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4. UrbanArt Biennale® 2017 – 9. April bis 5. November 2017

#Völklingen. Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist das größte UrbanArt-Projekt der Welt. Sie präsentiert 100 Künstler mit 150 Werken aus 17 Ländern und 4 Kontinenten auf einem Parcours von 100.000 Quadratmetern. Zentrum der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist die große Möllerhalle, eine Erz-Siloanlage vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Rahmen der Biennale entstehen 20 ortsfeste Installationen.

Die UrbanArt ist die neue Kunst des 21. Jahrhunderts. Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ gibt einen aktuellen Überblick über die UrbanArt-Szene der Welt. Ein Fokus liegt auf der UrbanArt Südamerikas und der interventionalen UrbanArt 2.0. Arbeiten von Banksy (GB), OX (F), Jordan Seiler (USA) und Vermibus (ES) dringen mit ihren interventionalen Bildstrategien tief in das Bewusstsein der Betrachter ein.


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Seit sieben Jahren präsentiert das Europäische Zentrum für Kunst und Industriekultur Völklingen/Saarland die neuesten Entwicklungen und Positionen dieser Kunst des 21. Jahrhunderts. Die 150 wichtigsten Künstlerinnen und Künstler dieser Kunstgattung haben während der vergangenen drei Biennalen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte bereits ausgestellt. Zur „4. UrbanArt Biennale® 2017“ wird wie bei der letzten Biennale eine Ringvorlesung mit den aktuellen wissenschaftlichen Positionen internationaler Kenner und Forscher zur UrbanArt durchgeführt.

Levalet: Plan Social, 2017 Tusche und Acryl auf Papier, 190 x 160 cm Ort: Kohleturm Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Karl Heinrich Veith
Levalet: Plan Social, 2017
Tusche und Acryl auf Papier, 190 x 160 cm
Ort: Kohleturm
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Karl Heinrich Veith

Kooperationspartner der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist der PopRat Saarland, der Saarländische Museumsverband sowie die beiden UrbanArt-Projekte „The Haus“, Berlin und „Le Mur“, Paris. Medienpartner der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ ist arte.

100 Künstler | 150 Werke | 17 Länder | 4 Kontinente | auf einem Parcours von 100.000 Quadratmetern

Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zeigt die großen Stars der Szene: Banksy, Os Gêmeos, Blek le Rat, Faith XLVII, Mambo und viele andere. Bis auf wenige Ausnahmen stammen die Arbeiten aus den Jahren 2015 bis 2017. Die prominenteste Arbeit datiert aus dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts: Es handelt sich um Banksys „Toxic Mary“. 2003 wurde dieses Werk in der legendären „Turf War“-Ausstellung in einem Londoner Lagerhaus gezeigt. Das signierte Banksy-Unikat mit einer Breite von 2.06 Metern und einer Höhe von 1.76 Metern ist eine Leihgabe der Münchner Galerie Kronsbein. Während der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ wird es für mehrere Monate im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen sein.

Die Ausstellung „Turf War“ gilt als Banksys künstlerischer Durchbruch. Nach nur wenigen Tagen wurde sie von der Polizei geschlossen. Banksy hatte lebende Kühe, Schweine und Schafe besprüht und in der Ausstellung präsentiert. Dies erregte den Protest einer Tierschützerin. Heute ist Banksy der unumstrittene Star der UrbanArt. Und er ist einer der Väter der interventionalen UrbanArt, die mit Kunstaktionen direkt in den Stadtraum eingreift. Gerade hat er sein neuestes Projekt vorgestellt, ein Hotel in Betlehem mit dem ‚schlimmsten Ausblick‘ der Welt – dem Blick auf die Grenzmauer zwischen Israel und Palästina. Die interventionale UrbanArt ist einer der Schwerpunkte der „4. UrbanArt Biennale® 2017“.

Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ des Weltkulturerbes Völklinger Hütte gibt einen Überblick über die prägnantesten und innovativsten Positionen der aktuellen zeitgenössischen UrbanArt. Der Spanier Okuda, dessen farbenfrohe UrbanArt zuweilen als „Pop-Surrealismus“ bezeichnet wird, zeigt in Völklingen seine bisher größte Leinwand (200 x 480 cm). Ein besonderes spektakuläres und ebenfalls großformatiges Werk (120 x 480 cm) liefert der Österreicher Nychos. Seine „Thunder Cats“ sind ein prägnantes Beispiel dafür, wie sich anatomische Studien und UrbanArt in seinem Werk vermischen.  Aus der abstrakten UrbanArt ragt beispielsweise die Arbeit des in Spanien lebenden Argentiniers Felipe Pantone heraus. Seine abstrakte, futuristisch anmutende Kunst reflektiert nicht zuletzt unsere sich ständig verändernde digitale Welt. Und entsteht doch ganz altmodisch – in Handarbeit.

Kaum eine Kunstbewegung ist so vielschichtig wie die UrbanArt. Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zeigt ihr ganzes Spektrum: abstrakte UrbanArt, die ihre Wurzeln im Graffiti-Writing hat, bunte Pop Art im Stil des Schablonen-Graffiti, Arbeiten auf Leinwand, Holz, Glas, auf Kunststoffplane und gerostetem Metall, Installationen und aktuelle politische Statements. Und wie schon 2013 und 2015 präsentiert auch die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zahlreiche Arbeiten, die im Dialog mit der Industriekultur und speziell für ‚ihren‘ Ort in der Völklinger Hütte geschaffen werden.

Da ist der Zyklus des in Épinal geborenen Levalet, der mit seinen Arbeiten den Menschen, die einst in der Völklinger Hütte gearbeitet haben eine Hommage erweist. An verschiedensten Orten hat er seine Hüttenarbeiter installiert, insgesamt sieben Installationen. Ein individuelles Gesicht haben diese Arbeiter nicht. Zusammen aber erobern sie sich den Ort zurück. Mambo hat einen ganzen Kamin in der Kokerei zu einem Kunstwerk gestaltet, der Südafrikaner R1 und der Franzose Tanc schufen ihre Werke im Dialog mit Innenräumen in der Völklinger Hütte. Die größte UrbanArt-Installation ist die des französischen Künstlers Thomas Canto. ‚Sein‘ Ort in der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ ist das Treppenhaus des 30 Meter hohen Kohleturms.

UrbanArt Südamerikas

Neben dem Überblick über die internationale UrbanArt setzt die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zwei besondere Schwerpunkte: die UrbanArt Südamerikas und die interventionale UrbanArt 2.0. Die UrbanArt Südamerikas bildet innerhalb des Spektrums dieser weltweiten Kunstgattung einen besonderen Bereich, viele dieser Künstler sind weltbekannt. Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zeigt 12 Positionen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko oder Venezuela. Da ist Curiot aus Mexiko, der in seinen Arbeiten Bezug nimmt auf die mythische Welt der Azteken und dessen Thema die Einheit von Natur und Mensch ist. Und Franco Fasoli, besser bekannt  als JAZ, – einer der bedeutendsten UrbanArt-Künstler Argentiniens. Oder der Künstler Stinkfish, der anonymen, ganz normalen Menschen, die er auf seinen Reisen fotografiert, eine Präsenz auf den Mauern der Städte und auf Leinwänden gibt. In seinen leuchtenden Bildern werden diese Menschen zu Stars. Und natürlich sind auch einige der interessantesten Positionen der brasilianischen UrbanArt zu sehen, die für ihre satten Töne und bunten Farben international bekannt ist. Häufig greifen südamerikanische UrbanArt-Künstler auf die Tradition ihrer indigenen Kulturen zurück. Auf besonders innovative Weise tut dies Cranio. Er beschäftigt sich mit dem Schicksal der brasilianischen Ureinwohner. Seine blauen Kunstfiguren sind zugleich ironisch und subversiv. Ganz nebenbei hat er sich neben dem Gelb von Os Gêmeos und dem Grün von Finok ein eigenes Erkennungsmerkmal gegeben: das Cranio-Blau.

