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UrbanArt Biennale® 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: 29. März bis 1. November 2015

#Völklingen. Am Sonntag, den 29. März 2015, startet mit der „UrbanArt Biennale® 2015“ die mittlerweile dritte Ausstellung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zur Kunst, die sich aus dem Graffiti entwickelt hat. Alle zwei Jahre zeigt das Europäische Zentrum für Kunst und Industriekultur die entscheidenden Positionen und zeitgenössischen Entwicklungen dieser jungen Kunst des 21. Jahrhunderts. Die „UrbanArt Biennale®“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eine der größten und bedeutendsten Werkschauen zur Urban Art in Europa. Werke von Superstars der Szene stehen neben Arbeiten von angesagten jungen Künstlern. Mit mehr als 80 Künstlern ist die „UrbanArt Biennale® 2015“ die bisher größte Biennale.

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Fouad Ceet: Marilyn New Hair Cut, 2014 Exponat der UrbanArt Biennale® 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte Copyright: Fouad Ceet
Fouad Ceet: Marilyn New Hair Cut, 2014
Exponat der UrbanArt Biennale® 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Copyright: Fouad Ceet

Urban Art ist die Kunst, die sich aus dem Graffiti entwickelt hat. Eine dynamische Kunst des 21. Jahrhunderts mit unterschiedlichen Facetten. Je nach Künstler changiert die zeitgenössische Urban Art zwischen Underground, Pop-Kultur, gesellschaftlichem Statement und abstrakter Kunst. Das macht die Beschäftigung mit Urban Art besonders spannend. Seit 2011 widmet sich das Weltkulturerbe Völklinger Hütte dieser Kunst und bietet ihr mit der „UrbanArt Biennale“ ein regelmäßiges Forum.

Zentrum der „UrbanArt Biennale®“ ist die Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte mit einer Ausstellungsfläche von 10.000 Quadratmetern. Hier wurden einst Rohstoffe für den Hochofenprozess der Völklinger Hütte gelagert. Der raue Charme der Möllerhalle mit ihren rostbraunen Staubwänden und den begehbaren Silotaschen macht sie zu einem idealen Ort für eine Kultur, die ihren Weg von der Straße in die Museen und Galerien gefunden hat.

Für 2015 entwickelt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die „UrbanArt Biennale®“ konsequent weiter. Mit 81 Künstlern aus 21 Ländern und 6 Kontinenten und 100 Kunstwerken ist die „UrbanArt Biennale® 2015“ mehr als doppelt so groß wie 2013. Der „UrbanArt Parcours“ (Eröffnung: Donnerstag, 14. Mai 2015) erschließt neue Räume für Künstlerinstallationen und Street Art auf dem 100.000 Quadratmeter großen Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Mit der Urban Art aus dem arabischen Raum und Ägypten setzt die „UrbanArt Biennale®“ erstmals einen Länderschwerpunkt. Insgesamt ist die „UrbanArt Biennale® 2015“ noch internationaler.

„Urban Art ist ein weltweites Phänomen. Aus diesem Grund haben wir für die „UrbanArt Biennale® 2015″ den Fokus deutlich über den europäischen und nordamerikanischen Raum hinaus erweitert. Besonders spannend ist die Street Art und Urban Art im arabischen Raum und in Ägypten. Hier setzen wir 2015 einen besonderen Akzent“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Zu den Künstlern der „UrbanArt Biennale® 2015“ zählen Superstars der Szene wie  Shepard Fairey (USA), Swoon (USA), Logan Hicks (USA), Invader (Frankreich), Jef Aérosol (Frankreich), Cope2 (USA) JoneOne (USA/Frankreich), L’Atlas (Frankreich), A1one (Iran) oder M. Chat (Frankreich). Aus dem arabischen Raum und  Ägypten sind Werke bedeutender Künstler wie Ammar Abo Bakr, Alaa Awad oder Hanaa El Degham und Gemeinschaftsarbeiten arabischer Street-Art-Künstler wie Ganzeer, el Seed und Aya Tarek (ab 14. Mai im „UrbanArt Parcours“) zu sehen. Zu den gefragtesten jungen Künstlern der internationalen Szene, deren Arbeiten im Weltkulturerbe Völklinger Hütte gezeigt werden, zählen Thomas Canto (Frankreich), LX.One (Frankreich) oder Okuda (Spanien).

Tarek Benaoum: Indian Dreams, 2015 Exponat der UrbanArt Biennale® 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel
Tarek Benaoum: Indian Dreams, 2015
Exponat der UrbanArt Biennale® 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel

Die Künstlerauswahl zur  „UrbanArt Biennale® 2015“ erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Urban-Art-Künstler Reso, der aus dem Saarland stammt und international bekannt ist. Künstlerischer Berater für die Urban Art im arabischen Raum und in Ägypten war Don Karl, Autor der Bücher „Arabic Graffiti“ und „Walls of Freedom“.

