Stadtteil Luisenthal • vom Bergbau geprägt
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Grube Luisenthal; Quelle: Saarheimat 4 1977 (Titelblatt)
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Der heutige Stadtteil Völklingens, das frühere Obervölklingen, verdankt seine Entstehung im wesentlichen dem
Aufschwung
des Bergbaues im 19.Jahrhundert. Noch heute wird das Ortsbild entscheidend von der Grube Luisenthal geprägt,
. Der Ort zieht sich an der Saar entlang und geht fast unbemerkt
in den Saarbrücker Stadtteil Altenkessel-Rockershausen
über, eine Verbindung, die historisch gewachsen ist.
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1717:
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Eine wohlhabende Dame gründet östlich von Völklingen einen Hof und benannte ihn nach ihrer Tochter Louise „Louisenthal".
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1817/18:
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Bau des "Friederiken-Schienenwegs" im Frommersbachtal.
Er verlief vom Gruben
Bauernwald
und Großwald (1821 zur Grube Gerhart zusammengelegt)
zur Kohleverladestelle Luisenthal an der Saar.
Auf diesem Schienenweg sollte die 4. deutsche Dampfl
okomotive laufen, der sogenannte
"Geislauterner Dampfwagen".
Als das Experiment mit dem Dampfwagen gescheitert war, setzte man ab 1827 Pferde ein. Erst 1861
wurden die Pferdewagen von kleinen Dampflokomotiven
abgelöst.
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1822:
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Die Bergverwaltung richtete in Obervölklingen eine besondere Industrieschule ein, in der die schulentlassenen Töchter
der Bergleute zu "tüchtigen" Hausfrauen herangebildet werden sollen.
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1833:
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In "Obervölklingen" standen nur 3 Wohnhäuser: Frommersbacher Mühle, Obersteigers- und Gansterhaus.
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1836:
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Führte eine amtliche Statistik 6 Wohnhäuser auf.
Der Völklinger Bürgermeister verfügt: Der neu entstandene Ortsteil im Osten heißt "Obervölklingen". Die Bevölkerung bleibt aber beim schöneren Namen: Luisenthal.
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1837:
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Der Veltheim-Stollen wurde zur tieferen Aufschließung der Grube Gerhard angehauen.
Damit begann eine intensive bergbauliche Aktivität im
Osten Völklingens, die auch dazu führte, dass sich immer mehr Bergleute in Obervölklingen ansiedelten.
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1844:
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In der Grube Gerhard kostet am 14. April eine Schlagwetterexplosion 5 Bergarbeitern das Leben.
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1857:
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Die Firma A. Wagner errichtete an der Straße Völklingen - Saarbrücken nahe des heutigen
Bahnhofs Luisenthal eine Glasfabrik. Schon um 1825 existierte
am "Lumpenberg", am Fuße des heutigen "Altenkessel", eine Glashütte, die aber 1847 stillgelegt wurde und
in den Besitz von Wagner überging. Die Glasfabrik produzierte vor allem
Flaschenglas. 1872 stellte das Werk nach einem vorangegangenen Streik seinen Betrieb ein.
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1860:
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Mit dem Anhauen des Wetterschachts "Rothstai" an der Pottaschdelle begann für den
Heidstock das Zeitalter des Bergbaues.
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1867:
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Der "Verein chemischer Fabriken in Mannheim" gründete ein Werk zur Herstellung von
Sulfat in Obervölklingen. Nach der Eingliederung des Saargebiets ins Französische Zoll- und Wirtschaftssystem
nach dem Ersten Weltkrieg musste die Fabrik 1928 einstellen: Der Geschäftsleitung wurde eine einseitige
Haltung zugunsten Deutschlands vorgeworfen.
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1879:
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Obervölklingen hatte zwei katholische Schulklassen mit 102 Kindern und eine evangelische mit 62 Kindern.
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1884:
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Bau der Seilbahn nach Fenne.
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um 1896
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1899:
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Baubeginn moderner Betriebsanlagen zum Abbau der Fettkohlenflöze im Raum
Obervölklingen - die Geburtsstunde der heutigen Grube Luisenthal. Der erste Fettkohlenschacht war Richard 1
in der Nähe des Bahnhofes.
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Der Albert-Richard-Schacht im Jahr 1903
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1907:
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Beim Absturz eines Förderkorbes der Grube Gerhard kommen am 16.März 22 Menschen ums Leben.
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1909:
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Am 25. September besuchte der chinesische Prinz Tschun, ein Bruder des damaligen chinesischen Kaisers
die Grube Gerhard in Obervölklingen.
Beginn der Stromlieferung der Saargrubenkraftwerken Luisenthal.
