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Völklinger Namen

Wustgasse,
Der Name deutet gleichfalls auf eine alte Straße. mittelhochdeutsch wüeste, wuoste = wüst, öde, einsam, verlassen.
So wird eine verkommene Straße angesprochen, die ihre Funktion eingebüßthat.
Vergl. Wuschtgaß b. Sucht, Lothr. – Wüsthohl, Kalbach, Taunus – Wuster Weg, Blieskastel – SN Wüstenroth, Württ.
Die Benutzung des Namens Gasse in freier Flur ist bei röm. Straßen häufig: Auf der Gass, röm.St.b.Pachten Flur Alte Gasse, mit röm. Straße, Tübingen. – 1761 Die lang Gaß, Feldweg b. Saarbrücken – Feldweg Judengäßle, früher auch Bruchsaler Straße, Rinklingen, Hessen – Gassenäcker, mit bronzezeitl. Grabhügeln, Mörringen Kr. Saulgau.

Schwarzer Weg,
Häufiger Name für römerzeitl. Straßen. Vorchristliche Anlagen werden verteufelt. mittelhochdeutsch swarze = Teufel.
Vergl. Schwarzer Weg, Oifferten, Wadgassen, Trier, Kenz, Assweiler (mit röm. Siedlungsresten), Neuß, Ehrang, Malstatt, Düsseldorf, Soest, Westf.- Schwarzrothweg, Theley – Schwarze Roth, Diesen, Ammersee – In der schwarzen Höll,Wellesweiler – SN Zwarteweg, nördl. Gennep, Holl.

Wackenweg mit Wacken(weg)mühle,
Alte straße mit Wacken befestigt, auf kurzer Strecke Banngrenze. Gesteinte alte Straßen werden häufig als Banngrenzen benutzt. Vergl. Wackerfurt, 1564 Grenzweg st. Ingbert, später Wackenfurt, Wackelfurt, Wackelfort. – Wackenweg, Nohfelden,
Gonnesweiler. – Wackensteg, Kettenrode, Nahe. – Wackenroderstraße, München.

1634 Diederstraß,
Name der alten Straße Völklingen-Riegelsberg – St. Wendel.
althochdeutsch diota = 1.Volk, 2.Heiden. dietweg = Heerstraße. Vergl. 779 Diotweg, Würzburg – 1060 publica strata que vulgo dicitur Dietwech, Suderburg, Nd. Sachsen. Dietweg, röm. Straße mit röm. Siedlung. Ittersdorf. Der Name ist typisch für röm. straßen.

Im alten Etzel,
Volksdeutung schuf bei diesem Namen häufig Sagen vom Hunenkönig Etzel.
„Das Wort „Etzel“, als Appellativum heute der Mundart fremd, bezeichnete eine eingezäunte oder mit einer Hecke umgebene Wiese. In der Bedeutung „eingezäuntes Grasstück aus welchem gewöhnlich Grün zur Ätzung des Viehs gefüttert wird“ bzw. „Wiese, die von einer Hecke umgeben und eingeschlossen ist, lebt Etzel als Appellativum noch heute in Fechingen und Lothringen.“ (Bauer S.68) Um 1500 wird in Saarbrücker Urkunden Etzel mit Garten gleichgesetzt. mittelhochdeutsch atz, etze = Speise, Futter, Gras. Bair. die Etz = Weideplatz. Vergl. 1608 der Etzel, Saarbrücken u.St.Johann. – Im Etzel, Schaffhausen,Malstatt – 1485 der dutschherrn eztel Saarbrücken – In der Etzel, Utweiler, Saar 1706 im Pferdsetzel, st. Arnual – 1703 Farrenetzel, Einöd. Quot wie s. Afrz.quad = Kot, Mist, ae.cwead. Moselfr. Quadder = Schlamm, mittelhochdeutschkat, quat. Vergl. 1750 Quadenhumes, Wustweiler – Quotwies, Püttlingen – Quotgasse, Kindenheim, Pfalz – Quadbach, Impflingen, Pfalz.

Im Betzen,
mittelhochdeutsch bitze= umzäuntes Grundstück.
Baumgarten, bizune – Vergl. 1446 beczenacker, 1497 betzenacker, Andernach
– 1511 Bietzwies, Saarhölzbach – Betzwies, Riegelsberg – 1526 Im Betzen, st. Johann – 1357 In der Betzen~
1294 uf der Bitzen, Lisdorf – 1785 Im Betzen, Hüttigweiler.

Im Brühl.
althochdeutsch brogil, bruohil, mittelhochdeutsch bruel= Aue. althochdeutschbroil = Gebüsch, afrz. breuil. Agall. breialo eingehegtes Gehölz. In Oberschwaben ist Brühl eine gewässerte Wiese, Hochwald (Hunsr.) Herrenland. Grundbedtg.: umzäunt. Vergl.‘ „prata que dicuntur brule“, um 1250 Fitten – 1329 „prati quod dicitur Bruel“, Stalle, Saar – 1356 „in unserm Brul“, st. Arnual- Wiese gen. der Bruel, 1258 Lautzkirchen.

