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Kriselnder 1. FC Saarbrücken empfängt morgen Eintracht Trier vor leeren Stehrängen zum Derby in Völklingen

#Völklingen/#Saarbrücken. In Saarbrücken krachen die Balken: Fußballerisch ist die Saison gelaufen, das Ziel Relegationsplätze ist nur noch theoretisch machbar. Hinter den Kulissen herrscht eine Kluft zwischen verschiedenen Lagern. In Völklingen muss man morgen zudem ein (fast-)Geisterspiel erfolgreich hinter sich bringen, immerhin handelt es sich um ein Südwest-Derby der besonderen Art!

"Sasic raus!" - Schon länger weht von Seiten der Fans ein rauher Wind in Richtung Milan Sasic (Foto: Hell)
„Sasic raus!“ – Schon länger weht von Seiten der Fans ein rauher Wind in Richtung Milan Sasic (Foto: Hell)

Die Aufstiegspläne landeten am vergangenen Wochenende nach einer 4:1 Klatsche in Hoffenheim erstmal wieder in der Schublade. Es folgt eine turbulente Woche, in der neben dem Vizepräsidenten Florian Kern auch der Fanbeauftragte Peter Thielges und sein Team ihren Rücktritt bekannt gaben. Morgen folgt ein Spiel der anderen Art: Das Hermann-Neuberger-Stadion wird beim Derby gegen das Team aus Trier bis auf 550 Sitzplätze leer bleiben. Das Sportgericht, wir berichteten, bestraft damit den FCS für Ausschreitungen der Fans unter Anderem beim Hinspiel in Trier.


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So bleibt neben den Spielern auch Milan Sasic selbst von „Sasic-Raus“-Rufen verschont. Der „Geschäftsführer Sport – Abteilungsleiter Profiabteilung“ (gemäß Visitenkarte), der nach Redaktionsinformationen auf der Gehaltsliste des FCS-Hauptsponsors Victors steht, steht bei den Fans schon lange in der Kritik. Der Tenor: Sasic führt den Verein in den Niedergang! Der zurückgetretene Vizepräsident kam mit ihm nicht zurecht, nachdem er von Victors-Chef und FC-Präsident keine Rückmeldung zum Thema Sasic bekam trat er zurück:

„[…]Zudem teile ich die Auffassung von Präsident und Schatzmeister nicht, was den Kompetenzumfang des Geschäftsführer Sport (Anm. der Redaktion: Milan Sasic) betrifft. Außerdem hat sich Milan Sasic zuletzt nicht nur mir gegenüber mehrfach im Ton vergriffen. Ich habe aufgrund dieser dringlichen Situation den Präsidenten seit Samstagabend mehrfach um eine Rückmeldung gebeten: leider ohne Erfolg. […]
Auf dieser Basis bin ich nicht in der Lage das Amt des Vizepräsidenten weiter ausüben, ich ziehe daraus die notwendige Konsequenz und trete deshalb mit sofortiger Wirkung von diesem Amt zurück.[…]“
(Ausschnitt aus der Rücktrittsmeldung von Florian Kern)

Anders sieht es der zurückgetretene Fan-Beauftragte Peter Thielges in seinem Rücktrittschreiben:

„[…] Seit Sommer 2015 haben sich die Bedingungen für die Fanbetreuung extrem verschlechtert. Ideen zur Kommunikation mit den Fans wurden gezielt verhindert, Vereinsinterna absichtlich nach außen getragen um die Fanbetreuung schlecht aussehen zu lassen. Der gewohnte Kommunikationsablauf von Fanbetreuung und Verein wurde einseitig außer Kraft gesetzt, die Schuldzuweisungen sprechen für sich selbst. Die neuerlichen Versuche die Fanbetreuung in einem schlechten Licht da stehen zu lassen haben das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht. Daher ziehen wir die Konsequenzen und treten geschlossen zurück.Wir möchten ausdrücklich betonen, dass einzig Milan Sasic derjenige war, der die Fanbetreuung unterstützt und sich immer fair, offen und vor allem ehrlich, für Faninteressen gezeigt hat. […]“
(Ausschnitt aus der Rücktrittsmeldung der Fanbetreuung)

Auch beim (kleinen) Derby hatten die Fans eine Meinung kund zu tun (Foto: Hell)
Beim (kleinen) Derby gegen Elversberg hatten die Fans eine Meinung kund zu tun (Foto: Hell)

Laut Berichten der Saarbrücker Zeitung soll eine Pressemitteilung zu Sasics Ablösung bereits verfasst sein, eingegangen ist sie bisher aber noch nicht in unserer Redaktion, diese Nachricht, die eigentlich von jedem im und außerhalb des Vereins jeder Zeit erwartet wird. Sasic gegenüber der „Bild“: „Das wissen andere besser als ich.“
Nur Präsident Hartmut Ostermann kann diese Entscheidung fällen, dieser versucht den Überblick zu behalten, er ist als jemand bekannt der eher ruhig und wenig emotional entscheidet. Allerdings geht auch an ihm die Entwicklung nicht vorüber: „Wir werden in den Gremien die aktuelle Situation wie immer in Ruhe und mit der gebotenen Sorgfalt besprechen. Dennoch sollten wir nicht aus dem Auge verlieren, dass wir am Samstag ein Derby gegen Trier unter außergewöhnlichen Umständen absolvieren müssen.“ Die „Bild“ nennt es „eine Gnadenfrist für Sasic“.

