Warum gibt es bundesweit Unterschiede bei den Feiertagen? – Völklingen im Wandel
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Warum gibt es bundesweit Unterschiede bei den Feiertagen?

#Saarland. In Deutschland gibt es neun gesetzliche Feiertage für alle. Doch in Völklingen zählt man 12 freie Tage, die keine Sonntage sind. Woran liegt das und wer hat es festgelegt?Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, lassen zahlreiche Unternehmen Jahreskalender und Wandplaner professionell erstellen, die sie Mitarbeitern oder Werbekunden übergeben. Dank solcher Kalender hat man den optimalen Blick auf die Gesamtplanung des kommenden Jahres. Neben Geburtstagen, Firmenevents und sonstigen Terminen, steht das Eintragen der Urlaubs- und Brückentage ganz hoch im Kurs. Auffällig ist: In Völklingen können Arbeitnehmer einige Tage markieren, an denen in anderen Bundesländern gearbeitet werden muss.

Mariä Aufnahme in den Himmel, auch Mariä Himmelfahrt oder lateinisch Dormitio, ist das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August, das in manchen Staaten auch ein gesetzlicher Feiertag ist. (Wikipedia)
Mariä Aufnahme in den Himmel, auch Mariä Himmelfahrt oder lateinisch Dormitio, ist das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August, das in manchen Staaten auch ein gesetzlicher Feiertag ist. (Wikipedia)

Im Saarland gibt es ganze 12 Feiertage – damit liegt das Saarland im Ranking der Feiertagsverteilung im oberen Bereich. Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen sind drei der Festtage, die also auch in Völklingen arbeitsfrei sind, aber in den meisten Bundesländern als normaler Arbeitstag gelten. Nur Bayern hat 14 und damit mehr Feiertage als alle anderen.


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Woran liegt das?

Es gibt bundeseinheitliche Feiertage, die durch deutsche Feiertagsgesetze geschützt sind. Dazu zählen etwa Karfreitag, der Tag der Deutschen Einheit sowie der erste und zweite Weihnachtsfeiertag. Der Tag der Deutschen Einheit ist sogar der einzige bundesrechtlich festgelegte freie Tag. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, weitere Feiertage festzulegen. Diese Entscheidung liegt bei den einzelnen Bundesländern.

Eine der wichtigsten Begründungen für zusätzliche Festtage liegt in der Religion. Die meisten unserer Feiertage in Deutschland sind christlichen Ursprungs. Länder wie das Saarland haben eine große religiös-kulturelle Tradition. Das Saarland ist zu knapp 60 Prozent katholisch geprägt. Mit diesem Anteil liegt es deutlich über dem deutschen Durchschnitt (ein Drittel) und sogar noch vor Bayern (ca. 51 Prozent). Nach dem Zensus 2011 für die Stadt Völklingen (hier als PDF einzusehen) gehörten 22.290 Menschen der römisch-katholischen Kirche an. Katholisch wichtige Tage wie Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen gelten hierzulande deshalb als feierliche Tage und sind arbeitsfrei. In anderen Ländern, in denen der katholische Anteil geringer ist, werden diese Tage meist nicht offiziell gefeiert.

Neben religiösen sind wirtschaftliche Aspekte ein Grund für die Unterschiede bei der Feiertagsverteilung. Das berühmteste Beispiel in diesem Rahmen ist der Buß- und Bettag. Er wurde 1995 zugunsten eines niedrigeren Beitrags in der Pflegeversicherung wieder abgeschafft. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Sachsen. Hier gilt dieser Tag immer noch als Feiertag, weshalb jeder Bürger 0,25 Prozent mehr in die Pflegeversicherung einzahlen muss.

Gegenwärtig wird in einigen Bundesländern wieder stark diskutiert, ob der Reformationstag wieder eingeführt werden soll. Ein zusätzlicher Feiertag würde aber ökonomische Folgen wie etwa die Erhöhung der Lohnzusatzkosten bedeuten – das zumindest sehen das Bundesgesundheitsministerium und der Arbeitgeberbund (BDA) so. Der BDA forderte per Twitter unter anderem eine Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge um 0,5 Prozent, falls der Reformationstag wieder eingeführt werden sollte. Im Saarland ist die Einführung bisher nicht geplant.

Der BDA forderte per Twitter unter anderem eine Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge um 0,5 Prozent, falls der Reformationstag wieder eingeführt werden sollte. Im Saarland ist die Einführung bisher nicht geplant. Red.

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