Der Heidstock,
1734 Heydenstock 1825 arn Heidenstock. Heide ist unbebautes Land. Stock steht in der Bedeutung „erhöht“, wie Stockwerk, aufstocken. keltisch stuac = Berg, Hügel. Vergl. 1754/55 Heydenstock, Fürstenhausen. – Auf’m Stock, b.Dürrenau, Lecht.Alpen – Berg Heidenstock, Rothaar-Geb. – Schwarzer Stock, Ottweiler – Stockberg, Wustweiler. – Heidenstock, Sulzbach.
In der Geschichte des Schaumbergs gibt es ein niederes Adelsgeschlecht, dessen Name an unsern Heidstock denken  läßt; 1275 auf Schaumberg der Ritter W.Hudestoch u. Diener Johann Hudestoch (MRR IV 237) – 1278 Burgmann Tilman Hudestock (Pauly S. 143) – 1291 EdelknechtThielleman Hudestoch (Hist.V. XV 1965 S.21) – 1291 Thilmann von Schaumburg, gen. Hudestoch. 1294 Eilh.Hudestock, Kanoniker in st. Arnual (MRR IV 2259). Es bleibt zu ermitteln, woher dieser Name stammt.

Auf Rammelte,
Auf Groß Rammelt, Rammelter Wald, auch Alte Burg. 1622 uff Rammel. Mit spätröm. Siedlungsresten, Kleinkastell. Die spärlichen Funde lassen vermuten, daß sie wie die Befestigungen b. Saarbrücken und Pachten gar nicht zum Einsatz kamen.
Rhein. Rambusch = Stangenwald, neufranzösisch rame stange, althochdeutschrama = Säule, Grbtg.Baum. Vergl. Ramafels, Neunkirchen, Saar – Rammenfels, Nohn Ramschied, Düppenweiler – Ramerwäldchen, Erbringen. – Rammelsberg, Jünkerath, Eifel – Rammelsberg, Goddelsheim, Hessen.

In der Olk,
Gall. lateinisch olea = Weinberg. An der Mosel verbreiteter Weinbergname. Gregor v. Tours um 590:
„campus tellure fecundus enim incolae olcas vocant.“
Er stellt also fest, daß ein fruchtbares Grundstück von den Einwohnern „olea“ genannt werde.
Vergl. 973 „vineae quoque ex quibus una Theutoniorum eloquio Ulca dicitur (Bach 11 § 488) – 1281 Wingert oder Olke (Jungk 594) – 1358 die Olk, Mettlach – – 1084 olca vinea, Castel b. Trier – In der Olk, Fürstenhausen, Bietzen, Drohn.

Auf der Tafel,
Tafel = ebenes Land. Vergl. In der Tafel, TDnsdorf, Gisingen – 1357 ein Tafele, Lisdorfer Au – In den Tafelfeldern, Bischmisheim – Tafel, Hilbringen – Off die Tafell, c.1600 SN Tafel, Kr.PrDm.

Hartschießerbruch,
Bruch = sumpfiges Land. Els. die Hard sumpfiges Wiesengelände. Vergl. Hartbach, Saarwellingen – Hartbor~, Biringen
– Harzenpfuhl, 1785 Bous – Hartwies, Wahlen, Harengret, Ballern – Hartland, Roden . SchieBer zu althochdeutschscoz. oberdeutsch SchuB = Wasserfall, schnelles Wasser. Vergl. Hüherschießer, Eitzweiler – Auf der Schieß, 1721 Hüttigweiler – Kammschi sser, 1830 Merzig – Krähschesser, Mechern – SchieBbach, Kr. Euskirchen – Bach SchüB, Schweizer Jura.

Nauweiler Gewann,
Um 1600 Nauwyller. Kaum nach den dürftigen Funden benannt. Eher zu lateinisch novalis (ager) Brache, Neubruch, neu gerodetes Land. Vergl. Nuweiler Weg, Krettnich .

Naubrauch,
Zu keltisch nov. = Wiesenbach, Wiese.
Afrz.noe = Sumpfwiese, neufranzösisch noue. mittellateinisch noha, noa = Bruch, Sumpf.
Vergl. 1766 Nauwies, Wellesweiler – NauwieserstraBe, Saarbrücken – 1686 Nauwies, Malstatt-Burbach – 1785 Nauwiese, Tholey – Naubruch, Schaffhausen.

Dickenberg,
mittelhochdeutschdicke Dickicht, althochdeutsch dickhi, dichi. Dazu auch Dickheck. – Vergl. Auf der Dick, Herschbach, Ahr. – Dicker Berg, Oberfell Mos. – Dickenberg, Oahn, Pfalz – Deckeberg, 1393 Wangen, Els. – Habstatter Dick, 1561 Saarbrücken. – Mertelachir Dikke, Mertloch, Mos.
In der obersten, untersten, mittelsten Acht. mittelhochdeutsch ahte = ausgesondertes und unter besonderen Rechtsschutz gestelltes Ackerland, Herrenland. althochdeutsch ahta = Landgut, Erbgut, Abgabe davon. Vergl. 1359 In der Achten, Berus – 1475 Bei der Achten, St. Ingbert – 1460 der dutschen hern achten, Saarbrücken – Herrenacht, Bubach-Calmesweiler – Auf der Aht, Püttlingen.

Harberg,
So 1754/54, 1689 Hohrberg, 1825 Haarberg. Westf.Haar = Anhöhe, as.mnd. hara. Ais. har = hoch
althochdeutsch hare = Berg. Vergl. Haarbüsch, Wadern – Harscheid, Nonnweiler, Wahlen, Serrig – Auf der Här, Nohen, Nahe – Die Här, Weiersbach, Birkenf. – Gr. u.KI.Haar, Menden, Westf. – Harberg, Sulzbach, Murr., Wildpoldesried, Allgäu, b. Euerdorf, Fr. Saale. b.Allenrüthen, Sauerl.

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