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Warum das Problem des 1.FC Saarbrücken auch eine Chance für Völklingen ist

#Völklingen/#Saarbrücken. Klaus Lorig pokert: Stadion-Nutzung gegen Ostermann-Leerstand? Hartmut Ostermann war vor rund einer Woche in seiner Funktion als Vereinspräsident des 1.FC Saarbrücken in Völklingen und besichtigte gemeinsam mit dem Völklinger Oberbürgermeister das Hermann-Neuberger-Stadion.

Der FCS hält sich was das die Stadionfrage betrifft genau so bedeckt, wie aktuell das Hermann-Neuberger-Stadion (Foto: Hell)
Der FCS hält sich was das die Stadionfrage betrifft genau so bedeckt, wie aktuell das Hermann-Neuberger-Stadion (Foto: Hell)

Der 1.FCS benötigt dringend ein Stadion, bis Ende Januar muss der Regionalligst einen geeigneten Spielort für seine Heimspiele vorweisen – sonst könnte er für einen Präzedenzfall sorgen, denn es gab noch nie einen Verein der plötzlich mitten in der Saison ohne eigenen Platz da stand. Die Regeln sind dennoch eigentlich klar: Kann der Verein keine geeignete Heimstätte vorweisen, erfüllt er die Anforderungen der Liga nicht. Dies könnte bedeuten, dass der Verband den Club als ersten Absteiger festlegen könnte – oder ihn gänzlich vom Spielbetrieb in der Liga ausschließt. Da es solch einen Fall noch nicht gab, müsste das der Verband zunächst Entscheiden.
In einschlägigen Fan-Foren rund um den 1. FC Saarbrücken geht deswegen bereits die Angst um: Hat sich die SV Elversberg hier in eine komfortable Situation gebracht, in der sie nur gewinnen kann? Entweder bekommt sie (indirekt) vom  1. FCS eine große Summe Stadionmiete oder aber sie zwingt den größten Lokalrivalen in die Knie. Das Schweigen der Saarbrücker Verantwortlichen macht es den Fans auch nicht leicht der Vereinsführung Vertrauen entgegen zu bringen.


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Nur ein Teil der Situation uat klar: Der Ludwigspark wird definitiv umgebaut, die Arbeiten laufen bereits und solange muss der Club ausweichen.
Lange schien es klar, dass die „Molschder“ in Elversberg unterkommen, doch diese Option scheint dem Verein zu teuer geworden zu sein. Neben weiteren abgetasteten Möglichkeiten und von den Fans eingebrachten Vorschlägen (wir berichteten) erscheint das Stadion in Völklingen die einzig realistische Option neben dem Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg  zu sein.

Nun wittert der Völklinger Oberbürgermeister die Gelegenheit: Stadion gegen Ex-Casino! Lorig schätzt gegenüber unserer Redaktion die Chancen gut ein, dass der FCS in Völklingen seine vorübergehende Heimat findet:

„Wir haben nach wie vor keine offizielle Stellungnahme vom FCS. Das Rennen scheint also noch offen zu sein, aber wir alle wissen, dass es in Völklingen wohl die beste Lösung für den Verein wäre.“ (Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig)

Was macht den Deal für Völklingen so interessant? 

Der FCS sucht ein geeignetes Ausweichstadion, Lorig hat ein entsprechendes und könnte dies bei einem entsprechenden Entgegenkommen zur Verfügung stellen. Lorig sucht nach einer neuen Bleibe für die Stadtverwaltung: Der Büroturm des Neuen Rathauses ist baufällig. Ostermann, Präsident und Hauptsponsor des 1. FCS nennt eine Hälfte eines geeigneten Gebäudes sein eigen. An Ostermanns Forderungen und einem fehlenden Nutzungskonzept scheiterte bereits in der Vergangenheit der Kauf der Immobilie. Der Saarstahl AG gehört die andere Hälfte des Gebäudes, das Unternehmen zeigte sich aber schon länger zum Verkauf bereit.

Das neue Rathaus in Völklingen. (Foto: Hell)
Das Neue Rathaus in Völklingen:  Es könnte seinen Büroturm verlieren, denn dieser ist so schwer sanierungsbedürftig, dass ein Abriss die günstigere Lösung sein könnte (Foto: Hell)

Was ist mit dem Neuen Rathaus los?

Zunächst ging man davon aus, dass man den Büroturm des „Neuen“ Rathauses für ca. 15 Mio. Euro sanieren könne, doch ein neues Gutachten deckt weitere Schäden auf: Die Aufhängungen der Fassasenplatten müssen ersetzt werden – Nun ist der Abriss des Turmes eine wirkliche Alternative zur Sanierung geworden: Er würde zwar 20 Mio. Euro kosten, doch die Stadt könnte mit einer Förderung von rund 40-50% rechnen – unter dem Strich wäre diese Variante für die Stadt Völklingen also ca. 5 Millionen Euro günstiger als die Sanierung. Doch wohin mit rund 150 Mitarbeitern, die aktuell noch ihre Büros im Rathaus-Turm haben? Auf diese Frage wäre das Gebäude in der Rathausstraße, das einst ein Casino und die Röchling-Bank beheimatete eine gute Antwort: Ein großer Leerstand würde wegfallen, in die Rathausstraße käme wieder Leben. Der Gedankengang ist verständlich und sollte auch weiter geführt werden, wenn der FCS nun doch nach Elversberg zieht.

Die ehemalige Röchling-Bank und Casino
Die ehemalige Röchling-Bank und das ehemalige Casino von der Rückseite – Saniert könnten sie als neues Verwaltungsgebäude der Stadt Völklingen dienen (Archivfoto)

Nun schließt sich der Kreis: Was haben die Verantwortlichen beim 1. FC Saarbrücken vor? Ist das Interesse am Hermann-Neuberger-Stadion ernst? Oder ist das „Interesse“ nur eine Strategie mit dem Ziel in Elversberg den Mietpreis zu drücken? Oder benötigt man einfach neben dem Stadion an der Kaiserlinde noch einen weiteren Alternativspielort um den DFB zufriedenzustellen?

Es bleibt abzuwarten was die Saarbrücker entscheiden – erst wenn dies klar ist kann der Oberbürgermeister seine Überlegung fortsetzen. Fest steht: Will der FCS wirklich nach Völklingen, ist Lorigs Verhandlungsposition so gut wie nie, denn die Zeit drängt.

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