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6.222 Zuschauer sehen starken 1. FC Saarbrücken – Leistung bleibt unbelohnt

#Völklingen. Der 1. FC Saarbrücken hat sich nicht selbst belohnt: Das Team von Coach Dirk Lottner lieferte eine starke Leistung gegen den Zweitligisten Union Berlin. Über 90 Minuten zeigte man sich als die bessere Elf, doch in der fälligen Nachspielzeit fällt das umstrittene 1:2 für die Gäste.


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Die Lottner-Elf weiß: Gewinnen können sie gegen den Zweitligisten Union Berlin nur als Team (Foto: Hell)
Die Lottner-Elf weiß: Gewinnen können sie gegen den Zweitligisten Union Berlin nur als Team (Foto: Hell)

Cymer im Tor der Blau-Schwarzen

Mit einer Änderung im Vergleich zum Heimsieg gegen Kassel schickte Cheftrainer Dirk Lottner seine Elf auf den Platz. Ricco Cymer rückte anstelle von Daniel Batz zwischen die Pfosten. Die Belohnung dafür, dass mit ihm im Tor durch den Erfolg im Saarlandpokal erst das Ticket für den DFB-Pokal gelöst wurde. Wie vor der Partie angekündigt, setzte auch Union-Trainer Jens Keller in Völklingen auf einen anderen Torhüter, so stand Daniel Mesenhöler zwischen den Pfosen, Stammkeeper Busk nahm dafür auf der Bank Platz. Außerdem rotierte Keller auch bei den Feldspielern fleißig durch und brachte sechs Neue in der Startelf.

Vom Anpfiff weg merkte man den Blau-Schwarzen an, wie heiß sie auf eine Sensation waren. Zwar merkte man zu Beginn den Respekt vorm Zweitligisten, doch die ersten guten Aktionen kamen: Schmidt wurde zweimal wegen einer Abseitssituation zurück gepfiffen. Auf der Gegenseite musste Cymer nach einem Fehlpass retten. Die Gäste aus Berlin-Köpenick hatten zu Beginn viel Ballbesitz, die „Eisernen“ ließen die Kugel laufen und hatten nicht nur einmal Pech.

Saarbrücken zeigt Biss

Nach dem Dirk Lottners Elf sich ins Spiel gefunden hat nahm die Partie fahrt auf: Saarbrücken zeigte sich in den Zweikämpfen extrem bissig und versuchte, Union mit schnellen Kontern gefährlich zu werden. Doch genau in diesem Moment die Führung für Union: Nach einer Ecke von Christopher Trimmel war es der neu in die Mannschaft gerückte Fabian Schönheim, der Union mit der ersten Möglichkeit in Front brachte. Doch Saarbrücken bewies den Willen, unbeirrt spielte das Team aus der Landeshauptstadt gegen die Gäste aus der Bundeshauptstadt auf – die Lottner-Elf lies keinen Zweifel daran aufkommen, dass man das Spiel noch drehen will.
Und promt sind sie da:Behrens wurde zwar im Strafraum per Foul gestoppt, doch Dausch reagierte schnell und jagte die Kugel ins Netz. Doch der Tor-Jubel stoppte abrupt. Schiedsrichter Sören Storks gab den Treffer nicht und entschied auf Strafstoß. Zeitz übernahm die Verantwortung, aber Torwart Daniel Mesenhöler parierte den Elfmeter und sammelte dabei wohl Kräfte, die das Spiel später noch entscheiden sollten.

Mit dem zweiten Tor folgt der Ausgleich

Knapp zehn Minuten später mussten die Gäste den Ausgleich schließlich doch hinnehmen (40.). Nach einer Ecke markierte Kevin Behrens den umjubelten 1:1-Halbzeitstand. Saarbrücken verkaufte sich gut, das Ziel den Zweitligisten zu ärgern hatte man in der ersten Halbzeit mehr als erfüllt.