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1910:
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Bau der Saarbrücke nach Klarenthal.
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1910
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Bahnhof um 1912
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1927:
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Einweihung der katholischen "Christ-König-Kirche"am 30.10.
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1937:
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Die Leistung des Saarbergkraftwerks wurde in mehreren Stufen bis auf 58 Megawatt erweirert. Die Leistung setzt sich aus einer Vielzahl kleiner Maschinen von 3 Megawatt über 7,5 bis zu 12 Megawatt zusammen.
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1941:
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Eine Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal kostet 31 Menschen das Leben, es wird nicht die letzte Katastrophe dieser Art in Luisenthal bleiben.
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1951:
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Der Ortsteil, bis jetzt Obervölklingen benannt, bekam entgültig auch den offiziellen Namen "Luisenthal".
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1959:
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Stilllegung des Kraftwergs.
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1960:
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Die neue Saarbrücke Luisenthal - Klarenthal wurde für den Verkehr freigegeben, nach dem
die alte Brücke 1944 beim Anrücken der Amerikaner gesprengt worden war.
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1961:
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Luisenthal zählte 3116 Einwohner.
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1962:
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Die Grube Luisenthal wird von der schwersten Katastrophe in der Geschichte des
Saarbergbaues heimgesucht. Am 7.Februar ereignet sich im Alsbachfeld eine Schlagwetterexplosion,
bei der 299 Bergleute den Tod fanden.
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1967: Kath. Kinderheim (Bild: Stadt VK)
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1974:
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Bei der Gebiets- und Verwaltungsreform wurden Pläne laut, Luisenthal der
Landeshauptstadt Saarbrücken zuzuschlagen. Eine Befragung der Bevölkerung ergab mit 98,6% jedoch
eine überwältigende Mehrheit für den Verblieb bei Völklingen.
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1990:
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Luisenthal zählte 2295 Einwohner, davon 1375 Katholiken, 526 Protestanten und 392 Anhänger
verschiedener Bekenntnisse - bei einem Ausländeranteil von 415 Mitbürgern.
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1995:
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Die Kohleförderung in Luisenthal wird eingestellt, der Schacht diehnt nurnoch der Materialförderung.
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1997:
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Die alte Saarschleuse wurde abgerissen und im Zuge des Saarausbaus durch eine neue Schleuse einige hundert Meter flussaufwärts ersetzt.
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2006:
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Das Bergwerk wird stillgelegt.
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Grube Luisenthal:
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Die Steinkohlengrube Luisenthal
Das untertägige Feld der Grube Luisenthal wurde durch drei Sprünge in das Alsbachfeld, das Nord-, Süd- und Westfeld
geteilt. Die tägliche Reinförderung betrug ca. 5.800 Tonnen hochwertiger Fettkohle, die zu Koks verarbeitet wurde;
die eine Hälfte der Kohlen ging durch den Kokereistollen zur Kokerei Fürstenhausen, die andere Hälfte zur Kokerei Dillingen. Die Bergleute gewannen pro Mann
und Schicht 5.528 kg
Kohlen im
Schnitt. 87% der Materiallieferungen und Dienstleistungen vergab die Grube Luisenthal an saarl. Firmen.
Die Stadt Völklingen erhielt ca. 400.000 € Grund- und Gewerbesteuer von der Grube Luisenthal.
Die Geschichte der Fettkohlengrube Luisenthal begann mit zwei Tiefbohrungen, 1897 und 1898. Am 13.Februar 1899 begann das
Abteufen des ersten Förderschachtes, auch "Fettkohlenschacht" und ab 1904 nach dem Bergrat Richart Althans "Richertschacht"
genannt. Muttergrube war die Flammkohlengrube "Gerhard". Der Klarenthaler Schacht wurde am 1. April 1899 angehauen. Neben
dem ersten Wetterschacht teufte man ab 1.April 1905 einen zweiten Frischwetterschacht ab. Anläßlich des Besuches des
preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, Dr. Delbrück, im Jahre 1907 erhielten die "Klarenthalschächte 1 und 2" die
neuen Namen "Delbrückschächte 1 und 2". Von 1920 bis 1935 wurden sie Beaunierschächte genannt. Ab 17. Mai 1910 teufte man den
Ostschacht ab, welcher ab 1920 "Calmeletschacht", dann "Klarenthalschacht" genannt wurde. Er ist heute verfüllt. Der 31.März 1954
war der Teufbeginn zum "Alsbachschacht".
Heute werden die Schächte nur noch zur Arbeitsmaterialförderung benutzt. Es fahren keine Arbeiter mehr von Luisenthal
ein.
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