UrbanArt Biennale® 2015 – Die Kunst des 21. Jahrhunderts

Die „UrbanArt Biennale® 2015“  zeigt die ganze Bandbreite der Urban Art. Werke von Superstars der Szene sind ebenso zu sehen wie besonders innovative Arbeiten von jungen Künstlern. Neben den transportablen Kunstwerken wie Leinwandarbeiten oder Installationen in der Möllerhalle bietet der „UrbanArt Parcours“ auf dem 100.000 Quadratmeter großen Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte einen außergewöhnlichen Ort für Street Art.

Neue Räume wie das Stellwerke-Haus, bisher unzugängliche Teile der Sinteranlage und ehemalige Laborgebäude der Völklinger Hütte werden für die „UrbanArt Biennale® 2015“ erstmals erschlossen und für Besucher zugänglich gemacht. Auch unentdeckte Orte im Landschaftsgarten „Das Paradies“ werden zum Ort für Graffiti-Kunst und Urban-Art-Installationen.

Die Wurzeln der Urban Art liegen in der Graffiti-Kunst im ausgehenden 20. Jahrhundert. Aus dem klassischen Stil des „Writing“, bei dem es darum geht, seinen Namen im öffentlichen Raum zu hinterlassen, hat sich eine neue Kunstform entwickelt, die so nur aus dem Graffiti entstehen konnte. Eine Mischung aus Kalligraphie, abstrakter Malerei und alternativer Subkultur. Die „UrbanArt Biennale® 2015“ zeigt zahlreiche Werke dieser abstrakten Urban Art. Eine besonders spektakuläre Variante der abstrakten Urban Art ist die dreidimensionale Installation „Suspended Horizon“ des Franzosen Thomas Canto.

Eine spezielle Form dieser abstrakten Kunst ist die Urban Art im arabischen Raum. Nicht selten bezieht sie sich auf die jahrhundertealte Tradition der arabischen Kalligraphie. Künstler wie Zepha oder L’Atlas nutzen diese Tradition der Islamischen Kunst als Ausgangsbasis für ihre Graffiti-Kunst. Die „UrbanArt Biennale® 2015“ zeigt einige besonders beindruckende Werke dieser arabischen Urban Art.

Figurativer ist die Kunst von Logan Hicks, der komplette Großstadttableaus sprüht oder von Case, der für seinen fotorealistischen Stil bekannt ist. Zahlreiche Installationen sind zu sehen, darunter eine lebensgroße Figur des amerikanischen Künstlers Mark Jenkins. Besonders eindrucksvoll ist die Kunst von Vermibus. Er verfremdet Werbeplakate und thematisiert so die Manipulation von ‚Schönheit‘ in der Werbung. Nicht nur seine Kunst zeigt: Urban Art kommt von der Straße und setzt den städtischen Raum mit seinen Wertungen und Weltbildern voraus. Und nicht selten verbindet sich mit dieser Kunst ein gesellschaftliches Statement.

Besonders eindrücklich zeigt dies die ägyptische Street Art. Im Zuge der Ägyptischen Revolution wurde Street Art zum gesellschaftlich wirksamen Appell für Freiheit und für das Recht, öffentlich seine Meinung zu äußern. Mehrere Arbeiten der „UrbanArt Biennale® 2015“ verweisen auf diese Zeit, als die Straßen Kairos zur alternativen Wand-Zeitung der Revolution wurden. Mit Ammar Abo Bakr, Alaa Awad und Hanaa El Degham sind drei der entscheidenden Künstler vertreten, die die mittlerweile berühmte Mohamed-Mahmoud-Staße zur Ahnengalerie für die Toten der Revolution machten.

Die „UrbanArt Biennale® 2015“ zeigt auch neueste Arbeiten, die sich mit Islamistischem Terrorismus und dem Anschlag von Paris künstlerisch auseinandersetzen. Von Ammar Abo Bakr ist das Werk „Hidden Sufi“ vom Januar 2015 zu sehen, auch Eric Lacans Arbeiten „Terrorism“ und „Frustration & Ideology“ entstanden unter dem Eindruck des Terroranschlags von Paris.

Ganz anders ist die augenzwinkernde Pop Art von Speedy Graphito oder Fouad Ceets überdimensionale Skulptur im Bubble-Style. Und Aiko kreiert gar eine schräge Gartenlaubensituation – Kunstblumen inklusive. Ihre Installation ist eine weitere Dimension einer Kunst, die von der Straße kommt und heute eine der spannendsten Entwicklungen der zeitgenössischen Gegenwartskunst ist.

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