Nach der Halbzeit fing das Spiel Feuer

Beide Teams kamen Schwungvoll aus der Kabine, Berlins Mesenhöler musste im 1:1 gegen Behrens retten – seine zweite Glanztat nach dem gehaltenen Elfmeter -, auf der Gegenseite scheiterte Damir Kreilach am linken Pfosten (48.).Der FCS machte es Union schwer. Die Aufstiegskandidaten der zweiten Bundesliga kamen bei den stark aufspielenden Hausherren in arge Bedrängnis und kann Mesenhöler danken, dass er seinen Kasten nach dem 1:1 sauber hielt. Während des Sturmlaufs der Saarbrücker blieb deren Abwehr stehts gut organisiert, so kam es meist vor dem Kasten der Berliner zu feurigen Chancen – doch der FCS ließ diese ungenutzt.

Patrick Schmidt (li.) sorgte in der Abwehr der "Eisernen" nicht nur einmal für Alarm - Ein Tor sprang dabei nicht heraus (Foto: Hell)
Patrick Schmidt (li.) sorgte in der Abwehr der „Eisernen“ nicht nur einmal für Alarm – Ein Tor sprang dabei nicht heraus (Foto: Hell)

Union drückt

Erst in den letzten zehn Minuten gelang es den Gästen, Saarbrücken in die Defensive zu drängen und Abschlüsse zu erzielen – der Erfolg blieb jedeoch aus. So ging es in die Verlängerung und der Pokalfight ging weiter. Den besseren Ausgang verbuchte der Zweitligist zum Bedauern des Saarbrücker Anhangs für sich. Simon Hedlund bestrafte den FCS in der 101. Minute für die ausgelassenen Möglichkeiten und markierte das 1:2. Ein umstrittenes Tor, denn die Position des Torschützen war Abseitsverdächtig.

FCS-Torhüter Ricco Cymer zeigte sich bei weiteren Chancen der Gäste auf dem Posten und verhinderte mehrfach das entscheidende 3:1, wofür er nach dem Spiel via Online-Voting von den Zuschauern zum „Man of the Match“ gekührt wurde, auf der Gegenseite suchte das Lottner-Team derweil weiter seine Chance, doch trotz frischer Spieler und letzten 15 Minuten in denen der FCS alles nach vorne warf sollte der zum Elfmeterschießen führende Treffer nicht mehr gelingen.

Eine süß-bittere Niederlage, nach ganz großem Kampf: Die Blau-Schwarzen haben eine starke Leistung abgerufen, hatten Berlin am Rande einer Niederlage, belohnten sich aber nicht für den hohen Aufwand. Was im Kopf bleiben sollte, ist der sehr couragierte Auftritt, bevor es kommenden Samstag in der Liga gegen den SV Röchling Völklingen weiter geht.

Kompliment vom Gästetrainer

„Zuerst einmal muss ich Saarbrücken ein großes Kompliment machen. Der FCS hat heute ein Überragendes Spiel gemacht und wir haben uns sehr schwer getan. In den ersten 15-20 Minuten hatten wir das Spiel gut im Griff, Saarbrücken hatte da noch viel Respekt. Anschließend haben Sie die Räume eng gemacht und gut umgeschaltet, das haben wir vermissen lassen. Wir können uns bei Daniel Mesenhöler bedanken, er hat heute ein riesen Spiel gemacht. Aber das ist Pokal, wir sind zum Glück im Lostopf der zweiten Runde und wir sind mit dem nötigen Quäntchen Glück dabei“, so Jens Keller auf der Pressekonferenz nach der Partie.
Dirk Lottner wusste noch nicht ob er sich über die Leistung freuen, oder den ausgelassenen Chancen hinterher trauern soll – dennoch sagte er: „Ich bin saumäßig stolz auf meine Mannschaft. Wir hatten Berlin am Rand einer Niederlage.“

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