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Stahlproduktion in Völklingen – wie eine Unternehmerfamilie die Region geprägt hat

#Völklingen. Während die Saarstahl-AG in den letzten Jahren kaum Gewinne verzeichnete, schreibt sie laut der Bilanz 2017 nun wieder schwarze Zahlen. Durch Rekordmengen auf allen Produktionsstraßen konnte der Stahlkonzern das Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 110 Millionen Euro abschließen. Eine Erleichterung für die Wirtschaft in der Region Völklingen, die von der Stahlproduktion stark geprägt und in nicht unerheblichem Maß wirtschaftlich von ihr abhängig ist. Begründet hat die Stahlherstellung in Völklingen eine ortsansässige Unternehmerfamilie Ende des 19. Jahrhunderts.

Stahlindustrie machte Völklingen zum industriellen Zentrum

Stahl findet als Werkstoff in vielen Branchen Anwendung und ist einer der wichtigsten Baustoffe überhaupt. Der in Deutschland verwendete Stahl kommt mit jeweils 25 Prozent mehrheitlich in der Automobilindustrie sowie im Baugewerbe zum Einsatz, gefolgt vom Maschinenbau, auf den rund 13 Prozent der Verwendung von Stahl entfallen, und dem Stahlbau mit 8 Prozent. Auch für die Herstellung diverser Metallwaren wird Stahl verwendet, zum Beispiel für Schrauben, Kronkorken und Scharniere, aber auch für größere Objekte wie Gitterboxen zum Warentransport, die von Anbietern für Lagerlogistik vertrieben werden.


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Die Produktion von Stahl hat in Völklingen und Umgebung eine lange Tradition. Zu verdanken ist das der ortsansässigen Gründerfamilie Röchling, die im Jahr 1881 die Völklinger Hütte übernahm – ein Meilenstein der Geschichte der Stahlproduktion im Saarland. Mit dem ersten Hochofen, der im Jahr 1883 angeblasen wurde, entwickelte sich Völklingen immer mehr zum großindustriellen Zentrum. Nach und nach kamen weitere Hochöfen hinzu, und nach der Inbetriebnahme eines neuen Induktionsofens im Jahr 1908 konnte schließlich auch Elektrostahl in großen Mengen produziert werden.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte aus der Luft (Foto: Hell/Privat)
Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte aus der Luft (Foto: Hell/Privat)

Das Familienunternehmen Röchling schaffte nicht nur viele Arbeitsplätze in der Region, sondern beeinflusste auch die Politik und Gesellschaft der damaligen Zeit. So machte sich die Familie für soziale Einrichtungen stark und bot ihrer Belegschaft beispielsweise eine Kranken-, Pensions- und Invaliditätsabsicherung. Auch den Bau mehrerer Wohnkolonien sowie die finanzielle Förderung von Wohneigentum trieb sie voran. Mit diesen sozialpolitischen Maßnahmen zum Wohl der Angestellten wollte man die Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Noch heute gibt es viele Einwohner in Völklingen, die sich mit der Gründerfamilie Röchling verbunden fühlen, auch wenn sich die Erben des Unternehmens bereits im Jahr 1978 von dem Werk trennten. Es ging in der Saarstrahl AG auf, die heute knapp 6.300 Mitarbeiter beschäftigt.

Völklingens Stahlproduktion heute: Endlich wieder Aufwind

Die Saarstahl AG musste in den vergangenen Jahren eine kritische Phase überstehen, doch nun fällt die Bilanz endlich wieder positiv aus. Der Umsatz des Konzerns stieg 2017 auf 2,4 Milliarden Euro, rund 2 Milliarden Euro mehr als noch im Vorjahr. Grund für die Umsatzsteigerungen ist unter anderem die erhöhte Stahlnachfrage der Autoindustrie. Die positive Bilanz ermutigt das Unternehmen zu neuen Investitionen: Anfang des Jahres hat die Saarstahl AG dem Düsseldorfer Anlagenbauer SMS Concast den Auftrag für eine neue Stranggießanlage im Werk in Völklingen erteilt. Mit der Anlage kann in Zukunft flüssiger Rohstahl in Knüppel vergossen werden; das Vorprodukt wird dann an Firmen geliefert, die es weiterverarbeiten. Red.

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