Stadtteil Herrmann-Röchling-Höhe • Siedlung der Hüttenarbeiter
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Der nach Fenne zweitkleinste Stadtteil Völklingens entstand Ende der dreißiger Jahre als
Stammarbeitersiedlung der Völklinger Hütte. Den ursprünglichen Namen "Bouser Höhe" hat der Ort im Volksmund bis
heute beibehalten. Ausschlaggebend für die Gründung der neuen Siedlung war der Gedanke, die
Stammarbeiter der Völklinger Hütte über den Eigenheimbau enger an das Unternehmen zu binden.
Die Allgemeine Baugenossenschaft Völklingen 1904 übernahm die Trägerschaft des Bauvorhabens. Während
die Stadt Völklingen das Baugelände preisgünstig abgab, griffen die Röchlingwerke den Neuansiedlern durch
kostenlose Lieferung von Straßen Baumaterial und verbilligte Abgabe von Baumaterialien kräftig unter die Arme, banden damit allerdings auch die Arbeiter an ihr Werk.
Die Finanzierung erfolgte durch die Arbeiter-Pensionskasse der Hütte sowie durch Reichsmittel der Deutschen
Bau- und Bodenklasse und der GEHAG in Berlin. Zusätzlich gewährte die Hütte jedem Arbeiter ein zinsloses
Darlehen in Höhe von 750 Mark. Je nach Haustyp mussten die Interessenten zwischen 5.100 RM und 5.900 RM
aufbringen, wobei nicht nur die reinen Baukosten, sondern auch das 1.000 qm große Grundstück im Preis mit
einbegriffen waren. Die Anwärter auf eine Siedlerstelle hatten sich verpflichtet, einen Großteil der Arbeiten durch
Selbsthilfe und Gemeinschaftsarbeiten durchzuführen. Die Bedingungen für den Erwerb eines Eigenheimes
waren so attraktiv, dass sich für die geplanten 128 Häuser
des ersten Bauabschnittes sehr schnell Interessenten fanden.
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1937:
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Am 20.April erfolgte der erste Spatenstich für die Stammarbeitersiedlung auf der Bouser-Höhe.
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1939:
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Alle Siedlerhäuser des ersten Bauabschnittes waren
fertiggestellt und bezogen.
Nach Kriegsausbruch wurde am 3. September der
Bereich Völklingen geräumt und nach Mitteldeutschland
evakuiert.
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1940:
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Eine Baracke wurde als Grundschule
eingerichtet, die älteren Schüler müssen bis heute
nach Völklingen zur Schule gehen.
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1942:
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Der sogenannte U-block an der Trierer Straße wurde gebaut. Ursprünglich als Heim
für die "Hitler-Jugend" vorgesehen, wurde das Großbauprojekt schon vor Kriegsende als Gebäude für
"Volkswohnungen" umfunktioniert. Der U-Block bot 20 Familien in 10 Zweifamilienhäusern Wohnraum.
Er umschloss früher das Wahrzeichen des Ortes, die "Dicke Eiche", die vor einigen Jahren einem Blitzstrahl
zum Opfer fiel und durch zwei Buchen ersetzt wurde. Ein Denkmal erinnert heute an den Begründer der Siedlung,
Dr. Hermann Röchling.
Trotz der Kriegswirren entstanden bis Mitte 1944 weitere Eigenheime auf der Bouser Höhe, so
17 Zweifamilienhäuser an der Trierer Straße und 6 Häuser an der Mettlacher Straße. Insgesamt belief sich das
Bauvolumen während der Kriegszeit auf 33 Neubauten mit 66 Wohnungen.
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12.11.1942 - Röchling wird 70 (Hinweis von Herrn Paul Ganster - Vielen Dank!):
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Aus der „Bußer Höhe“ wird die „Hermann-Röchling-Siedlung“
„Ich weiß, wie Sie sich, Herr Kommerzienrat, so sehr um das Siedlungsvorhaben bemüht haben und ich weiß auch, daß Sie heute noch, so oft es Ihnen die Zeit erleubt,
sich persönlich um den Weiterbau kümmern und immer wieder
mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gerne habe ich daher die Anregung der Allgemeinen Baugenossenschaft 1904 aufgenommen, in Würdigung Ihrer großen Verdienste um das Siedlungswesen,
die Siedlung auf der Bußer Höhe Hermann-
Röchling-Siedlung zu nennen.“
Dies erklärte der stellvertratende Bürgermeister Völklingens, NSDSP-Kreisleiter Graf, anläßlich der Feier zum 70. Geburtstag
Hermann Röchlings in der Wartburg in Saarbrücken.
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1944:
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Das Vorrücken der Amerikaner bedeutete für die Bevölkerung die zweite Evakuierung.
