- und Gemeindetag; Universität des Saarlandes.

Partner im Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar

  • Arbeitskammer des Saarlandes
  • Deutscher Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland
  • Handwerkskammer des Saarlandes
  • Industrie- und Handelskammer Saarland
  • Ministerium für Bildung und Kultur
  • Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
  • Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit
  • innovation&standort e.V.
  • Staatskanzlei des Saarlandes

Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände


Quelle: Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der Landesregierung des Saarlandes oder (eines) Ihrer Ministerien.

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