Interventionale UrbanArt 2.0

UrbanArt ist die Kunst des 21. Jahrhunderts, ihr künstlerisches Konzept unterscheidet sich grundsätzlich von dem Konzept der Moderne des 20. Jahrhunderts. Auch wenn manche Positionen an die Moderne anknüpfen, entwickeln sie diese weit über die bekannten Grenzen hinaus weiter. Gerade die interventionale UrbanArt zeigt, dass Kunst mehr ist, als Bilder an der Wand oder Skulpturen in einem Museum. Der in Berlin lebende Spanier Vermibus verfremdet die omnipräsenten Modeplakate und verweist damit auf die manipulierende Macht der mit Bildbearbeitung gestylten Werbung. Mit einem Spezialschlüssel öffnet er die Werbe-Lichtkästen und verändert mit Lösungsmittel die schönen Models zu biesterhaften Gestalten. Diese Zombie-Models setzt er wieder in die Werbekästen. Wer einmal eine solche Arbeit gesehen hat, erinnert sich beim Ansehen eines traditionellen Werbeplakats an die subversiven Untoten von Vermibus.

Ähnlich arbeitet der US-Amerikaner Jordan Seiler. Er ersetzt Werbetafeln mit geometrischen Mustern und dokumentiert diese Intervention mit seinen Fotos und Videos. Die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ zeigt 14 künstlerische Positionen dieser interventionalen und interaktiven UrbanArt. Darunter finden sich eine Installation des Franzosen OX, der für seine interaktive Plakatkunst bekannt ist und die tropfenförmige Sticker-Kunst der Künstlergruppe Les Francs Colleurs. 27 Werke von klein bis sehr groß haben sie an verschiedensten Stellen der Völklinger Hütte installiert. Viele der Werke der „Francs Colleurs“ und von Jordan Seiler in der „4. UrbanArt Biennale® 2017“ bieten den Besuchern die Möglichkeit der Interaktion mit Hilfe spezieller Apps. Hält man das Smartphone auf ein animiertes Werk von Jordan Seiler, sieht man wie er in der Stadt Werbung gegen Kunst eintauscht. Die animierten Kunstwerke von Francs Colleurs werden per Smartphone-App lebendig.

Das gesellschaftliche Potential der interventionalen UrbanArt zeigt die Installation „The Curtain“ des Italieners BR1. Als er in Magazinen blätterte, fielen ihm zwei Symbole auf: das McDonald-Zeichen als Symbol für die westliche Welt und die Frau mit Kopftuch für die muslimische Welt. In den Städten, die BR1 besuchte, war die Frau mit Kopftuch aber nicht präsent. Also begann er Poster zu installieren, die Frauen mit Kopftuch zeigen. Die begehbare Installation auf dem Hochofenplatz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, zeigt außen zwei Frauen in Pop-Art-Farben, die ein Kopftuch tragen. Eine Frau flüstert der anderen etwas zu. Im Innenraum der Installation sind Videos zu sehen: Eine marokkanische Frau, die sich filmen lässt, wie sie ihr Kopftuch bindet. Videos von Aktionen des Künstlers in der spanischen Exklave Melilla mit ihrem Zaun zu Afrika oder in Istanbul. Vor großen Polizeiwagen lässt BR1 ein kleines ferngesteuertes Spielzeugauto fahren.

„Wie politisch ist das?“, könnte man fragen. „You know you are right“ schreibt der Franzose Rero auf seinem Werk. Und streicht den Satz durch.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch, 240 Seiten, deutsch/englisch, alle Werke vierfarbig abgebildet, zum Sonderpreis von 27,50 Euro.

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