Strukturwandel im Saarland: Diese Herausforderungen gilt es zu meistern – Völklingen im Wandel
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Strukturwandel im Saarland: Diese Herausforderungen gilt es zu meistern

#Saarland. Nach wie vor ist die saarländische Wirtschaft am stärksten von der Industrie bzw. allgemein von dem produzierenden Gewerbe geprägt. Doch die Abhängigkeit bricht allmählich auf: Die zunehmende Verlagerung der Wirtschaft auf den Dienstleistungssektor schreitet voran. Unser Artikel gibt Einblicke in aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Herausforderungen.

Dienstleistungssektor gewinnt auch im Saarland an Bedeutung

Noch immer ist das Saarland stark vom produzierenden Gewerbe (sekundärer Sektor) abhängig: So lag die Bruttowertschöpfung dieses Sektors im Jahr 2016 noch bei 35,9 Prozent. Ein Wert, der lediglich von Baden-Württemberg mit 40,1 Prozent übertroffen wurde. Das geht aus der Branchenstrukturanalyse 2017 der Arbeitskammer des Saarlands (hier als PDF verfügbar) hervor. Doch die Zahlen sind rückläufig: So nahm die Bruttowertschöpfung des sekundären Sektors seit 1991 um 3,8 Prozentpunkte ab. Demgegenüber stieg der Wert seit 1991 im tertiären bzw. im Dienstleistungssektor um 4,0 Prozentpunkte auf eine Bruttowertschöpfung von 64 Prozent. Auf den primären Sektor (Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft) entfallen nur noch 0,1 Prozentpunkte. Der Strukturwandel zeigt sich auch anhand der Beschäftigtenzahlen: So nahm allein zwischen 2008 und 2016 die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor um 13,1 Prozent zu, während das produzierende Gewerbe im selben Zeitraum 3,9 Prozent der Arbeitsplätze abbaute.


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Strukturwandel bringt Herausforderungen mit sich

Dieser Strukturwandel bringt im Saarland Herausforderungen mit sich: Zum einen sind für viele Berufsbilder im tertiären Sektor höhere Bildungsabschlüsse und abgeschlossene Berufsausbildungen notwendig. Im Saarland stieg dementsprechend der Anteil der Akademiker bis 2016 auf gut 11 Prozent. Noch 1999 waren es lediglich 7 Prozent. Problematisch ist vor diesem Hintergrund jedoch, dass die meisten Stellen für solche Qualifikationsstufen in den Firmenzentralen bestehen, diese wiederum sind im Saarland nach wie vor selten. Somit bleibt der Akademikeranteil trotz des Anstiegs unter dem Durchschnitt des früheren Bundesgebiets für 2016 (14,7 Prozent). Das wird auch dadurch erklärbar, dass vorwiegend Produktionsstätten im Saarland bestehen. Die Herausforderung besteht darin, Anreize zu schaffen, um Firmenzentralen im Bundesland anzusiedeln.

Dafür sind auch infrastrukturelle Fragen zu klären: So werden zunehmend Büroräume anstatt von Fabrikhallen benötigt – und zwar nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für Praxen, Kanzleien oder kleine unternehmensbezogene Dienstleister. Diese Situation macht für viele eine umfassende Beratung und Hilfe bei der strategischen Immobiliensuche und -optimierung notwendig. Der Bedarf zeigt sich auch daran, dass große Beratungsunternehmen inzwischen auf genau solch einen Bedarf zugeschnittene Angebote schaffen. Cushman & Wakefield haben beispielsweise eigens für die Immobilienangelegenheiten von Kanzleien, Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern ein Spezialistenteam in der „Professional Services Group“ geschaffen. Die Gemeinden im Bundesland müssen wiederum für den Ausbau gut angebundener Gewerbegebiete sorgen.

Über Qualifikations- und Immobilienfragen hinaus hält auch die mit dem Strukturwandel einhergehende Digitalisierung so manche Herausforderung bereit: Damit sich Firmenzentralen verstärkt im Saarland ansiedeln, ist auch ein zunehmender Ausbau des Breitbandnetzes notwendig. Da die Digitalisierung branchenübergreifend – also vom primären über den sekundären bis zum tertiären Sektor – eine schnellere Internetverbindung nötig macht, um Unternehmen konkurrenzfähig zu halten, wiegt dieser Punkt umso schwerer. Das Problem scheint zumindest vordergründig erkannt: Laut Saarbrücker Zeitung soll bis Jahresende 2018 „nahezu flächendeckend“ ein Breitbandanschluss mit 50 Mbit/s oder mehr vorhanden sein. Ob dieses Vorhaben jedoch zufriedenstellend in die Tat umgesetzt wird und ob bzw. wie lange die angepeilten 50 Mbit/s ausreichen, bleibt noch abzuwarten.

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