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Quartiershausmeister in der nördlichen Innenstadt unterwegs: „Wir bewirken was!“

#Völklingen. Seit dem 1. Juli ist Heinz Jürgen Schmitt als Quartiershausmeister durch die nördliche Innenstadt unterwegs und sorgt dort im Rahmen eines BIWAQ-Projektes für mehr Sauberkeit.Es soll sauberer werden in der nördlichen Innenstadt Völklingens. Darum kümmert sich seit 1. Juli Heinz Jürgen Schmitt. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner, sowie Geschäftstreibende aus dem Quartier bemängelten die fehlende Sauberkeit“, erklärt Jutta Kraß, Referentin meim Diakonischen Werk an der Saar. „Gemeinsam wollen wir das Problem nun angehen.“ Die Idee kommt aus einem Entwicklungskonzept, welches im Rahmen eines Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ erarbeitet wurde. Die Stadtteilmanagerin Doreen Fischer ergänzt: „Dabei haben wir auch die Anregungen der Bewohner aufgegriffen, die gerade das Thema Sauberkeit zur Sprache brachten.“

Seit 1. Juli ist der Quartiershausmeister nun im Einsatz. Das Jobcenter fördert diese Vollzeitstelle. „Montags bis Donnerstags gehe ich mit meinem Müllwagen, meinem Lamborghini, durchs Quartier. Freitags fahren wir dann den Müll weg.“ Knapp 500 Liter Müll kommen so in der Woche zusammen. Doch Schmitts Aufgabe besteht nicht nur darin Hinterher zu räumen, vor allem die Beobachtung wo regelmäßige oder massive Verschmutzungen auftreten seien wichtig, denn nur mit diesem Wissen könne man reagieren und entsprechende Maßnahmen zusammen mit der Stadt Völklingen oder aber auch mit den Anliegern erarbeiten und einleiten.


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Kommunikation ist das A und O

Gemeinsam mit den Anwohnern sowie den Gewerbetreibenden sollen in Gesprächen Lösungen gefunden werden. „Die Quartiershausmeister können dabei auch kleinere Hilfestellungen zur Müllentfernung oder -vermeidung geben. In persönlichem Kontakt möchten wir die Menschen vor Ort dafür sensibilisieren, dass ein sauberer Stadtteil für alle attraktiver ist“, so Jutta Kraß über die Aufgaben des Quartiershausmeisters.

Hans Jürgen Schmitt begutachtet eine entsorgte Arbeitsplatte: "Sperrmüll können wir mit unserem Müllwägelchen leider nicht mitnehmen!". Etwas versteckt sein "Lamborghini". (Foto: Hell)
Heinz Jürgen Schmitt begutachtet eine entsorgte Arbeitsplatte: „Sperrmüll können wir mit unserem Müllwägelchen leider nicht mitnehmen!“. Etwas versteckt sein „Lamborghini“. (Foto: Hell)

Vorerst für knapp 3 Jahre soll der Quartiershausmeister nun aktiv sein. Von Erfolgserlebnissen zeigt sich der neue Hausmeister motiviert: „Das kann das bis zu meiner Rente so weiter gehen!“. Er hat in den vergangenen Wochen bemerkt, dass seine Arbeit schon erste Früchte trägt: „Wenn wir Extremstellen finden dokumentieren wir diese per Foto und geben das auch über unseren Koordinator an die Stadt weiter. Oftmals beobachten wir, dass die Anwohner ihren Unrat selbst beseitigen sobald wir ein paar Meter weiter sind – wir können ja keinen Sperrmüll beseitigen oder die Müllabfuhr ersetzen“, so Schmitt, der regelmäßig von bis zu drei weiteren Helfern bei seiner Arbeit unterstützt wird. Für ihn hat sich die Faustformel bestätigt: „Wo Schmutz ist kommt Schmutz dazu! Wir haben bemerkt, dass Sauberkeit eine größere Hemmschwelle bewirkt. Wenn einer trotzdem etwas fallen lässt sprechen wir ihn darauf auch an. Das führt zwar zu etwas Murren, doch eigentlich verstehen die Leute schon worum es geht. Doch wir sind auch keine Dorfsheriffs! Durch Reden haben wir schon viel bewirkt. Unsere Arbeit wird auch nicht als Blödsinn wahrgenommen!“
Die bei der Arbeit getätigten Dokumentationsfotos sollen dabei helfen Problemlösungen zu erarbeiten, das geschieht in enger Kooperation mit der Stadt Völklingen, die allerdings auch auf die Kosten schauen muss. „Fehlt ein Mülleimer, können wir den auch im Rahmen des Projekts aufstellen und leeren. Doch irgendwann muss die Stadt das übernehmen oder der Problempunkt wird wieder zum Leben erweckt“, so die Verantwortlichen.

Die Zahnräder greifen noch nicht ganz

Dabei muss das ganze sich erst einspielen. Eine schon vor Wochen der Stadtreinigung gemeldete Tischplatte gammelt bis heute noch an gleicher Stelle vor sich hin. „Irgendwie hat da noch keiner reagiert, aber ich hake da nach!“, verspricht Schmitt, der rasch noch einen noch nicht abgeholten gelben Sack wieder zu zieht bevor der Wind alles in den Straßen verteilt. „Auch Prävention gehört dazu! Sonst renne ich morgen den vielen kleinen Folien hinterher!“, lacht Schmitt, der das Gefühl hat die Städtischen Mitarbeiter wissen noch nicht so ganz was sein Job wäre: „Wenn die uns sehen drehen die um, die scheinen zu denken >die machen das ja!<.“, erzählt er etwas enttäuscht. Das muss sich wohl noch einspielen….

Jeder kann seinen Teil beitragen

Jeder im Stadtteil wird dazu aufgerufen, sich für ein sauberes Quartier einzusetzen, neben der Eigenverantwortung setzt man dabei sehr auf Kommunikation. Um in Kontakt kommen zu können hat man sogar eine „Notfallnummer“ eingerichtet: Der Quartieshausmeister ist unter der Mobilfunknummer 0151 26198364 oder per Email an biqaq-projekte@dwsaar.de zu erreichen. „Man hilft wo man kann!“, verspricht er.

Abgrenzung Soziale-Stadt Nördliche-Innenstadt (Grafik: Stadt VKL)
Abgrenzung Soziale-Stadt Nördliche-Innenstadt, hier ist das Schaffensbereich des Quartierhausmeisters (Grafik: Stadt VKL)

Das Projekt „Besser leben und arbeiten im Quartier“ möchte durch Hilfen im Quartier die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner in der Nördlichen Innenstadt verbessern. Es wird im Rahmen des Programms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Es wird von der Stadt Völklingen in Kooperation mit dem Diakonischen Werk an der Saar durchgeführt.

Neben dem Quartiershausmeister wird bereits das Café VALZ über BIWAQ wieder täglich bewirtschaftet und es werden dort nachmittags regelmäßig Veranstaltungen angeboten, beispielsweise das RepairCafé oder das Seniorencafé. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Quartiershilfe eine Seniorenbegleitung aufgebaut und Vorarbeiten zu einem Nachbarschaftsgarten durchgeführt. Weitere Teilprojekte sind bereits geplant und in der Vorbereitung.

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