Anfang Dezember mußten die Bewohner der Bouser Höhe ihre neue Heimat überstürzt verlassen und sich im
Inneren Deutschlands eine vorläufige Unterkunft suchen.
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1945:
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Nach der Rückkehr aus der Evakuierung hatten die Bewohner der Bouser Höhe eine
traurige Bilanz zu ziehen: Zwölf Siedlerhäuser waren völlig zerstört, und andere Häuser durch Bomben bzw.
Granatsplitter beschädigt worden. In Selbsthilfe und unter Mithilfe der Baugenossenschaft 04 begannen die
mühevollen Instandsetzungsarbeiten. Auf Initiative des Vikars von St. Michael, Karl Thiel, und mit Unterstützung
der Völklinger Hütte wurde eine ehemalige hölzerne Essbaracke erstanden und bis 1947 zu einer katholischen
Notkirche mit einem Glockenturm umgestaltet. Sie stand am Eingang der Siedlung auf dem Gelände der
heutigen Bungalows und wurden am Christkönigsfest 1947 dem Heiligen Konrad geweiht. Auch die
evangelischen Christen erhielten in den Jahren 1945/46 in einer ehemaligen Militärbaracke einen Mittelpunkt
für ihr Gemeindeleben.
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1947:
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Die bisher als Notschule benutzte Baracke wurde so baufällig, dass sie geträumt werden
musste. Daher wurden im Wohnhaus Trierer Straße 20 zwei Schulsäle eingerichtet.
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1948:
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Einrichtung einer Postomnibuslinie zwischen dem Bahnhof Völklingen und der
Posthilfsstelle Bouser Höhe.
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1950:
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Die Bouser Höhe zählte 937 Einwohner. Beginn des Schulneubaus. Am 1. Oktober 1951
konnten die unteren fünf Räume bezogen werden, am 1. Februar 1953 wurde die Schule eingeweiht.
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1952:
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Das Hofgut Petershof wurde im Jahr 1952 nach modernsten Gesichtspunkten hinter der
Bouser Höhe errichtet, nachdem der früher am Marktplatz Völklingen gelegene Gutshof der Hütte abgebrannt war.
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1953:
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Am 16. November Grundsteinlegung zur katholischen Pfarrkirche St. Konrad. Zwei Jahre
später, am 21. November 1955, konnte die neue Kirche eingeweiht werden. Vom April 1950 bis zum 1. März
1964 war "St. Konrad" Filiale der Pfarrkirche St. Michael in Völklingen.
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1955:
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Die Bevölkerungszahl lag bei 1642 Bewohnern.
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1956:
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Nach einem Stadtratsbeschluss vom 13. August erfolgt am 26. August die Umbenennung
der "Bouser Höhe" in "Hermann-Röchling-Höhe". Damit wurde das Engagement von Kommerzienrat
Dr. Hermann Röchling bei der Gründung der Stammarbeitersiedlung gewürdigt. (Weitere Informationen zum Thema finden Sie an dieser Stelle)
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Ansichtskarte von 1956
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1960:
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Mit 1.993 Einwohnern erreichte der Stadtteil seine höchste Bevölkerungszahl.
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1964:
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St. Konrad, bisher Filiale von St. Michael, wurde am 1.März zur selbständigen Pfarrei
erhoben.
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1965/66:
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Die Baugenossenschaft errichtete mehrere
5-stöckige Häuser in der Homburger Straße.
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1966/67:
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Bau eines Kindergartens mit Pfarrsaal und Jugendraum durch die katholische
Kirchengemeinde.
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1979:
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Grundsteinlegung für den Bau eines evangelischen Kirchensaals.
Die evangelischen Christen gehören der Versöhnungskirchengemeinde in Völklingen an.
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1980:
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Am 4.5.1980 wurde der evangelische Kirchensaal eingeweiht. Das Kreuz vor dem Kirchensaal wurde
nach einem Entwurf von Pfarrer Fleischer von Lehrlingen der Lehrwerkstaaatt der Völklinger Hütte gefertigt.
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1981:
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Einweihung der neuen Sport- und Kulturhalle. Der Bau der Halle war notwendig
geworden, weil Ende der siebziger Jahre die alte Schulturnhalle baupolizeilich geschlossen werden musste.
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1990:
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1719 Einwohner, davon 1310 Katholiken, 338 Protestanten und 71 Anhänger anderer Bekenntnisse.
19 ausländische Mitbürger lebten in diesem Stadtteil.
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2010:
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Die "Bürgerinitiative gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit" fordert die Umbenennung der Hermann-Röchling-Höhe zurück zu Bouser-Höhe,
begründen tut Sie dies damit, das Hermann Röchling ein verurteilter Kriegsverbrecher war, welchem diese Ehre nicht gebührt. (Weitere Informationen zum Thema: Klick)
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2011:
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Letzter Gottesdienst im erst 1980 eingeweihten ev. Kirchsaal.
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