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20 Jahre Ambulantes Hospiz St. Michael Völklingen – eine Zeitreise

#Völklingen. Das Ambulante Hospiz St. Michael Völklingen ist aus der Hospizgruppe St. Michael entstanden. Die Hospizgruppe St. Michael hatte sich 1999 aus bürgerschaftlichem Engagement auf den Weg gemacht, um praktische, ehrenamtliche und Hospiz-Arbeit im christlichen Sinne zu leisten. 2004 erwuchs mit der ersten hauptamtlichen Hospizfachkraft und dem somit erweiterten Angebot der palliativpflegerischen Beratung das Ambulante Hospiz St. Michael Völklingen. Träger waren damals, dass noch bestehende Krankenhaus St. Michael in Völklingen und das St. Jakobus Hospiz in Saarbrücken.

Seniorenbetreuung

Heute sind die Träger das Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen und das St. Jakobus Hospiz in Saarbrücken. Wir unterhalten auch eine sehr enge Kooperation mit dem Alten- und Pflegeheim St. Josef in Völklingen, dem Angela Braun Seniorenzentrum der AWO in Völklingen-Ludweiler, der SHG Klinik in Völklingen, sowie dem Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen. Also auch dort sind unsere Ehrenamtlichen vor Ort und begleiten Sterbende. Aus den 12 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfern des Gründungsjahres sind heute etwa 65 Hospizhelferinnen und -helfern sowie 3 hauptamtliche Mitarbeiterinnen geworden. So hat sich auch die Zahl unserer jährlichen Begleitungen von 12 auf weit über 300 erhöht. Die ehrenamtlichen Frauen und Männer des Ambulanten Hospiz St. Michael Völklingen kommen aus unterschiedlichen Berufen, Konfessionen, Altersgruppen und widmen sich der Hospizidee mit unterschiedlicher Motivation. Sie haben sich in einen etwa 6monatigen Befähigungskurs intensiv vorbereitet, sie treffen sich alle 4 Wochen zur Fallbesprechung im Gruppentreffen, sie haben selbst Begleitung durch die Hospizfachkräfte, sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, sie können eine Supervision in Anspruch nehmen, sie haben Fortbildungen und einen jährlichen sogenannten Oasen Tag zur inneren Einkehr. Sie unterliegen wie alle Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe der absoluten Schweigepflicht.

Wie lässt sich in Kürze erklären, was die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit tun? Das Wort Ehrenamt selbst sagt ja aus, dass hier Menschen für Menschen da sein wollen, freiwillig, ohne dafür entlohnt oder bezahlt zu werden, dass sie sich einbringen wollen, um bei einer schweren, meist lebensbedrohlichen Erkrankung neben den Hauptamtlichen, das sind Ärzte, Krankenschwestern- oder Pfleger, Palliativ-Fachkräfte und Seelsorger sowohl den Kranken als auch die Angehörigen zu unterstützen. Einem ersten Einsatz geht natürlich eine intensive Ausbildung voraus, die ca. 6 Monate dauert, bei der sich zukünftige Ehrenamtliche unter anderem selbst kennen lernen und ihr eigenes Weltbild erkunden müssen. Sie sollen sich vor allem auch darüber klar werden, was sie in eine solche Arbeit hineindrängt. Meist sind es eigene Erlebnisse, die mit der Erkrankung oder dem Verlust eines Verwandten, eines geliebten oder gut bekannten Menschen im Zusammenhang stehen, wodurch sie oft schon vertraut sind mit allem, was da mehr oder minder plötzlich in das Leben eines Menschen, was da über eine Familie hereinbrechen kann. Auch nach Abschluss der Ausbildung findet eine regelmäßige Weiterbildung statt. Vor einem Einsatz kommt es natürlich auf das „Fingerspitzengefühl“ der Koordinatorin an, hier die Richtigen zusammenzuführen, denn es ist wichtig für alle Beteiligten, dass sie zusammen passen, dass sie sich verstehen und es muss zuvor natürlich klargestellt sein, dass die Ehrenamtlichen keine Pflegedienste ausführen, auch keine Haushaltshilfen sind. Ehrenamtliche Hospizhelfer besuchen daher zum Beginn einer Begleitung mit der Palliativfachkraft, die die Einsätze koordiniert, den Kranken zu Hause oder in der Klinik. Die Besuche werden zwischen den Beteiligten selbst vereinbart. – Sie dauern jeweils nach Wunsch, Bedarf und Zeit ca. 1-2 Stunden, was in dem einen oder anderen Fall auch mal länger sein mag. Danach besuchen die Ehrenamtlichen regelmäßig, in der Praxis meist 1 x pro Woche, manchmal auch ein weiteres Mal den Kranken, sprechen mit ihm, lesen vor, hören einfach nur zu, scheuen sich aber auch nicht „über Gott und die Welt“ mit dem Kranken zu reden, wenn der das möchte, oder sitzen einfach nur ruhig neben dem Kranken, halten seine Hand. Oft sind es die Kranken selbst, die, um ihre Angehörigen zu schonen, erleichtert sind, ihre Ängste und Sorgen jemandem mitteilen können. – Auch die Angehörigen nehmen es oft dankbar an, mit jemand Verlässlichem über ihre Sorgen und Ängste zu reden, oder selbst einmal in Ruhe für sich etwas erledigen oder eine Besorgung machen zu können. Ist der Kranke körperlich noch fit, so dass er das Haus verlassen kann, dann begleiteten ihn die Ehrenamtlichen, sei es zum Spaziergang, zu einer Besorgung oder auch mal zu einem Arztbesuch. – Vor allem gilt aber Eines: Es ist immer der Kranke, der das Sagen hat, der bestimmt oder der wünscht, wo es langgeht. Er lenkt bewusst oder unbewusst die Art der Begleitung in eine bestimmte Richtung und es ist die Erfahrung der Ehrenamtlichen hierfür ein Gespür zu entwickeln, hierauf einzugehen. Für die Ehrenamtlichen selbst ist es äußerst wichtig zu wissen, dass sie jederzeit von der Einsatzleiterin oder dem Einsatzleiter, von der ganzen Gruppe Hilfe und Unterstützung erfahren, dass sie niemals alleine sind mit eigenen Ängsten, die sich aus einer Begleitung ergeben können, dass auch eine fachkundige Supervision im Bedarfsfall zur Verfügung steht und genutzt werden kann.

Am Mittwoch, den 18.09.2019 ab 14:00 Uhr werden wir dieses Jubiläum mit einem ökumenischen Gottesdienst – Lass dich berühren – in der Pfarrkirche St. Michael, Gärtnerstraße feiern. Dazu sind alle der Hospizidee Nahestehenden herzlich eingeladen. Beim anschließenden Festakt im Pfarrsaal werden dann wir Ehrenamtliche mit geladenen Gästen feiern.

Text: Hospizgruppe St. Michael

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