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Waldzustandsbericht 2013: Leichter Rückgang der Schäden in saarländischen Wäldern – Waldkalkung soll Regeneration erleichtern

#Saarland. Im Jahr 2013 sind die #Kronenschäden im saarländischen #Wald leicht zurückgegangen. Die Gesamtschäden (Schadstufe 1-4) liegen bei 73% (minus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu 2012), die deutlichen Schäden (Schadstufe 2-4) haben seit 2012 um 5 Prozentpunkte auf jetzt 29 Prozent abgenommen. „Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, die zu einem Teil auch darauf zurückzuführen ist, dass die Schadstoffeinträge, die die Ursache für schädliche Kronenveränderungen sind, zurückgegangen sind“, erläuterte Umweltministerin Anke Rehlinger bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2013.


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Dieser Positivtrend gelte allerdings nicht für alle Schadstoffe. So seien die Einträge aus Stickstoffverbindungen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. „Ohne eine Reduktion dieser Stoffe ist eine Gesundung der Waldböden und damit die Sicherung eines intakten Waldökosystems nicht möglich“, so Rehlinger.

Unter den Baumarten hat sich die Eiche nach den starken Insektenfraßschäden im Vorjahr am deutlichsten verbessert (Rückgang der deutlichen Schäden um 13 Prozentpunkte), bleibt aber mit einem Anteil von 38% die am stärksten geschädigte Hauptbaumart vor der Buche (32%), Kiefer (18%) und Fichte (17%).

Verbessert haben sich bei allen Baumarten vor allem die älteren Bestände mit einem Rückgang der deutlichen Schäden von 43 auf 37%, die jüngeren Bestände halten sich mit 17% auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Zustand der Buchen hat sich dank günstiger Witterungsverhältnisse um drei Prozentpunkte leicht verbessert.  Bei der Fichte setzte sich auch 2013 der Rückgang der Schäden seit dem Höchststand im Jahr 2006 fort. Die deutlichen Kronenschäden verringerten sich um 2 Prozentpunkte auf einen Anteil von 17 Prozent.

Bei der Kiefer dauerte die Erholungsphase, die 2008 begann, auch 2013 an. Die deutlichen Schäden liegen bei einem Rückgang um 9 Prozentpunkte nur noch bei 18 Prozent.

Die langfristige Beobachtung der Bäume zeigt, dass neben Schadstoffen aus der Luft auch Witterungsbedingungen und biotische, also durch Lebewesen verursachte Faktoren erheblichen Einfluss auf das Gesundheitsbild haben. Baumschäden bedingt durch Luftschadstoffe lassen sich am Kronenbild, aber auch in der Bodenchemie ablesen.

Der Waldboden speichert die Schadstoffe über Jahrzehnte und Jahrhunderte und muss auch dann noch mit den Folgen der Auswirkungen leben, wenn die Schadstoffzufuhr (überwiegend aus der Luft und dem Regen) schon längst eingestellt wurde.

Damit sich das Waldökosystem regenerieren kann, ist es notwendig, System stabilisierende Maßnahmen zu ergreifen. Dies sind: naturnahe, kahlschlagfreie Waldbewirtschaftung, geeignete Baumartenwahl und stabilisierende Maßnahmen für den Waldboden wie Waldkalkung (genauer: Ausbringung von calcium- und magnesiumhaltigem Gesteinsmehl).

Rehlinger: „Im Bereich naturnaher Waldbau sind wir dabei bundesweit gesehen sehr erfolgreich. 10 Prozent des öffentlichen Waldes werden im Saarland nicht mehr bewirtschaftet. Gerade erst wurden wir dafür vom Naturschutzbund ausgezeichnet.“

Wie im Koalitionsvertrag angekündigt ist im Saarland inzwischen auch wieder mit der Waldkalkung begonnen worden. „Natürlich werden mit der Kalkung nur die Symptome behandelt, die Ursachen können wir so nicht beseitigen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass wir mit dieser Maßnahme eine spätere Regeneration des Waldökosystems erleichtern“, so die Ministerin.

Bis 2016 sollen die wichtigsten kalkungsbedürftigen Standorte im Staatswald des Saarlandes behandelt sein. Dann werden weitere Bodenuntersuchungen durchgeführt werden, und es wird zu entscheiden sein, ob und wenn wo Wiederholungen der Waldkalkung durchgeführt werden müssen.

Hintergrund:

Die jährlichen Beurteilungen des Gesundheitszustandes unserer Wälder alleine sind wenig repräsentativ. Im Gegenteil, diese bergen die Gefahr, dass außergewöhnliche Ereignisse die tatsächliche Situation überlagern. So hat es sich z.B. gezeigt, dass Trockenjahre, Schädlingsbefall oder Samenjahre den tatsächlichen Gesundheitszustand verfälscht wiedergeben, denn bei den Waldzustandsinventuren werden als Vitalitätsmerkmal die Dichte des Blatt- bzw. Nadelanhangs beurteilt. Erst über mehrjährige Untersuchungen ist es möglich, Trends zu erkennen, die Rückschlüsse auf die Vitalität unserer Wälder zulassen.

Den Waldzustandsbericht 2013 finden Sie im Internet unter http://www.saarland.de/75838.htm

(PM Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

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