Der Ball rollt weiter

Morgen Mittag um 14 Uhr heißt es nun vor einer Mini-Kulisse für die Saarbrücker Elf einen kühlen Kopf zu bewahren. Eigentlich geht es für das Team um nichts mehr. Nur noch um Prestige: Für den Club und für jeden einzelnen Spieler! Ein Großteil der Spieler hat keinen Vertrag für die neue Saison, fast jeder muss sich also beim FCS oder aber andern Clubs empfehlen, dazu muss man in dieser Situation erst einmal genügend Moral beweisen und als Team auftreten. Doch hier liegt das Problem: Ein Team ist diese Saarbrücker Elf schon lange nicht mehr, wenn es denn überhaupt jemals eines war! Nur mit einem zusammengewürfelten Haufen Top-Spieler gewinnt man auch in der Regionalliga keinen Blumentopf, das hat man aus dieser Saison gelernt.

Dennoch zeigt sich der Cheftrainer optimistisch: „Wir haben die Köpfe wieder hochgenommen und den Fokus auf unsere Aufgabe gegen Trier gerichtet. Es wird  Charakter und Einstellung gefragt sein. Und ich bin überzeugt, dass die Jungs das zeigen
werden“, so FCS-Cheftrainer Taifour Diane: „Wir wollen uns auf das konzentrieren, was auf dem Platz passiert. Nur darauf kommt es an.“

Der neue Cheftrainer Taifour Diane während des Aufwärmens (Foto: Hell)
Der Cheftrainer Taifour Diane während des Aufwärmens (Foto: Hell)

Dort geht es gegen Trier und der Tabellendritte wird dem FCS alles abverlangen. „Sie stehen vor uns in der Tabelle, berechtigt. Wir wollen im Derby an die Leistungen aus den Spielen gegen Elversberg und Mannheim anknüpfen. Gelingt das, bin ich überzeugt, dass wir siegen“, so Diane und setzt damit auf die Heimstärke des FCS: Im Hermann-Neuberger-Stadion hat der 1. FC Saarbrücken noch keines seiner Spiele verloren. Ein weiterer Vorteil für die Saarländer könnte die leichte Auswärtsschwäche der Trierer sein. Das letzte Spiel auf gegnerischem Platz gewann die Elf von Trainer Peter Rubeck im November

Personalsituation

 Die Optionen haben sich für den FC-Trainer seit Beginn dieser Woche wieder erhöht. Zwar muss Lukas Kiefer aufgrund einer Sperre pausieren, dafür stehen mit Kapitän Jan Fießer, Hassan Amin, Daniel Döringer und Christian Sauter gleich vier andere Spieler wieder zur Verfügung. Auch Filip Luksik, der zwischenzeitlich ein dosiertes Programm abspulte, ist eine Option. Zudem ist nach Ivan Sachanenko mit Jens Meyer der nächste Langzeitverletzte zurück im Training.

Trier-Trainer Peter Rubeck muss gegen den FCS auf Matti Fiedler, Dennis Gerlinger, Holger Lemke und Silvano Varnhagen verzichten. Bei Dennis Gerlinger hat sich unter der Woche eine neue Verletzung aufgetan. Der Torjäger laboriert mit einer Absplitterung am Schambein. Peter Rubeck befürchtet, dass sein Rechtsaußen bis zum Ende der Saison ausfallen wird.

Dr. Robert Kampka an der Pfeife

Geleitet wird die Partie gegen Trier von Schiedsrichter Dr. Robert Kampka. An den Seitenlinien assistieren ihm Marcel Göpferich und Adrian Kokott.

Gute und schlechte Nachrichten für Fußballfans

Im Beschluss des Sportgerichts der Regionalliga Südwest hieß es: „Die Tageskassen sind geschlossen zu halten.“ Eine weitere Auflage war beispielsweise das Personalisieren der Eintrittskarten oder auch, dass im gesamten Stadionbereich keine Banner, Plakate, Transparente o. ä. aufgehängt oder sonst angebracht werden dürfen.

Die Haupttribüne des Hermann-Neuberger-Stadions (Foto: Hell)
Die Haupttribüne des Hermann-Neuberger-Stadions (Foto: Hell)

Gute Nachricht für die ausgesperrten Fans: Der Saarländische Rundfunk überträgt das Derby unter SR.de ab 14 Uhr im Livestream.

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