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Alte Völklinger Drehleiter steht in Dußlingen zum Verkauf: Ein Blick auf ihre Geschichte

#Dußlingen/#Völklingen. Die Geschichte eines Fahrzeugs ist interessant: Während „Otto Normal“ oftmals auf den Vorbesitz aus Rentnerhand setzt, ist die Historie eines Feuerwehrfahrzeugs doch meist vorgegeben, so auch die der alten Drehleiter der Stadt Völklingen. 270 Autobahnkilometer entfernt, in Dußlingen bei Tübingen steht sie: Die Drehleiter 22+2, die ab 1951 ihren Dienst antrat, der erst nach 52 Jahren enden sollte.

1949 sollte bereits eine Drehleiter beschafft werden

Bereits 1949 dachten der Kreisverbandsbrandmeister Kammer und Hauptbrandmeister Landthaler an die Beschaffung neuer Fahrzeuge, unter denen auch eine Drehleiter sein sollte. In einem Schreiben vom 24. Oktober 1949 an den damaligen Bürgermeister Rudolf Trenz erläuterten die beiden Feuerwehrmänner ihre Beweggründe:
Nachdem ein geliehenes Löschfahrzeug bereits an die Feuerwehrschule des Saarlandes abgegeben werden musste, ist 1949 nun auch die Forderung ergangen, dass zweite geliehene Fahrzeug der Feuerwehrschule – ein Löschfahrzeug 8 – zurück zu geben ist. Das zweite Fahrzeug würde nur noch solange in Völklingen bleiben, bis eine Ersatzbeschaffung gemacht ist. Ein drittes Fahrzeug, ein Schlauchwagen aus dem Eigentum der Feuerwehr Ludweiler (damals war Ludweiler eine eigenständige Gemeinde mit eigener Feuerwehr)– muss nach Anforderung der Regierung bzw. des Landrates auch sofort zurückgegeben werden.
Der Völklinger Feuerwehr verblieben somit nur noch ein Kraftfahrzeug, welches eine Pumpleistung von 1500 L in der Minute aufweisen kann. Ein Fahrzeug zum Ziehen der Anhängerspritze TS 8 stand auch nicht mehr bereit.
Die Herren Kammer und Landthaler sahen sich entsprechend dieser Schilderungen veranlasst die Stadtverwaltung darauf hinzuweisen, dass mit diesem Fahrzeug der Brandschutz in allen Stadtteilen unmöglich sichergestellt werden kann. Ohne weitere Fahrzeuge ist ein wirksamer Einsatz in ihren Augen also nicht mehr möglich. Die Anschaffung eines eigenen Löschfahrzeugs und einer Drehleiter von 24m Steighöhe sei dringend notwendig.
Vergleichbare Gemeinden des Saarlandes hatten damals, selbst wenn man die mögliche Anschaffung der beiden beantragten neuen Fahrzeuge berücksichtigt, teilweise über bessere Ausrüstung verfügt als die Völklinger Brandwehr.


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Auch wenn die Stadt schon längere Zeit von Bränden in höher gelegenen Stockwerken verschont blieb, ist die Anschaffung einer Drehleiter dringend notwendig – was Brände in anderen Gemeinden gezeigt haben.

Eine Drehleiter der Firma Drouville mit 24m Steighöhe, Ganzstahl, Ford-Chassis, 5t, ausgestattet mit 8 Zylindermotor mit 100 PS ist ab Werk für 6.770.000 ffrs. zu haben. Es handelt sich dabei um eine vollautomatische Leiter. Die Anschaffung einer vergleichbaren handgetriebenen Leiter – ähnlich der früheren Drehleiter der Feuerwehr, deren Geschichte sie hier nachlesen können – würde sich auf 4.280.000 ffrs. belaufen.
Da die Anschaffung solch eines Gerätes in einer Feuerwehr einmalig sei, überließ man die Entscheidung der Verwaltung – nicht jedoch ohne die Vorteile der vollautomatischen Drehleiter, nämlich z.B. die erheblich kürzere Auszugszeit von 0,5 Minuten gegenüber drei bis vieren, unerwähnt zu lassen.

In den uns vorliegenden Unterlagen ist nicht ersichtlich, ob bis zur in Dienststellung der Magirus-Leiter ein Leihfahrzeug beschafft wurde, es ist jedoch davon auszugehen, dass die DL 22, die 1951 in Dienst gestellt wird, die bereits 1949 angestrebte Beschaffung war. (Aus den Kopien einer städtischen Akte von 1949/50)

Völklingen bekommt seine Drehleiter

Endlich ist es soweit: Völklingen erhält mit der DL (für Drehleiter) 22 (22 + 2 Meter Höhe) den lange ersehnten Leiterwagen. Angeschafft wurde das Fahrzeug für 1.200.000 Franc (LXXII.). Das Fahrzeug war 52 Jahre im Dienst, davon 34 Jahre in Luisenthal als Florian Völklingen 03/32.

2003 ging das Fahrzeug in Rente, es sollte bei einem Völklinger Oldtimer Liebhaber seinen Ruhestand bekommen, wurde dort auch Restauriert – doch als der neue Besitzer krank wurde und verstarb, wurde sie verkauft und wurde zumindestens von uns aus den Augen verloren.

Auf eBay wieder gefunden

Nach einiger Zeit konnte ein Völklinger das Fahrzeug beim Online-Auktionshaus „eBay“ wiederfinden. Wir nahmen Kontakt mit den Anbietern auf.

Der freundliche Herr am Ende der Leitung, Herr Maier, kannte die spannende Geschichte seines Leiterwagens noch gar nicht und freute sich über die Erläuterungen. Er möchte die Drehleiter, die inzwischen in Dußlingen bei Tübingen auf einem Schotterplatz unter freiem Himmel parken muss, an einen Liebhaber verkaufen. 6900 Euro stehen als fester Verkaufspreis für dieses Stück Völklinger Stadtgeschichte im Raum. Eine Dokumentation vom 1.Tag an sei vorhanden. Das Fahrzeug fährt einwandfrei, es springe sofort an. Auch alle Papiere seien vorhanden. Außerdem ist es auf 7,5 Tonnen abgelastet, nur Tüv habe das als Restaurationsobjekt angebotene Fahrzeug keinen mehr.

Wer es demnächst sein Eigen nennen will, darf sich mit dem Verkäufer gerne in Verbindung setzen: Tel. 070723371

Sollte tatsächlich jemand über unseren Artikel zum Kauf angeregt worden sein, würden wir uns freuen diesen Jemand bei seinem Kauf und der Überführung begleiten zu dürfen. Red.

Update vom 28.05.2017: Noch immer scheint sie nicht verkauft zu sein! Der Preis liegt nun bei nur noch 6000,- Euro
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/feuerwehr-drehleiter/657912396-276-8007

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